SKS Marathon Grafschaft 2013

Am 17.08.2013 fand in Grafschaft / Sauerland der SKS-Marathon Grafschaft als Teil der Nutrixxon Marathon-Serie statt. Für mich ein Pflichtbesuch, war Grafschaft doch 2012 mein erster MTB-Marathon und mein erstes MTB-Rennen überhaupt.

Die Woche vor dem Marathon lief alles andere als gut: ich habe massiv im Trainingsplan geschlampt, weil ich einfach total müde und erschöpft war. Urlaubsreif oder schlicht zu viel gemacht, ich weiss es nicht genau. Fakt ist, dass ich mich in den letzten Wochen gut aufgeregt habe und viel Energie investiert habe. Aber eben auch das mit Zillertal und Duisburg zwei große Events mein Trainingsjahr bestimmt haben. Keine Ahnung, ich hab den Arsch jedenfalls nicht vernünftig hoch bekommen.

Das war gestern nicht anders. Und schon der Start des Rennens war ein Fiasko: Zwar konnte ich auf den ersten 10km einen Schnitt von 20km/h halten, aber zu welchem Preis? Mein Puls konstant zwischen 180 und 185 Schlägen pro Minute – viel zu viel für die Renndauer. Alle Versuche, ihn runter zu drücken waren erfolglos.

Das Wetter tat sein übriges, um mir den Tag zu versauen: Nieselregen und 14°. Vorhergesagt waren 24° und Sonne mit Wolken.

In der Folge musste ich dann auch extrem kämpfen, um durch zu kommen. Jeder Anstieg brannte in den Beinen, wie ich es schon lange nicht mehr erlebt habe. Und auch wenn ich nirgendwo ungeplant vom Bike musste, war ich mir sicher, dass ich im Schneckentempo unterwegs war. Zwischendurch war ich so extrem gefrustet, dass ich am Liebsten mein Bike in die Ecke geworfen hätte. Aber egal, durchkommen ist alles.

Es tat weh zu sehen, dass zum ersten Mal seit langem wieder unglaublich viele Radler an mir vorbei gedüst kamen. Das Gefühl der Langsamste zu sein, verstärkt sich so exponential und im Nacken hatte ich, dass ich letztes Jahr ja leider der 46. war. Von 46.

Die Verpflegungsstation habe ich links liegen lassen und bin einfach durchgefahren. Ich wollte nicht noch mehr Zeit verlieren. Und was passiert fast unmittelbar danach? Ich stelle fest, dass ich die zweite und volle Flasche verloren habe. Super.  Inzwischen hatte sich auch das Wetter gedreht und es waren tatsächlich 24° geworden, inklusive Sonne. Ohne Trinken. Alles klar, kann der Tag noch schlechter werden?

6km vor dem Ziel überholte mich dann Philipp, der die 59km gefahren ist, also 12km mehr als ich. Ich habe dann alles gegeben um an ihm dran zu bleiben, musste aber nach 1,5km einsehen, dass ich keine Chance hatte, seinen Pace zu halten. Ich war einfach durch. Total im Arsch. Und sicher, dass ich nicht viel schneller als 2012 gewesen sein kann.

Dann kam die letzte Asphalt-Gerade vor dem Ziel und da überholt mich tatsächlich noch einer?

Irgendwie war da plötzlich das Adrenalin, dass ich den Tag über vermisst habe. Ich wollte einfach nicht, dass dieser Ar*** vor mir im Ziel ist. Und raus aus dem Sattel und alles in die Pedale geworfen was da war. Wer Grafschaft kennt: Die Zieleinfahrt ist eine relativ starke Rampe auf die man mit einer 110°-Kurve von der Geraden kommt. Man muss also eigentlich deutlich mit dem Tempo runter und dann direkt rauf.

Hier zahlte sich aus, dass ich in den letzten Monaten vor allem das Antreten nach Kurven so verbessern konnte. Keine Ahnung wie, ich bin an dem anderen Biker bergauf vorbeigeflogen und über die Ziellinie geschossen – fast noch mit denen gecrasht, die nicht schnell genug aus dem Weg kamen.

