Archiv der Kategorie: Technik

Garmin Edge 820 – 1st Hands on

Gestern kam endlich das lang ersehnte Paket aus England: Garmin schickte uns einen Edge 820 und obwohl gestern keine Rad-Tour geplant war, war es durchaus angebracht, schon mal damit zu spielen.

IMG_8330Etwas irritierend ist, dass auf dem wertigen Karton steht „actual size“. Ist der wirklich so klein? Ja ist er, klein und knubellig kommt er aus dem Karton.

Der Edge 820 ist deutlich kleiner als der 810er (auch das Display), erfreut aber mit einem hellen, gut ablesbaren und farbenfrohen Bild.

Garmin selbst schreibt, dass der Edge820 endlich den Touchscreen mit sich bringe, auf den ich gewartet habe. Und genau hier kommt der erste Wehmutstropfen:

Das Display des Edge 810 war ebenfalls schon mit Handschuhen zu bedienen und reagierte sehr feinfühlig auf Druck mit dem Finger. Der Edge 820 dagegen kommt einem vor wie ein hyperaktives Kind, denn der kapazitive Touchscreen reagiert schon bevor der Finger aufliegt.

Warum das Display kleiner ist als beim 810er und warum Garmin es immer noch nicht schafft, Geräte ohne fetten schwarzen Plastikrand um das Display zu bauen, bleibt allerdings ein Geheimnis.

Ganz übel ist, wenn man mit großen Händen den Garmin in der einen Hand hält und mit der anderen Bedienen will: man drückt überall, nur nicht da wo man will. Mit einer Hand geht es besser, ist aber definitiv eine Sache der Übung.

Das Menü gliedert sich scheinbar offensichtlich in 3 Hauptpunkte plus IQ und das Systemmenü. Hier kommt dann wieder Garmin zum Vorschein, denn wie schon seit eigentlich immer ist die Software der Haken an der Technik.

Der Edge 820 versucht alles richtig zu machen und damit geht alles schief. Hier ein paar Beispiele:

  • Ich wollte aus dem Garmin Connect-Store gerne „Edge6“ installieren. Das geht auch, nur taucht dann unter IQ nix auf. Denn es handelt sich um ein Datenfeld, dass man nur im Menü der Aktivitäten aktivieren kann. Unter IQ gibt es nur Apps, für das Edge 820 hat mir der Store aber keine Apps angeboten. Also ein Menü ohne Inhalt und ohne Möglichkeit es auszublenden.
  • Das Einrichten eines Notfall-Kontakts für den Unfall-Sensor verwirrt mit einer deutsch-englischen Nachricht, dass man dafür erst einen Kontakt in der Garmin-App auf dem Handy anlegen möge. Dort findet man aber keine solche Funktion. Des Rätsels Lösung ist, dass man Handy und App verbinden muss, dann auf dem Garmin Edge die Funktion für den Notfall-Kontakt startet, darauf hin auf dem Handy die Frage auftaucht ob man einen neuen Kontakt anlegen möge. WTF?
  • Um die Handy-Features zu nutzen, reicht es nicht, den Garmin mittels Bluetooth mit dem Handy zu koppeln. Das ist nur für die „Basis-Funktionen“ wie z. B. automatische Uploads. Will man auch die Anrufanzeige nutzen, muss man eine zweite(!) Bluetooth-Verbindung einrichten.
  • Ankommende Anrufe und SMS werden zwar auf dem Display angezeigt, nur damit machen kann man nix (z. B. mit einer voreingestellten SMS „Bin beim Sport“ antworten. Auch der Aufruf der Nachrichten ist anders als beim GPSmap64 nicht über die Power-Taste möglich.

Wie das so bei Garmin ist, wird nach und nach vieles davon sicher besser. Wir sprechen uns noch mal in einem Jahr 😉

Was nicht besser werden wird, sind die Design-Fehler:

IMG_8331Unten auf dem Gerät seht ihr die Lap- und die Start-/Stop-Taste. Oder glaubt sie zu sehen, denn das was aussieht wie Sensortasten sind nur Bilder, die auf die vor dem Gerät liegenden Knöpfe hinweisen.

Die sind auf dem Rad natürlich deutlich umständlicher zu erreichen als Tasten die wie beim Edge 810 oben auf liegen.

Die eigentliche Krux ist aber der USB-Anschluss. Hier hat Garmin nicht nur ohne Not auf schnell sterbende Micro-USB-Buchsen gewechselt. Viel schlimmer ist, dass der Anschluss unter dem Gerät in der Nähe der Halterung ist. Das bedeutet, dass bei z. B. 24h-Rennen ein Akku-Pack nicht mehr angeschlossen werden kann, wenn der Garmin am Lenker festgemacht ist.

