Ruhrbikefestival Wetter – Marathon

Boah, wat mach ich bloß?

Heute stand der Ruhrbike-Marathon in Wetter an. Geplant war eigentlich die 55km-Strecke zu fahren, bis ich vorige Tage das Höhenprofil in die Finger bekam. Autsch. Sowas wie mein persönlicher Albtraum. Eine Alternative wäre gewesen, in der Enduro-Wertung zu starten, aber dafür hätte ich die fetten und schweren Downhill-Reife aufziehen müssen, denn Vorgabe war neben 150mm Federweg vorne und 140mm hinten auch, dass die Reifen mindestens 2.2er sind. Derzeit gefahren: 2.0

Dummerweise habe ich aber keine Nobby Nicks mehr im Keller, die eigentlich in 2.4 auf dem Threesome montiert sind. Und die Wicked Will wiegen ja ein schlappes Kilo pro Reifen. Und damit 2000 Höhenmeter auf 55km?

Wie gut, dass mir die Entscheidung praktisch abgenommen wurde, denn gestern war ich mit Kirsten noch eine „lockere“ Runde fahren, nach der ich total K.O war. Also spontan entschieden: ich fahre mit dem Fully, den schmalen aber schnellen Reifen und nehme die Kurzstrecke mit (offiziell) 30km, bzw. (gefahrenen) 36km und 1200 Höhenmetern. Reicht ja auch.

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Die Reifen waren vorne die Michelin Wild Race’R und hinten der XC Dry2 in 2.0, wobei beide in Real deutlich breiter ausfallen. Die Wahl sollte sich als Goldrichtig heraus stellen: Zwar hatte ich auf dem Waldboden vor allem hinten im Downhill deutlich weniger Grip, aber Grip wird überbewertet. Dafür war vorne alles super und ich bin deutlich schneller als viele andere die Berge hoch gekommen – wenn es auch nicht für Spitzenplätze gereicht hat.

Leider bin ich in einem Downhill gestürzt und leider waren so viele Leute auf der Strecke, dass ich laut eigener Uhr 20 Minuten einfach nur gestanden habe. So aber war dann die offizielle Zeitmessung 2h und 35m, als ich ins Ziel rollte und damit bin ich 24. meiner Altersgruppe und 109. von 210 Startern auf der kurzen Distanz.

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Die Strecke war übrigens absolut geil. Wenig Asphalt, viele und sehr knackige Anstiege und super Trails. Vor allem hat mir gefallen, dass man vorher die Trails wohl abgefahren ist und Hindernisse so weit wie möglich beseitigt hat. Dadurch waren teils superschnelle Abfahrten (bei mir >65km/h) möglich. Einfach toll.

Dazu stand an fast jeder Ecke ein Helfer, der schon von weitem den Streckenverlauf angekündigt hat und alle wichtigen Kreuzungen hat die Polizei für uns frei gehalten. Zusammen mit der Orga auf dem „Festivalgelände“ kann man nur sagen: Respekt. Der Marathon ist so toll, dass ich schon jetzt ziemlich sicher bin, dass ich ihn nächstes Jahr wieder fahren will. Vielleicht dann auf der langen Strecke.

Und morgen? Da gehe ich mir die CC-Rennen angucken. Die sind bestimmt auch super spannend!

Langes GA2-Training

Nachdem ich Dienstag beim GA2-Training etwas übertrieben habe, bin ich gestern leicht vom Trainingsplan abgewichen. Im Mittel kann man sagen, entsprach das, was ich gestern gefahren bin zwar einem längeren GA2-Training. Auf dem Plan stand 3 Stunden Fahrspiel (hab ich gemacht) mit Technik (hab ich nicht gemacht) und 70-75% Puls bis 141, 20% Puls 141-155 und dann 5-10% über 155. Die Pulszonen habe ich so nicht eingehalten, ich war Pulsmäßig aber eher bei 150 als bei 140…

Anders als sonst bin ich diesmal nicht direkt von Münster aus gefahren, sondern vom Bahnhof Unna aus – eine Fehlentscheidung, denn die Strecke aus Münster ist zwar einfacher, aber auch schöner zu fahren.

Als echtes Problem stellte sich die Sonne und die Temperaturen heraus. Ich bin da eigentlich nicht sonderlich empfindlich, aber gestern waren sogar die 1,5 Liter isotonischer Getränke zu wenig, die sonst für deutlich längere Touren reichen würden – über die zweite 750ml-Flasche war ich auch sehr froh, denn normaler Weise nehme ich nur eine mit, wenn ich plane von MS aus heim zu fahren…

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Gutes noch Besser

Nachdem wir ja Julias Bike haben vermessen und optimieren lassen, war es nur logisch, dass ich mich auch in die Hände von Bergetappe und Anna begebe. Mit dem Ergebnis hätte ich allerdings in der Form jetzt so nicht gerechnet.