Und dann die riesen Überraschung:

Ich war 62 Minuten schneller als 2012 und Platz 15 der Senioren 1

Unfassbar und absolut unerwartet. Und auch deprimierend, denn das bedeutet, dass bei besserer Form die Top10 in greifbarer Nähe gewesen wären. Aber das klingt unzufriedener als ich bin, denn ich hätte NIE erwartet, dass ich so weit vorne lande und auch noch über eine Stunde schneller gewesen bin, als noch im Vorjahr. 2012 habe ich mich nicht getraut, 2h 30 als Ziel anzugehen. Das habe ich dieses Jahr nur ganz knapp verfehlt. Für nächstes Jahr möchte ich noch mal mindestens 15 Minuten schneller sein, wenn möglich vielleicht 30. Alles was dazu fehlt ist eine deutlich bessere Bergauf-Performance. Aber daran kann man ja arbeiten. Und ziele sollen ja auch ambitioniert sein 🙂

GPS-Track Marathon Grafschaft

2013-08-07 Presseschauer: 24h von Duisburg

Heute morgen war die offizielle Pressemitteilung des RSC über das 24h-Rennen im Landschaftspark Duisburg in der RP:

voerde (RP) Im Duisburger Landschaftspark Nord fand vor der imposanten Kulisse der ehemaligen
Hochofenanlage zum wiederholten Male das 24-Stunden-Mountainbikerennen statt. Dieses Rennen stellt
einen Höhepunkt im Kalender vieler Rennfahrer dar, wenn es gilt, an einem Tag so viele Runden wie möglich
zu schaffen.
In diesem Jahr stellten sich mehrere Sportler des RSC Niederrhein aus Voerde der Herausforderung. Das
8er-Mix-Team bestand aus Daniel Kühn aus Duisburg, Miriam Leuker und Klaus Meyer aus Kleve sowie
Rebecca und Marco Sprafke, Julia Loomann und Stefan Meiners aus Voerde. Verletzungsbedingt fiel kurz
vor dem Rennen der Organisator und Teamleader Michael Schroer aus. Als Ersatz konnte kurzfristig Jule
Schwarz aus Essen engagiert werden.
Schon früh stellte sich heraus, dass die Erwartungen mehr als übertroffen werden konnten und ein
Podiumsplatz in greifbarer Nähe war. Durch ähnlich hohes Leistungsniveau innerhalb des Teams wurden
nach 24 Stunden insgesamt 68 Runden absolviert und nach einem intensiven Schlagabtausch der dritte
Platz verteidigt. Insgesamt erreichte das Team den 65. Platz von 482 gestarteten Mannschaften.
Des Weiteren erreichte Olaf Kühn als Einzelstarter einen hervorragenden achten Rang in der Klasse Single
M Master und wurde 19. von insgesamt 65 Startern. Uwe Mühmert und Heinz Barmscheidt gingen mit einem
4er-Mix-Team an den Start, mussten jedoch bald auf einen Mitfahrer verzichten und erreichten mit nur drei
Fahrern einen guten 110. Platz in der 4er-Männerwertung.

 

Quelle: 130807_RP

 

Und die NRZ hat auch noch mal nachgelegt: 130808_NRZ

Platz 3 beim RHEINPOWER 24 Stunden von Duisburg powered by MountainBIKE!!!!

Was gibt es besseres, als einen Blogbeitrag mit literarischer Hochkultur zu beginnen? Und wie schön, dass es von T. S. Eliot das längere erzählende Gedicht „The Waste Land“ gibt:

„There is shadow under this red rock,
(Come in under the shadow of this red rock),
And I will show you something different from either
Your shadow at morning striding behind you
Or your shadow at evening rising to meet you;
I will show you fear in a handful of dust“

Eigentlich könnte man die Beschreibung des 24 Stunden Mountainbikerennens in Duisburg dabei belassen – weniger ist manchmal mehr. Weil das aber vielleicht doch ein wenig kurz gegriffen ist, hier jetzt die Langfassung eines eigentlich unbeschreiblichen Erlebnisses der ganz eigenen Art: bei 30° in knallender Sonne und in kalter Nacht durch den Landschaftspark Duisburg rasen und 24h lang die eigenen Kräfte mit denen tausender Mountainbiker zu messen. Staub brennt in der Lunge und den Augen, die Beine brennen und jede Faser Deines Körpers schreit nach Schlaf. Aber Du fährtst. Und Du fährst weiter. Und Du fährst schneller. Und Du fährst Deine ganz eigene Geschichte:

