Gutes noch Besser

Nachdem wir ja Julias Bike haben vermessen und optimieren lassen, war es nur logisch, dass ich mich auch in die Hände von Bergetappe und Anna begebe. Mit dem Ergebnis hätte ich allerdings in der Form jetzt so nicht gerechnet.

Mir war klar, dass ich noch nicht optimal auf dem Bergamont Revox 9.3 sitze.  Zwar saß ich nie schlecht und habe auch gute Zeiten gefahren, trotzdem war da immer das Gefühl, dass es noch nicht so ist, wie ich es gerne hätte. Plus, und hier kommen wir zu dem eigentlichen Problem: auf langen Touren ist mir immer die linke Hand eingeschlafen. Also auf zu Anna, mal checken lassen.

Nach ungefähr 4 Stunden war soweit klar, dass an meinem Rad eine ganze Menge mehr gemacht werden muss, als bei Julia:

Zunächst flog die Sattelstütze runter. Die BGM-Stütze hatte einen Versatz, mit dem ich zu weit nach hinten gekommen bin und nicht zentral genug über dem Tretlager saß. Rein kommt eine Turativ-Stütze von SRAM, allerdings aus Alu, nicht aus Carbon. Man könnte sagen ich war zu geizig, andere sagen, dass mein Gewicht im Gelände für Carbon-Stützen eine echte Herausforderung ist. Sucht Euch was aus 😉 Die Sitzposition musste zudem ganze 4(!) cm angehoben werden.

Auch der Fizik-Tundra2-Sattel musste dran glauben: Ich hatte das Gewicht nicht auf den Beckenhöckern, sondern auf dem Damm und konnte keine Sitzposition finden, die wirklich passte – das kann ich vom Gefühl her sagen, die Druckfolien-Analyse wußte das aber sehr deutlich zu unterstreichen. Nachdem wir dann zahlreiche Sättel von SQ-Lab, Selle und so weiter ausprobiert haben, war es dann doch wieder ein Fizik, der perfekt passte: Fizik Aliante.

Meine Cleats mussten komplett anders eingestellt werden, um das Knie zu entlasten. An den Füßen trage ich auf Rennen die Shimano SH-M162 mit speziellen Einlagen, die ich mir bei der Firma Schürmann Orthopädischuhtechnik anpassen lasse.  In der Kombination konnte Anna dann in gefühlten 100 Anläufen meine Füße so auf die Pedale schrauben, dass ich kaum noch aus dem Oberschenkel treten muss – eine spürbare Erleichterung, vor allem mit der neuen Sitzposition!

Nachdem die hintere Hälfte damit erledigt war, ging es ans Cockpit. Und das war schon fast problematisch: Denn um mir gerecht zu werden, bräuchte ich für Marathon-Rennen eigentlich einen deutich schmaleren Lenker (fast wie bei meinem Rennrad). Das würde aber zu einem deutlichen Nachteil bei den gelegentlichen CC-Rennen führen. Gleichzeitig müsste mein Lenker 9, besser 12° gekröpft sein. Damit würde mein linkes Handgelenk so entlastet, dass die Narbe von der OP, die ich dort habe, so entlastet würde, dass es nicht zu einem Karpaltunnelsyndrom kommen kann. Gleichzeitig müsste aber mein Vorbau auch noch länger werden (110 statt 100 Milimeter) was in der Summe zur Folge hätte, dass ich mit der hohen Sitzposition und dem tiefen Lenker so säße, dass meine Lunge nicht mehr die volle (Reserve-)kapazität ausnutzen würde.

Hmmm. Klassisches Trade-Off: mehr Luft = mehr Last auf dem Handgelenk. Weniger Last = weniger Luft.

Der erhoffte Mittelweg sind jetzt die GS2-Griffe von Ergon, die auf der einen Seite meine Handgelenke entlasten sollen und die mir auf der anderen Seite erlauben, den Lenker (erst mal) zu behalten.

So bin ich dann deutlich länger bei Anna auf dem Prüfstand gewesen und vermutlich hat noch nie einer der Kunden so viele Fragen in den Bauch gefragt, wie ich. Aber sie hat sich die Zeit genommen, mir so lange zu erklären und zu zeigen, was ich wissen wollte, dass ich am Ende (hoffentlich) deutlich schlauer den Laden verlassen habe, als ich ihn betreten hatte.

Und jetzt?