Kommen wir aber mal zu  den guten Nachrichten:

Die Ersteinrichtung geht relativ schnell, vor allem weil man das eingebaute WLAN-Interface am PC einrichtet und den WLAN-Key nicht über den furchtbaren Touchscreen eingeben muss. Die Nachrichten für den Start-Screen werden wie eh und je in der Text-Datei abgespeichert und jenseits der augenfälligen Neuerungen ist ein Edge ein Edge und bleibt ein Edge.

Sehr schön ist, dass Garmin von der bisherigen Produktpolitik abweicht, die Karten für teuer Geld extra zu verkaufen. Das Edge 820 kommt mit einer Routingfähigen Bike-Karte für Europa vorinstalliert.

In den nächsten Tagen wird das gute Stück jetzt auf Herz und Nieren getestet. Und zwar nicht mehr am Schreibtisch, sondern draußen. Denn das ist ja, was zählt 🙂

 

Edith sagt: Fehler beim USB-Anschluss behoben. Danke Markus.

TIL: Strava in der Städteplanung

Im Internet steht TIL für Today I Learned. Und meine Lektion des Tage ist:

Was ich vor einem halben Jahr vorschlug….

Wie wäre es denn, wenn Strava die anonymisierten Daten seiner Fahrer für (kleines) Geld an Kommunen verkaufen würde, damit diese ihre Radwege-Planung anpassen können?

…wird aktuell von fast 80 Städten und Metropolregionen umgesetzt:

Horvath said 76 cities and regions around the world were now using Strava Metro data, including Glasgow, Reykjavik, Stockholm and Brisbane. “It helps show the return on investment, on the tax dollars being used by authorities for things like cycle lanes,” he said. “They want to be able to show this was money well spent, or to learn that there was something they could have done better.”

Nicht schlecht, Herr Specht!

Es sind komische Zeiten…

… wenn ausgerechnet der Allgemeine Deutsche  Automobil-Club zum Vorreiter der Fahrradcommunity wird. No Pun Intended.

Tatsächlich ist es so, dass der ADAC in Münschen ab Ende April auf Fahrräder setzt, um schnell und zuverlässig Pannenhilfe betreiben zu können:

Das ist auf so vielen Ebene erstaunlich, dass man gar nicht weiß wo man anfangen soll.

Enden will man auf jeden Fall dabei, dass der ADAC dann bitte gemeinsam mit dem ADFC auch Pannenhilfe für Räder anbieten sollte. Und natürlich das auch andere Großstadtversorger erkennen, dass (e-)Bikes das Fortbewegungsmittel der Zukunft sind. 🙂

Übrigens, der ADAC selbst beschreibt das so:

Ende April wird die ADAC-Straßenwacht ein E-Bike-Pilotprojekt in Berlin und Stuttgart starten. Grund für den Einsatz von jeweils zwei E-Bike-Pannenhelfern in den beiden Städten: Im staubelasteten innerstädtischen Verkehr will der ADAC prüfen, ob er mit E-Bikes besonders schnell agieren kann. Geschwindigkeit und Flexibilität in der Pannenhilfe sowie umweltfreundliche Mobilität stehen bei diesem Projekt im Vordergrund.

Das Elektrofahrrad verfügt über einen auf die Bedürfnisse der ADAC-Pannenhilfe entwickelten Anhänger mit hydraulischer Bremse. Er kann bis zu 70 Kilogramm Werkzeug aufnehmen. Ein großer Teil der Ausrüstung entspricht der des Pannenhilfe-Pkw des ADAC; allerdings können keine schweren und sperrigen Gegenstände wie Wagenheber oder Batterien mitgeführt werden.

Durch den Einsatz von E-Bikes in der Innenstadt erhofft sich der ADAC einen Zeitvorteil. Der Erfolg des Projekts hängt unter anderem von der richtigen Auswahl der Pannen ab, die per Elektrofahrrad betreut werden können. Dies geschieht im engen Austausch zwischen Pannenhelfer und Disposition. Die Auftragsübermittlung an den Helfer auf zwei Rädern erfolgt über die gleichen Kommunikationsmittel wie im ADAC-Pkw. Hierzu gehört auch ein Tablet-PC, der am Lenkrad des E-Bikes montiert ist.

Quelle: ADAC Presse

Alternativsport Klettern und Klettersteiggehen

Im Winter 2014/2015 haben wir ja das Top-Rope-Klettern für uns als Alternativsport für die dunkle Jahreszeit entdeckt.  Und im Sommer 2015 kamen dann Freunde auf die Idee, uns mal das Klettersteiggehen nahe zu bringen – das man praktischer Weise im der Anlage des DAV Duisburg im Landschaftspark Duisburg Nord trainieren kann.