Prolog

Vor längerer Zeit hatte ich mal geäußert, dass ich mir durchaus vorstellen kann, mit Julia gemeinsam das 24h-Rennen in Duisburg zu fahren. Nicht nur, weil es so in der Nähe liegt, sondern eben vor allem, weil es im Landschaftspark Duisburg Nord liegt, in dem ich schon unzählige Mal war und den ich für eine absolut tolle Kulisse halte. Eine Testrunde, die wir vor gut einem Jahr drehten, war allerdings eher ernüchternd. Aber man soll sich ja nicht abschrecken lassen: Dieses Jahr hatten wir ja recht viel trainiert und waren deutlich fitter, als noch vor einem Jahr – vor allem ich.

Als dann vor einigen Monaten Teamkollege Michael fragte, ob ich immer noch 24h fahren wollen würde, habe ich spontan Ja gesagt. Und da Michaels ursprünglich geplantes 4er Team nicht zu stande kam, baute er flux ein 8er Mix-Team auf. Wobei flux ein Euphemismus ist, denn es ist gar nicht so einfach 8 Leute zusammen zu bekommen, die dann auch wirklich fahren. So musste auch Michael kurzfristig Ersatz suchen, als zwei gesetzte Fahrer plötzlich dann doch abgesagt haben.

Am Tag vor dem Rennen dann die schlechte Nachricht: Michael hatte einen Trainingsunfall und konnte nicht starten – er hatte sich erheblich verletzt. Das war der Worst Case für ihn, denn er hatte wirklich viel Arbeit in das Rennen gesteckt und war mit Leib und Seele dabei. Und für uns war das auch ein Albtraum, denn er war einer der schnellsten Fahrer im Team. So waren wir nur noch 7.

Freitag wurde dann auch schon die „Zeltstadt“ aufgebaut und auch unsere Zelte und Pavillions standen recht schnell auf der zugewiesenen Fläche. Danach sind dann bis aus Miriam un Klaus alle noch mal nach Hause. Eine letzte Nacht schlafen. Eine letzte Materialkontrolle. Ich hatte beschlossen noch ein letztes Mal die Schwalbe Reifen (vorne Rocket Ron, hinten Racing Ralph) zu fahren, alle Akkus waren geladen, die Lampen lagen bereit, die Taschen waren gepackt und gute Nacht.

Kapitel 1 – Der Samstag

Meine Startnummer - meine Glücksnummer
Meine Startnummer – meine Glücksnummer

Samstag morgen waren wir recht früh auf den Beinen und schon um 8 Uhr auf dem Weg in den Landschaftspark. Parkplatz war kein Problem – ein Kollege von mir arbeitete beim Rennen als Verantwortlicher für die Zufahrtsstrecke und konnte mir einen Parkplatz direkt am Camp zuweisen. Also die letzten Sachen ausgeladen und ins Camp geschleppt und aufgebaut. Dann mal die Umgebung erkundet schon und schon wenig gestaunt: Irgendwas um die 2000 Fahrerinnen und Fahrer, insgesamt wohl um die 3000 Bewohner der Zeltstadt und unerwartet viele Besucher füllten den LPN schon ganz gut:

Party ohne Techno - dafür mit AC-DC
Party ohne Techno – dafür mit AC-DC

Die Organisation des Events war ausgesprochen gut. Unzählige Mitarbeiter kümmerten sich um Teams, Besucher, Fahrzeuge und die großen und kleinen Sorgen. Rettungswagen an den wichtigsten Punkten – die hoffentlich nicht viel  zu tun hatten und zahlreiche Schilder für die Orientierung. Einfach Top.