Jetzt muss ich bis Dienstag warten, bis alle neuen Teile da und montiert sind. Aber dann… ich sach mal „Ruhrbike Maarathon ich komme!“

Sitz, passt, wackelt und hat Luft

Julias Cube passt ziemlich gut zu ihr. Trotzdem gab es das eine oder andere Zipperlein, dass nach Korrektur schrie. Doch wie, wenn man nicht selbst der Experte ist? Da traf es sich gut, dass wir auf der Bike-Messe Essen Anna von Bergetappe kennengelernt haben.

Wer Bergetappe nicht kennt: Das ist ein ganz entzückender Bike-Laden in Essen, fernab vom großen Trubel. In einem umgebauten alten Kino mit riesen Räumen haben Anna und ihr Mann Stephan eine echte Perle von Bikeshop aufgezogen. Und während Stephan sich bei unserem Besuch um Technik kümmerte, nutzt Anna ihre medizinische Qualifikation, um beim Bikefitting Menschen mit ihrem Rad zu verschmelzen. Relativ schnell war klar, dass bei Julia einiges im Argen lag. Also rauf auf die Rolle und warm treten. Immer unter den kritischen Blicken der Ärztin und Sportlerin.

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Ziemlich schnell war klar, dass Julia alles andere als ergonomisch oder auch nur bequem auf dem Rad sitzt. Sattelhöhe, Sattelposition, vor allem der Sattel selbst, die Stellung der Cleats, alles war nicht so, wie es hätte sein können. Oder sollen. Aber das ist ja schließlich auch der Grund warum man zu Bergetappe fährt 😉

Nach dem Ausprobieren zahlreicher Sattel von SQ, Selle und anderen war es schließlich ein Fizik-Sattel, die den besten Kompromisse aus Bequemlichkeit und Effizienz erzielte. Die Einstellung der Cleats war dann mit Detailarbeit verbunden, aber problemlos. Am Lenker und Vorbau muss nicht viel gemacht werden, so lange der Fokus auf CC-Rennen liegt. Und nach ein paar Stunden konnte Julia dann ihr perfekt ausgemessenes und eingestelltes Rad wieder mit nach Hause nehmen.

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Jetzt bleibt das Warten auf das nächste Rennen, dass zu fahren ist. Und dann werden wir mal schauen, wie es hinterher aussieht. Der erste Eindruck ist jedenfalls der, dass man sich hinterher fragt, wie man vorher überhaupt auf dem Fahrrad gesessen hat. Die Details sollen hier keine Rolle spielen – nur so viel: Wenn man Anna dabei zusieht, Fehlstellungen zu demonstrieren, ist Grinsen garantiert.

3. Lauf zum XCO-NRW-Cup in Solingen

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Bei bestem Wetter fand am 02. Juni in Solingen der 3. Lauf zum XCO-NRW-Cup statt – und Julia fuhr mit!

Das Rennen auf dem technisch anspruchsvollen Kurs mit Drops, Doubles und mehr, war wirklich spannend. Leider hatte Julia im letzten Durchgang im Rockgarden etwas Pech und so konnte sie leider mit 5 oder 6 Sekunden Rückstand diesmal nur Platz 2 machen.

Damit übernimmt sie allerdings in der Gesamtwertung inzwischen Platz 3!

Rursee-Marathon in Simmerath

Am 01. Juni bin ich in der Eifel den Rursee-Marathon gefahren – wenn auch nur die Kurzstrecke.

Leider war meine Reifenwahl suboptimal, weil ich nicht wie gewohnt Schwalbe (Rocket Ron vorne, Racing Ralph hinten) aufgezogen hatte, sondern mit einem Bontrager-Reifen am Hinterrad unterwegs war. Und der war im Schlamm ein echter Albtraum und Schlamm hatte ich in der Eifel genug.

Mein Ziel war, die 38km in unter 2 Stunden zu schaffen. Schaue ich auf meine Uhr ist mir das mit 1:59:09 gelungen. Die offizielle Zeitmessung hat mich leider bei ein paar Sekunden über 2h gestoppt. Na, was solls.

Am Ende reichte es für Platz 17 bei den Senioren 1 und Platz 55 aus 126 in der Gesamtwertung.

2. Lauf zum XCO-NRW-Cup in Betzdorf

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Heute fand in Betzdorf der 2. Lauf zum XCO-NRW-Cup statt. Anders als bei unserem ersten Versuch sind wir diesmal sogar durchgekommen – und das besser als erwartet.

Vor allem angesichts des Wetters: 5°C und unglaublich nasser und verschlammter Boden. Wir beide mit Schwalbe-Reifen (vorne Rocket Ron, hinten Racing Ralph) alles andere als perfekt ausgestattet und mit quasi Null Erfahrung. Spaß hat es trotzdem gemacht und am Ende war das Ergebnis dann sogar ziemlich gut:

Julia konnte auf Anhieb Platz 1 bei den Frauen für sich entscheiden, ich habe in der Altersgruppe Senioren 1 immerhin Platz 13 erreicht.