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Ein Meter über dem Boden ist alles noch ganz leicht 😉

Im Zuge der Überlegungen, dass wir Klettersteige gerne auch in die Bike-Urlaube einbauen wollen (z. B. diesen Sommer in Leogang) habe ich überlegt, dass ich das ja mal „professionalisieren“ könnte – also weg vom autodidaktischen „das werd ich schon irgendwie schaffen“ hin zum trainiereten „ich weiss wie es geht“.

Erfreulicherweise sind die Kursgebühren für die entsprechenden Fortbildungsangebote sehr moderat – angsichts dessen, dass wir ja eh Mitglieder sind. Und so habe ich mich mal für verschiedene Kurse zum Klettersteiggehen und Outdoorklettern angemeldet.

Ein bisschen unschön ist, dass für den ersten Kurs am Ostersamstag meine Erkältung dazwischen kam. Was also tun? Angesichts dessen, dass ich keine lange Leistung aufbringen könnte um z. B. Rad zu fahren, war es fraglich ob es Sinn macht, den Kurs zu besuchen.

Achtung Stau!
Achtung Stau!

Auf der anderen Seite war abzusehen, das ein Anfängerkurs vermutlich eher langsam voran kommen wird. Und deswegen habe ich mir gedacht: Ach gehste mal.

Die Entscheidung war auch perfekt. Nicht nur weil das Wetter unfassbar gut gewesen ist. Sondern weil ich eine sehr lustige Truppe mit 6 anderen erwischt habe. Eine Teilnehmerin ist direkt am Anfang ausgestiegen und so waren wir dann zu 5 mit einem Trainerpaar unterwegs. Und hatten eine Menge Spaß.

Wetterbedingt war allerdings die Hölle los. Und so kam es ab und an auch mal zu Stau, den ich zur Erholung nutzen konnte. Und manchmal waren wir der Stau 😉

Nicht runter gucken!
Nicht runter gucken!

Wir haben die Elemente erklettert, die wir schon im Sommer mal getestet hatten. Zusätzlich aber auch schwierigere Elemente wie frei hängende Stahlseile oder Klettersteige im Schwierigkeitsgrad C/D – wir sind bis Dato über B nicht hinaus gekommen.

Am Ende der 3 Kursstunden kann ich sagen, dass es eine ziemlich gute Idee war. Natürlich hatte ich an den schon bekannten Stellen weniger Schwierigkeiten als die Komplett-Neueinsteiger. Aber auch dort gab es immer wieder nützliche Tips und Tricks. Besonders gut war ein Tip für die von mir so gehasste Leiter am Gipfelkreuz – wenn man weiß wie ist es eigentlich ganz einfach und ich hätte mich nie so anstrengen brauchen 😉

Jetzt freue ich mich auf den Fortgeschrittenen-Kurs und die noch kommenden Kurse für das Outdoor-Klettern. Und demnächst wollen wir dann mal am Mittelrheinsteig proben – damit dann im Sommer zum Beispiel der Adolari-Klettersteig oder die Zahme Gams unseren Urlaub perfektionieren.

Und das langfristige Ziel heißt eh: Furnivia del Furggen  – weswegen dann vermutlich in 2017 Alpin-Kurse folgen werden 🙂

Bikefitting bei gebioMized

Nachdem ich mit meinem Trek Rennrad ja schon im August bei Anna von Bergetappe gewesen bin, war es an der Zeit Julias Trek optimieren zu lassen.

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„Warnschild“ am Eingang zum Bikefitting

Und da immer das Gleiche auch langweilig ist, sind wir mal zu gebioMized in Münster gefahren.

GebioMized ist ein Spin-Off der Uni Münster, das sich der Optimierung der sportlichen Biomechanik verschrieben hat. Und soviel kann man sagen: Der Ruf ist extrem gut.

Pünktlich zum vereinbarten Termin empfing uns Lotte, Physiotherapeutin und Bikefitterin zu einem Kaffee und Vorbereitungsgespräch. Dabei nahm sie sich viel Zeit um im Detail die Historie von Julia auf dem Bike zu erfragen und die Probleme zu ermitteln.

Anschließend maß sie zunächst das Bike und Julia ein. Dabei konstatierte sie Edelhelfer, einem unserer Dealer, nicht nur eine passende Geometrie und Größe für Julia ausgewählt  zu haben, sondern auch eine möglichst gute Einstellung von Sitzhöhe, Versatz etc. vorgenommen zu haben.

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Julia, partiell verkabelt.

In den dann folgenden gut anderthalb Stunden konzentrierte sich sich nur noch auf die „Problemzonen“ von Julia.

Hierbei folgte sie einer Theorie (die sich letztlich als zutreffend erwies) und erklärte sehr ausführlich nicht nur die angenommene Ursache, sondern auch mögliche Arten damit umzugehen.