Wir haben in Sektion F campiert und waren quasi direkt gegenüber des Dusch-Containers und des WC-Containers. Was erst mal doof klingt, war gut: Es waren richtige Container, keine Dixies, die regelmäßig gereinigt wurden und die kurzen Wege habe ich echt schätzen gelernt. Außerdem konnten wir sehr gut von dort zur Wechselzone kommen und los düsen…

Um 12 Uhr eröffnete Daniel für uns und… stand erst Mal im Stau. Wie schon in den Vorjahren war die kurze Treppe das Nadelöhr und verursachte schon mal mehrminütige Zwangspausen. Abgesehen davon aber war der Rundkurs durch den LPN sagenhaft schnell, was natürlich auch an den wenigen Höhenmetern und den nicht vorhandenen technischen Trails lag.

Nach den ersten Wechseln konnte dann auch ich auf die Strecke…

Ich hatte die wenigen Anstiege in den letzten Monaten schon immer wieder geprobt, wenn ich nach der Arbeit mit dem Bike einen Umweg durch den LPN gefahren bin und das zahlte sich auch aus. Allerdings begann die erste Runde etwas anders als geplant: Die Übergabe des Staffelbandes gelang und ich war fix aus der Wechselzone heraus und auf dem Bike. Gut angetreten über den Schotterweg über die Straße, links hoch und crash.

Kaum zu glauben, an der ersten Schlüsselstelle ist mir das Rad unter dem Hintern so weg gerutscht und ich bin erst mal so richtig aufs Knie geknallt 🙁 Wieder hoch, Lenker wieder gerade gezogen, rauf aufs Bike und weiter. An der Treppe stand natürlich auch ich dann erst mal ein bisschen vor mich hin und habe die Gelegenheit genutzt, Julia anzurufen und zu bitten, schon mal die Ersatzreifen aus dem Auto zu holen: Die schon im Zillertal erprobten Conti Raceking.  Nach der ersten Runde, die leider 22 Minuten gedauert hat, habe ich dann erst mal die Reifen gewechselt. Und so viel vorab: Das war gut, weil ab da kein Problem mehr auftrat.

Überhaupt sollte sich heraus stellen, dass wir technisch sehr gut vorbereitet waren: Keine gerissene Kette, nicht ein Mal ein Platten oder ein anderer ernsthafter Defekt hat unser Team heimgesucht. Angsichts des groben Schotters und der ständigen Vollgas-Episoden eigentlich ein Wunder!

Nach der ersten Runde stabilisierten sich bei uns allen die Rundenzeiten und meine lagen dann immer zwischen 19 und 20 Minuten pro Runde. Dafür, dass ich im Vorfeld nicht gedacht hätte, dass ich bei 20 Minuten oder sogar darunter landen würde, war ich schon ein bisschen Stolz 😉 Für mich war die Strecke aber auch wirklich optimal, da ich meine beste Seite, nämlich die langen schnellen Ebenen zu fahren, gut ausspielen konnte.  Zudem wurde die Strecke immer schneller, als sich nach und nach auch an den wenigen Schlüsselstellen Fahrspuren ausbildeten.

Was schnell unangenhm wurde, waren die Bremsrillen. Ich weiss nicht, warum manche Leute auf den Abfahrten meinen, sich bremsend in den Boden eingraben zu müssen – der Strecke hat es jedenfalls absolut nicht gut getan – einige Stellen wurden recht übel, vor allem die Abfahrt vom Monte Schlacko und die letzte Kurve vor der Zieleinfahrt…

Zu meiner – und wahrscheinlich unser aller – Überraschung stand Freitag Nachmittag plötzlich fest, dass wir ums Podium fahren: Unser Team befand sich immer zwischen Platz 2 und 4 in der Wertung der Mix-Teams. Bei den Mix-Teams müssen die Frauen 30% der Gesamtstrecke gefahren sein und das war nicht von Anfang an bei den Teams so, da oft erst die Männer fuhren. Als dann aber klar war, dass es 16 Mix-Teams waren, waren wir ganz vorne dabei!

Das war um so erstaunlicher, als das sich manche aus unserem Team erst in Duisburg kennen lernten. Und wir nie zusammen gefahren waren und teilwese grundverschiedene Ausrichtungen mitbrachten: Miriam und Klaus als Langstrecken-Spezialisten, Julia als CC-Rennerin, Marco als schneller Sprinter, ich als Langstreckenroller und so weiter. Und plötzlich hieß es: Wir können auf’s Podium!

