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Es hätte so schön sein können…

Ich wollte meinem Rad – und damit mir, heute was Gutes tun und habe den Alu- gegen einen Carbon-Lenker getauscht. Das ging schneller als erwartet und brachte eine (für Anbauteile) relativ hohe Gewichtsersparnis:

Alt:

Alu...
Alu…

 

 

 

 

 

 

 

 

vs. Neu:

Foto 3

 

 

 

 

 

 

100 Gramm weniger, das ist einiges. Und der Wechsel ging schnell und Problemlos von statten. Und hier würde ich eigentlich gerne aufhören zu schreiben. Aber… naja… blöd das nicht immer alles Gut und Glatt läuft.

Julia hat mich dann gefragt, ob ich an einem ihrer Räder mal eben einen Flaschenhalter montieren kann. Klar, das geht ja fix, sind ja nur zwei Schrauben. Und da ein Bild ja immer mehr als tausend Worte sagt:

Eine Schraube ist eine Schraube ist eine Schraube... es sei denn sie bricht entzwei...
Eine Schraube ist eine Schraube ist eine Schraube… es sei denn sie bricht entzwei…

Und jetzt ratet mal, wo die andere Hälfte der Schraube steckt… *gnaaaahhhh*

 

Gutes noch Besser

Nachdem wir ja Julias Bike haben vermessen und optimieren lassen, war es nur logisch, dass ich mich auch in die Hände von Bergetappe und Anna begebe. Mit dem Ergebnis hätte ich allerdings in der Form jetzt so nicht gerechnet.

Mir war klar, dass ich noch nicht optimal auf dem Bergamont Revox 9.3 sitze.  Zwar saß ich nie schlecht und habe auch gute Zeiten gefahren, trotzdem war da immer das Gefühl, dass es noch nicht so ist, wie ich es gerne hätte. Plus, und hier kommen wir zu dem eigentlichen Problem: auf langen Touren ist mir immer die linke Hand eingeschlafen. Also auf zu Anna, mal checken lassen.

Nach ungefähr 4 Stunden war soweit klar, dass an meinem Rad eine ganze Menge mehr gemacht werden muss, als bei Julia:

Zunächst flog die Sattelstütze runter. Die BGM-Stütze hatte einen Versatz, mit dem ich zu weit nach hinten gekommen bin und nicht zentral genug über dem Tretlager saß. Rein kommt eine Turativ-Stütze von SRAM, allerdings aus Alu, nicht aus Carbon. Man könnte sagen ich war zu geizig, andere sagen, dass mein Gewicht im Gelände für Carbon-Stützen eine echte Herausforderung ist. Sucht Euch was aus 😉 Die Sitzposition musste zudem ganze 4(!) cm angehoben werden.

Auch der Fizik-Tundra2-Sattel musste dran glauben: Ich hatte das Gewicht nicht auf den Beckenhöckern, sondern auf dem Damm und konnte keine Sitzposition finden, die wirklich passte – das kann ich vom Gefühl her sagen, die Druckfolien-Analyse wußte das aber sehr deutlich zu unterstreichen. Nachdem wir dann zahlreiche Sättel von SQ-Lab, Selle und so weiter ausprobiert haben, war es dann doch wieder ein Fizik, der perfekt passte: Fizik Aliante.

Meine Cleats mussten komplett anders eingestellt werden, um das Knie zu entlasten. An den Füßen trage ich auf Rennen die Shimano SH-M162 mit speziellen Einlagen, die ich mir bei der Firma Schürmann Orthopädischuhtechnik anpassen lasse.  In der Kombination konnte Anna dann in gefühlten 100 Anläufen meine Füße so auf die Pedale schrauben, dass ich kaum noch aus dem Oberschenkel treten muss – eine spürbare Erleichterung, vor allem mit der neuen Sitzposition!