Mir war klar, dass ich noch nicht optimal auf dem Bergamont Revox 9.3 sitze.  Zwar saß ich nie schlecht und habe auch gute Zeiten gefahren, trotzdem war da immer das Gefühl, dass es noch nicht so ist, wie ich es gerne hätte. Plus, und hier kommen wir zu dem eigentlichen Problem: auf langen Touren ist mir immer die linke Hand eingeschlafen. Also auf zu Anna, mal checken lassen.

Nach ungefähr 4 Stunden war soweit klar, dass an meinem Rad eine ganze Menge mehr gemacht werden muss, als bei Julia:

Zunächst flog die Sattelstütze runter. Die BGM-Stütze hatte einen Versatz, mit dem ich zu weit nach hinten gekommen bin und nicht zentral genug über dem Tretlager saß. Rein kommt eine Turativ-Stütze von SRAM, allerdings aus Alu, nicht aus Carbon. Man könnte sagen ich war zu geizig, andere sagen, dass mein Gewicht im Gelände für Carbon-Stützen eine echte Herausforderung ist. Sucht Euch was aus 😉 Die Sitzposition musste zudem ganze 4(!) cm angehoben werden.

Auch der Fizik-Tundra2-Sattel musste dran glauben: Ich hatte das Gewicht nicht auf den Beckenhöckern, sondern auf dem Damm und konnte keine Sitzposition finden, die wirklich passte – das kann ich vom Gefühl her sagen, die Druckfolien-Analyse wußte das aber sehr deutlich zu unterstreichen. Nachdem wir dann zahlreiche Sättel von SQ-Lab, Selle und so weiter ausprobiert haben, war es dann doch wieder ein Fizik, der perfekt passte: Fizik Aliante.

Meine Cleats mussten komplett anders eingestellt werden, um das Knie zu entlasten. An den Füßen trage ich auf Rennen die Shimano SH-M162 mit speziellen Einlagen, die ich mir bei der Firma Schürmann Orthopädischuhtechnik anpassen lasse.  In der Kombination konnte Anna dann in gefühlten 100 Anläufen meine Füße so auf die Pedale schrauben, dass ich kaum noch aus dem Oberschenkel treten muss – eine spürbare Erleichterung, vor allem mit der neuen Sitzposition!

Nachdem die hintere Hälfte damit erledigt war, ging es ans Cockpit. Und das war schon fast problematisch: Denn um mir gerecht zu werden, bräuchte ich für Marathon-Rennen eigentlich einen deutich schmaleren Lenker (fast wie bei meinem Rennrad). Das würde aber zu einem deutlichen Nachteil bei den gelegentlichen CC-Rennen führen. Gleichzeitig müsste mein Lenker 9, besser 12° gekröpft sein. Damit würde mein linkes Handgelenk so entlastet, dass die Narbe von der OP, die ich dort habe, so entlastet würde, dass es nicht zu einem Karpaltunnelsyndrom kommen kann. Gleichzeitig müsste aber mein Vorbau auch noch länger werden (110 statt 100 Milimeter) was in der Summe zur Folge hätte, dass ich mit der hohen Sitzposition und dem tiefen Lenker so säße, dass meine Lunge nicht mehr die volle (Reserve-)kapazität ausnutzen würde.

Hmmm. Klassisches Trade-Off: mehr Luft = mehr Last auf dem Handgelenk. Weniger Last = weniger Luft.

Der erhoffte Mittelweg sind jetzt die GS2-Griffe von Ergon, die auf der einen Seite meine Handgelenke entlasten sollen und die mir auf der anderen Seite erlauben, den Lenker (erst mal) zu behalten.

So bin ich dann deutlich länger bei Anna auf dem Prüfstand gewesen und vermutlich hat noch nie einer der Kunden so viele Fragen in den Bauch gefragt, wie ich. Aber sie hat sich die Zeit genommen, mir so lange zu erklären und zu zeigen, was ich wissen wollte, dass ich am Ende (hoffentlich) deutlich schlauer den Laden verlassen habe, als ich ihn betreten hatte.

Und jetzt?

Jetzt muss ich bis Dienstag warten, bis alle neuen Teile da und montiert sind. Aber dann… ich sach mal „Ruhrbike Maarathon ich komme!“

Sitz, passt, wackelt und hat Luft

Julias Cube passt ziemlich gut zu ihr. Trotzdem gab es das eine oder andere Zipperlein, dass nach Korrektur schrie. Doch wie, wenn man nicht selbst der Experte ist? Da traf es sich gut, dass wir auf der Bike-Messe Essen Anna von Bergetappe kennengelernt haben.