Das wichtigeste ab dem Moment war, nicht 4. zu werden. Holzklasse will keiner. Achter aus 16 oder so ist okay, aber genau so wenig wie man Letzter werden will, will man ausgerechnet das Team sein, dass sooooooo knapp am Podium vorbei ist. Mit der Motivation im Nacken ging es weiter und für mich in meine dritte Runde, die mit 19 Minuten und 12 Sekunden meine schnellste Runde werden sollte.

Und schon wurde es Nacht…

Kapitel 2 – Die Nacht der Entscheidung

Ich hatte das Glück die Runde zu fahren, in der die Dämmerung einsetzte. Mit dem Staub und der untergehenden Sonne eine wunderschöne und eigenwillige Stimmung. Und es kühlte auch merklich ab – im Laufe der Nacht bis auf 15°C. Wir wollten Nachts dann 2 Runden jeweils fahren, damit die Nichtfahrer schlafen können. Ich hab dann noch was gegessen, ein paar Freunde kamen noch zu Besuch und dann hab ich mich hingehauen. Eigentlich sollte Marco mich wecken, wenn er los fährt, weil ich seine Ablösung war, aber das ging irgendwie unter und dann…

weckte mich um halb 1 Julia, ich müsse schnell zur Strecke ich sei gleich dran. Nicht gut, aber was solls. Also raus aus dem Zelt und ab zur Strecke, wo ich dann Marco abgelöst habe, der sichtlich K.O war. Nach mir fuhr Daniel, der auch schon gut müde war und weil auch Julia, Miriam und Klaus schon müde waren, habe ich beschlossen in der Nacht mehr zu fahren – ich war inzwischen wieder fit. Also konnten alle  etwas länger pennen und ich die geilen Runden durch die stockdunkle Nacht genießen. Der Staub war wie dichter Nebel und die Stimmung an der Strecke war ausgelassen und fröhlich. Ich fand das total geil mit über 40 km/h auf den geraden Stücken in Gruppen dahin zu rasen und dann wieder rauf auf die Hügel, auf der anderen Seite wieder runter.

Die Entscheidung, mit der einen Fenix am Lenker und der anderen auf der Stirn zu fahren, lag ich Gold richtig. Während die Leuchte am Lenker die Meter vor dem Bike ausgeleuchtet hat, hatte ich mit der Stirnlampe immer dort Licht, wo mein Auge lag. Zum Beispiel in Kurven folglich ganz woanders als die Lenkerleuchte gerade ausleuchtete. Auf den Videos – die ich baldmöglichst hochladen möchte – sieht man auch sehr schön, wie das Fahrrad dann immer Lehrbuchartig dem Blick folgt. Alles richtig gemacht 😉

Waren die Runden am Tag schon toll, war die Nacht mein absolutes High-Light. Ich glaube auch, dass ich hier gar nicht wirklich rüber bringen kann, wie das ist, wenn man Nachts durch stockdunkle Abschnitte jagt und dann wieder in die bunt beleuchteten Anlagen des LPN einbiegt. Wie krass sich die eigene Wahrnehmung auf den kleinen Kreis konzentriert, den die Lampen aus der Dunkelheit herausschneiden.

Was total toll war, war dass besonders auf dem Monte Schlacko die ganze Nacht hindurch Leute Party gemacht und alle Fahrer angefeuert haben. Oft werden ja nur die eigenen Bekannten beklatscht, da wurde einfach jeder hoch- und weitergeschrien. Ganz tolle Stimmung!

Sonnenaufgang...
Sonnenaufgang…

Ich habe dann in der Nacht insgesamt 6 Runden gedreht und hatte auch das Glück der beiden Runden die in den Sonnenaufgang führten. Allerdings war meine 6. Nacht-Runde gefühlt die, die mir den Rest gegeben hat und die Zeitauswertung gab dem Recht: +45 Sekunden im Vergleich zur Vorrunde. Aber inzwischen waren auch alle anderen wieder fit, Becci mit Kaffee auf dem Weg und ich konnte in die Pause gehen, die auch bitter nötig war.