Einen längeren Bericht und Bilder gibt es hier: Klick!

6. MTB-Event am Dachsberg

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Das 6. MTB-Event am Dachsberg war quasi unsere Premiere: Das erste Cross-Countryrennen, dass wir gefahren sind.

Und gleich eines, das wir beide nicht beendet haben: Die beiden Einführungsrunden liefen richtig gut. In der ersten „richtigen“ Runde bin ich jedoch beim Downhill nicht in den Pedalen gewesen und glatt über den Lenker gegangen. Leider hat der mich dann auch so getroffen, dass ich die Runde zwar noch zu Ende gefahren bin – dann aber aufhören musste.

Julia ist bis Runde 4 gekommen und dann leider gestürzt. Super Einstand für unsere Karriere, was? 😉

Das Event war übrigens zugleich der erste Lauf um XCO-NRW-Cup 2013. Ein paar Fotos und ein kurzes Video gibt es auch…

Hallo Welt

Oh, mal wieder ein neuer Blog 😉

Der hier soll eine ganz spezielle Zielrichtung verfolgen: Ich möchte Euch hier die Gelegenheit geben, unseren Fahrradsport zu begleiten. Denn was am Anfang Spass war, ist jetzt Ernst. Aber nicht bitterer.

In 2011 habe ich versucht, Julia davon zu überzeugen, mal Rennrad zu fahren. Statt dessen hat sie mich dann überzeugt, mal Mountainbike zu fahren. Da man das ohne Bike nicht kann, habe ich mir Anfang 2012 ein 26er Hardtail gekauft, dass Cube LTD. Das war ein schönes Fahrrad und hat durchaus Spaß gemacht. Julia hatte ebenfalls ein 26 Hardtail ein Cube LTD Pro, dass etwas älter – aber nicht minder gut – war.

Kurz danach ging es auf eine Fahrradmesse in Essen, wo wir uns spontan in das Threesome von Bergamont verguckt haben. Und ehe man sich versieht, bringt der Postbote auch schon zwei sehr große Pakete und unser Fuhrpark wuchs auf vier Räder an.

Nachdem wir dann mit den Fullys von Bergamont los gelegt haben, hat Julia ihr Hardtail aufgegeben und verkauft. Ich bin während dessen meinen ersten Marathon in Grafschaft gefahren. Das Ergebnis beschämend, der Spaßfaktor extrem hoch.

Ein paar CTF kamen auch dazu, vor allem die technisch anspruchsvolleren haben uns schnell geholfen zu verstehen, was vor uns liegt.

Im November 2012 dann habe ich mir „spontan“ ein Revox 9.3 von Bergamont bestellt – ein Carbon Hardtail mit 29″-Bereifung. Etwa zu der Zeit hatte ich auch angefangen, mich mehr konzentriert fit zu machen. Mein Cube habe ich verkauft und dann ging das Warten los.

Etwa zur Jahreswende hat Julia dann spontan ein Cube Super HPC pro für sich entdeckt und kurzentschlossen gekauft – damit war sie dann auch auf Carbon unterwegs, allerdings derzeit noch mit 26″-Rädern.

Anfang 2013 haben wir dann beschlossen „richtig“ Rennen zu fahren.

Der erste Schritt war zu überlegen, welche Art von Rennen: Für mich eher Marathon und für Julia eher XC. Aber für uns beide auch von dem anderen.

Tja…

Und dann haben wir im Januar von der Zillertal-Bike-Challenge gehört. 3 Tage, viele Berge und eine Million Gründe es nicht zu tun. Deswegen haben wir uns angemeldet.

Weil uns klar war, dass das jetzt alles mal ein wenig professioneller werden muss, haben wir uns dann in die Hände von ProFormance gegeben und einen Stufen-Laktat-Test gemacht. Das Ergebnis war besser als befürchtet und zusammen mit Steffi haben wir dann einen Trainingsplan von März bis Ende Juni ausgearbeitet.

Dazwischen wollten wir noch ein paar „Trainingsrennen“ einbauen, die letztlich besser liefen als erwartet. Und da stehen wir jetzt: Noch weniger als ein Monat bis zum Zillertal und mehr als genug Gründe, hier mal niederzuschreiben, wohin unser Weg uns so führt…

P.S. Wer sich für meine älteren Einträge interessiert, die sind hier: Klick!