Wer Bergetappe nicht kennt: Das ist ein ganz entzückender Bike-Laden in Essen, fernab vom großen Trubel. In einem umgebauten alten Kino mit riesen Räumen haben Anna und ihr Mann Stephan eine echte Perle von Bikeshop aufgezogen. Und während Stephan sich bei unserem Besuch um Technik kümmerte, nutzt Anna ihre medizinische Qualifikation, um beim Bikefitting Menschen mit ihrem Rad zu verschmelzen. Relativ schnell war klar, dass bei Julia einiges im Argen lag. Also rauf auf die Rolle und warm treten. Immer unter den kritischen Blicken der Ärztin und Sportlerin.

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Ziemlich schnell war klar, dass Julia alles andere als ergonomisch oder auch nur bequem auf dem Rad sitzt. Sattelhöhe, Sattelposition, vor allem der Sattel selbst, die Stellung der Cleats, alles war nicht so, wie es hätte sein können. Oder sollen. Aber das ist ja schließlich auch der Grund warum man zu Bergetappe fährt 😉

Nach dem Ausprobieren zahlreicher Sattel von SQ, Selle und anderen war es schließlich ein Fizik-Sattel, die den besten Kompromisse aus Bequemlichkeit und Effizienz erzielte. Die Einstellung der Cleats war dann mit Detailarbeit verbunden, aber problemlos. Am Lenker und Vorbau muss nicht viel gemacht werden, so lange der Fokus auf CC-Rennen liegt. Und nach ein paar Stunden konnte Julia dann ihr perfekt ausgemessenes und eingestelltes Rad wieder mit nach Hause nehmen.

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Jetzt bleibt das Warten auf das nächste Rennen, dass zu fahren ist. Und dann werden wir mal schauen, wie es hinterher aussieht. Der erste Eindruck ist jedenfalls der, dass man sich hinterher fragt, wie man vorher überhaupt auf dem Fahrrad gesessen hat. Die Details sollen hier keine Rolle spielen – nur so viel: Wenn man Anna dabei zusieht, Fehlstellungen zu demonstrieren, ist Grinsen garantiert.

3. Lauf zum XCO-NRW-Cup in Solingen

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Bei bestem Wetter fand am 02. Juni in Solingen der 3. Lauf zum XCO-NRW-Cup statt – und Julia fuhr mit!

Das Rennen auf dem technisch anspruchsvollen Kurs mit Drops, Doubles und mehr, war wirklich spannend. Leider hatte Julia im letzten Durchgang im Rockgarden etwas Pech und so konnte sie leider mit 5 oder 6 Sekunden Rückstand diesmal nur Platz 2 machen.

Damit übernimmt sie allerdings in der Gesamtwertung inzwischen Platz 3!

Rursee-Marathon in Simmerath

Am 01. Juni bin ich in der Eifel den Rursee-Marathon gefahren – wenn auch nur die Kurzstrecke.

Leider war meine Reifenwahl suboptimal, weil ich nicht wie gewohnt Schwalbe (Rocket Ron vorne, Racing Ralph hinten) aufgezogen hatte, sondern mit einem Bontrager-Reifen am Hinterrad unterwegs war. Und der war im Schlamm ein echter Albtraum und Schlamm hatte ich in der Eifel genug.

Mein Ziel war, die 38km in unter 2 Stunden zu schaffen. Schaue ich auf meine Uhr ist mir das mit 1:59:09 gelungen. Die offizielle Zeitmessung hat mich leider bei ein paar Sekunden über 2h gestoppt. Na, was solls.

Am Ende reichte es für Platz 17 bei den Senioren 1 und Platz 55 aus 126 in der Gesamtwertung.

2. Lauf zum XCO-NRW-Cup in Betzdorf

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Heute fand in Betzdorf der 2. Lauf zum XCO-NRW-Cup statt. Anders als bei unserem ersten Versuch sind wir diesmal sogar durchgekommen – und das besser als erwartet.

Vor allem angesichts des Wetters: 5°C und unglaublich nasser und verschlammter Boden. Wir beide mit Schwalbe-Reifen (vorne Rocket Ron, hinten Racing Ralph) alles andere als perfekt ausgestattet und mit quasi Null Erfahrung. Spaß hat es trotzdem gemacht und am Ende war das Ergebnis dann sogar ziemlich gut:

Julia konnte auf Anhieb Platz 1 bei den Frauen für sich entscheiden, ich habe in der Altersgruppe Senioren 1 immerhin Platz 13 erreicht.

Einen längeren Bericht und Bilder gibt es hier: Klick!