Kaptiel 3 – Der Sonntag

Sontag war toll – vor allem als dann die Sonne raus kam und die Kühle der Nacht aus den Knochen und Klamotten verdrängt hat. Wir waren schließlich zu Acht, als uns Jule noch verstärken kam und schon auf ihren ersten beiden Runden für uns absolute top Zeiten gefahren hat. Aber auch die anderen standen ihren Mann oder ihre Frau und lieferten wieder gute Ergebnisse und es wurde immer deutlicher, dass die Frage nicht mehr war Dritte oder Vierte zu werden, sondern Zweite oder Dritte.

Nachdem ich dann vormittags noch eine Runde absolviert hatte, nahm mich das Team aus dem Rennen. Ich hatte zu dem Zeitpunkt mit 12 Runden und mehr als 4 Stunden auf der Strecke schon die Höchstmarke gesetzt – wenn auch nicht die Bestmarke, das Rennen ging an Daniel mit bombastischen 18 Minuten und 25 Sekunden, kurz vor Marco und Jule.

Mit dem Erfolg, kommen die Frauen... ;-)
Mit dem Erfolg, kommen die Frauen… 😉

Die letzten Runden fuhren dann Julia, Marco, Jule und Daniel, die wirklich noch mal so weit über die Grenzen dessen hinaus gewachsen sind, was ich persönlich für möglich gehalten hatte. Und dann war es amtlich: Platz 3 in der 8er Mix-Wertung.

Das ist schon ein tolles Gefühl, wenn man ohne wirkliche Erwartung zu einem solchen Rennen fährt und in einem so großen Startfeld ohne wirkliche Vorbereitung dann aufs Treppchen darf. Entsprechend groß war auch die Freude bei allen – wenn auch langsam die Müdigkeit sich auf die Stimmung schlug. Ich wäre beim Warten auf die Siegerehrung schon fast eingenickt 😉

Als wir dann unsere Preise und Medallien hatten, wurden die Zelte abgebaut, alles Material verstaut und alle waren müde aber irgendwo auch sehr zufrieden.

Epilog

Wenn  man mich heute fragen würde, ich würde sofort für nächstes Jahr wieder zusagen. Mir brennen immer noch die Augen vom Staub der Strecke und meine Lunge fühlt sich an wie mit einer schweren Bronchitis aber das geht vorbei. Bleiben wird der Stolz, als Teil eines wirklich tollen Teams unvermittelt den dritten Platz in einem wirklich starken Feld gewonnen zu haben.

Ganz besonders habe ich mich über die zahlreichen Menschen gefreut, die uns auch am Zelt besucht haben. Sowohl Mitfahrer aus anderen Teams, als auch Freunde und Verwandte. Wobei man an der Stelle Julias Eltern ganz dick hervorheben muss, die uns Abends mit süßen und herzhaften Backwaren beglückten und am nächsten Tag sogar nach Hause gefahren haben, damit wir nicht mehr selbst an Steuer mussten. Und auch Claudia, die morgens frische kalte Getränke und massig belegte Brötchen vorbei brachte und uns damit den Morgen rettete… Auch „unseren“ Einzelfahrer sollte man noch erwähnen: Olaf, Daniels Vater, hatte nicht den besten Start als Einzelstarter, weil er zwischendurch das Rennen unterbrechen musste – und hat es Ende doch noch auf einen sensationellen achten Platz geschafft.

Für mich war das 24h-Rennen eine andere Grenzerfahrung als z. B. das Zillertal, weil ich hier über einen sehr langen Zeitraum Energie abrufbereit halten musste, die sich dann möglichst schnell entladen musste. Sowas hatte ich noch nie gemacht – aber Dank meiner „Trainerin“ war es überraschend gut.