Nachdem die hintere Hälfte damit erledigt war, ging es ans Cockpit. Und das war schon fast problematisch: Denn um mir gerecht zu werden, bräuchte ich für Marathon-Rennen eigentlich einen deutich schmaleren Lenker (fast wie bei meinem Rennrad). Das würde aber zu einem deutlichen Nachteil bei den gelegentlichen CC-Rennen führen. Gleichzeitig müsste mein Lenker 9, besser 12° gekröpft sein. Damit würde mein linkes Handgelenk so entlastet, dass die Narbe von der OP, die ich dort habe, so entlastet würde, dass es nicht zu einem Karpaltunnelsyndrom kommen kann. Gleichzeitig müsste aber mein Vorbau auch noch länger werden (110 statt 100 Milimeter) was in der Summe zur Folge hätte, dass ich mit der hohen Sitzposition und dem tiefen Lenker so säße, dass meine Lunge nicht mehr die volle (Reserve-)kapazität ausnutzen würde.

Hmmm. Klassisches Trade-Off: mehr Luft = mehr Last auf dem Handgelenk. Weniger Last = weniger Luft.

Der erhoffte Mittelweg sind jetzt die GS2-Griffe von Ergon, die auf der einen Seite meine Handgelenke entlasten sollen und die mir auf der anderen Seite erlauben, den Lenker (erst mal) zu behalten.

So bin ich dann deutlich länger bei Anna auf dem Prüfstand gewesen und vermutlich hat noch nie einer der Kunden so viele Fragen in den Bauch gefragt, wie ich. Aber sie hat sich die Zeit genommen, mir so lange zu erklären und zu zeigen, was ich wissen wollte, dass ich am Ende (hoffentlich) deutlich schlauer den Laden verlassen habe, als ich ihn betreten hatte.

Und jetzt?

Jetzt muss ich bis Dienstag warten, bis alle neuen Teile da und montiert sind. Aber dann… ich sach mal „Ruhrbike Maarathon ich komme!“

Sitz, passt, wackelt und hat Luft

Julias Cube passt ziemlich gut zu ihr. Trotzdem gab es das eine oder andere Zipperlein, dass nach Korrektur schrie. Doch wie, wenn man nicht selbst der Experte ist? Da traf es sich gut, dass wir auf der Bike-Messe Essen Anna von Bergetappe kennengelernt haben.

Wer Bergetappe nicht kennt: Das ist ein ganz entzückender Bike-Laden in Essen, fernab vom großen Trubel. In einem umgebauten alten Kino mit riesen Räumen haben Anna und ihr Mann Stephan eine echte Perle von Bikeshop aufgezogen. Und während Stephan sich bei unserem Besuch um Technik kümmerte, nutzt Anna ihre medizinische Qualifikation, um beim Bikefitting Menschen mit ihrem Rad zu verschmelzen. Relativ schnell war klar, dass bei Julia einiges im Argen lag. Also rauf auf die Rolle und warm treten. Immer unter den kritischen Blicken der Ärztin und Sportlerin.

Foto 1

Ziemlich schnell war klar, dass Julia alles andere als ergonomisch oder auch nur bequem auf dem Rad sitzt. Sattelhöhe, Sattelposition, vor allem der Sattel selbst, die Stellung der Cleats, alles war nicht so, wie es hätte sein können. Oder sollen. Aber das ist ja schließlich auch der Grund warum man zu Bergetappe fährt 😉

Nach dem Ausprobieren zahlreicher Sattel von SQ, Selle und anderen war es schließlich ein Fizik-Sattel, die den besten Kompromisse aus Bequemlichkeit und Effizienz erzielte. Die Einstellung der Cleats war dann mit Detailarbeit verbunden, aber problemlos. Am Lenker und Vorbau muss nicht viel gemacht werden, so lange der Fokus auf CC-Rennen liegt. Und nach ein paar Stunden konnte Julia dann ihr perfekt ausgemessenes und eingestelltes Rad wieder mit nach Hause nehmen.

Foto 2

Jetzt bleibt das Warten auf das nächste Rennen, dass zu fahren ist. Und dann werden wir mal schauen, wie es hinterher aussieht. Der erste Eindruck ist jedenfalls der, dass man sich hinterher fragt, wie man vorher überhaupt auf dem Fahrrad gesessen hat. Die Details sollen hier keine Rolle spielen – nur so viel: Wenn man Anna dabei zusieht, Fehlstellungen zu demonstrieren, ist Grinsen garantiert.