Das einzige abschlossene Bike...
Das einzige abschlossene Bike…

So und jetzt ist es Zeit für einen tiefen Kniefall vor meinem Team:

  • Michael Schroer als Teambuilder, Manager, Supporter und verletztem Nichtfahrer muss der größte Teil an Dank zugesprochen werden, weil er es war, der nie aufgegeben hat, ein Team auf die Beine zu stellen und offensichtlich genau die richtigen Leute zusammen geholt hat. Danke, dass Du das alles möglich gemacht hast!
  • Vielen Dank an Daniel, der ein echter Racer ist und gemeinsam mit Marco und Julia viele wichtige Minuten gut gemacht hat, die uns letztlich schon so früh im Rennen an die Spitze katapultierten.
  • Miriam Leuker und Klaus Maier, die spontan die Plätze 7 und 8 besetzt haben und damit das Team vervollständigt haben. Sie waren die ganze Zeit über super drauf und selbst als die Belastung am größten war, immer entspannt. Danke, dass Ihr dabei gewesen seid!
  • Rebecca und Marco Sprafke mit Fabian, die reichlich Erfahrung mitgebracht haben und schon im Vorfeld wußten, worauf wir achten müssen und was wir erleben würden. Danke dafür, dass Ihr uns so unterstützt habt!
  • Jule Schwarz,  die spontan am Sonntag noch einstieg um den Ausfall von Michael zu kompensieren und mit ihrer Erfahrung und ihrer Leistung einen großen Teil zum Erfolg beigetragen hat und mit ihrer lockeren Art auch dafür gesorgt hat, dass wir einen Teil der Anspannung und Erschöpfung erfolgreich verdrängen konnten.
  • Und natürlich tausend Dank an Julia, die sich von mir hat überreden lassen mitzufahren und dann natürlich eine große Stütze für mich war – und selbst auch sehr erfolgreich gefahren ist.

… ich kann gar nicht sagen wie toll es ist, in einem solchen Team gemeinsam zu kämpfen!

Die WAZ zu dem Rennen:

http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/24-stunden-sport-und-party-id8274390.html

WAZ-Fotostrecke mit Bildern auch von uns:

http://www.derwesten.de/fotostrecken/landschaftspark-nord-img1-id8273309.html

Best-Of-Fotos vom Sportograf:

http://www.sportograf.com/bestof/2094/index.html

Messbare Trainingserfolge: Die Pulskurve

Ich habe eigentlich immer beim Sport eine Pulsmesser dabei, der mir zumindest Maximal- und Durchschnittspuls liefert. Und gerade habe ich mal nachgeschaut, wie sich das so über das letzte Jahr verhalten hat:

Pulsmessung
Pulsmessung

 

Was man da sehr schön sehen kann ist, dass ich mit einem relativ hohen Puls ins Training im Oktober 2012 (1) eingestiegen bin – und das mein Puls binnen eines Quartals fast 20 Schläge in der Minute ruhiger wurde – beim Training wohlgemerkt. Dann kam der März (6) und der Trainingsplan von Steffi und man sieht: Raus aus der Routine des Fitnessstudios und rauf auf’s Bike macht schon einen Unterschied.

Aber auch da die Abwärtsbewegung im ersten Quartal.

Dann kam der Juni (9) als letzte Vorbereitung auf die Zillertal Bikechallenge und der Spike spricht wohl für sich. Ebenso, dass ich aus dem Zillertal kommend sofort im Juli (10) einen Gang runter geschaltet habe – aber das Training konstant weitergeführt habe.

Ich bin mal gespannt, wie das in den nächsten Monaten weitergeht…

Training im Juli

Der Juli war geprägt von der Zillertal Bikechallenge am Anfang und dem Training für das 24h-Rennen in Duisburg Anfang August.

Während dessen habe ich 18 Mal auf dem Bike oder dem Spinning-Bike gesessen und 632km in 37 Stunden und 48 Minuten bewältigt. Das ist etwas fehlleitend, weil bei der Zeit natürlich auch die Spinning-Sessions enthalten sind, bei denen ich keine Kilometer mache.

stat runtastic Juli13

 

Im Detail sieht das dann über das Jahr verteilt so aus:

Gesamtdauer
Gesamtdauer
Zurückgelegte Strecke
Zurückgelegte Strecke
Höhenmeter Aufwärts
Höhenmeter Aufwärts
Anzahl der Sessions
Anzahl der Sessions