Überhaupt kann man sagen, dass Lotte sehr gut und ausführlich jeden einzelnen Schritt beschrieben hat und dabei nicht den Eindruck machte als würde sie irgendwas „mal eben“ machen. Alles schien wohl überlegt und durchdacht.

Und führte, zumindest in der Messung, relativ schnell zu einer Verbesserung der Situation. Daraus wiederum leitete sie einen Stufenplan ab, mit dem Julia jetzt versuchen kann, weiter an das Optimum heran zu rücken.

Was dabei völlig fehlte war der Versuch, uns irgendwas zu verkaufen. Weder die Maßsättel, für die man dort bekannt ist, noch irgendwelche Anbauteile. Es gab zwar Ratschläge (z. B. ein schmalerer, kompakter Lenker), aber keine wirklichen „Nimm dies, kauf das.“

Nach etwas mehr als 2 Stunden sind wir dann wieder aufgebrochen und ich muss sagen, dass die Beratung in nichts der von Bergetappe qualitativ zu unterscheiden war. Beide Fitterinnen kamen zu dem gleichen Ergebnis, Anna durch Ansehen, Lotte durch messen. Beide empfahlen im Grunde die gleich Maßnahme, bei Lotte allerdings deutlich detaillierter.

Das Fitting bei Bergetappe ist deutlich technik-lastiger und verkaufsorientierter als bei gebioMized. Dafür muss man natürlich nach einem Besuch in Münster selber einkaufen und umbauen, was in Essen halt direkt „live“ passiert.

Wenn ich jetzt eine Empfehlung geben müsste, würde die so aussehen:

Wer ein neues Bike braucht und ein möglichst passendes haben will oder eines gekauft hat das von Grund auf angepasst werden muss: Bergetappe wäre meine Wahl.

Wenn es dagegen darum geht, von einem guten Stand aus eine weitere Steigerung zu erzielen und man dabei nicht zurück auf Start will, ist gebioMized sicherlich eine gute Wahl.

Bei beiden gibt es übrigens hervorragenden Kaffee 😉

Tacx CP20 – kann nicht mal was funktionieren???

Regelmäßige Leser wissen nicht nur, dass wir im Winter auf einer Rolle von Tacx trainieren, sondern das mich mit dem Teil eine Hassliebe verbindet. Allerdings scheint das für alle Tacx-Nutzer zu gelten 😉

Inzwischen ist die Tacx Trainer Software 4 aber tatsächlich brauchbar und die gefühlt eine Million Updates haben was gebracht. Über die Update-Funktionalität sprechen wir dabei lieber nicht.

Dafür habe ich jetzt mal wieder ein neues Problem:

Beim Tacx-eigenen CP20-Test passiert folgendes: Ich kann den Test problemlos zu Ende fahren und es erscheint eine Checkbox „Test erfolgreich blablabla wollen Sie das Ergebnis speichern“. Doch bevor ich irgendwas machen kann, geht darüber eine neue Box auf: „Test ist fehlgeschlagen, machen Sie noch einen.“

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Das ist natürlich super duper ärgerlich, weil beim Klick auch OK auch die darunter liegende Erfolgsmeldung gelöscht wird. Und natürlich taucht der Test nicht im Analysemodul auf und natürlich wird der getestete Schwellenwert nicht übernommen. Gut, wenn man den vorher gesehen hat.

Beim ersten Mal hatte ich den Verdacht, dass es daran lag das ich nach dem offiziellen Ende noch ein wenig pedaliert habe. Heute habe ich dann drauf geachtet, Punktgenau zum Ende zu kommen. Ergebnis ist das Gleiche, daran liegt es also nicht.

Jetzt habe ich den Verdacht, dass ein „altes“ Problem aufgetaucht ist: Das WLAN im Keller ist eher instabil und vor einigen Versionen war es so, dass Trainings abgebrochen wurden, weil kein WLAN verfügbar war (wenn es beim Start verfügbar war). Startete man ohne WLAN kam es zu keinen Abbrüchen.

Natürlich hat Tacx beteuert, dass während des Trainings keine Daten übertragen werden. Aber das Problem war dann 2 Updates später wie von Zauberhand verschwunden.

Ich habe jetzt mal einen Fehlerbericht an Tacx geschickt und um Analyse gebeten. Natürlich wird man mitteilen, dass es nicht am Internet-Access liegen kann und natürlich wird man mir nicht mitteilen ob und wann man das Problem behebt. Ich warte einfach 2 Updates 😉

Was mich interessieren würde: Kann das Problem von Euch jemand nachvollziehen?

Oder funktioniert der CP20 bei Euch? Wenn ja, mit aktiver Internetverbindung? Würdet Ihr ggf. mal ausprobieren einen Test zu fahren und während des Tests das Internet kappen?

Good Bye runtastic

Nach vielen Jahren der aktiven Nutzung, die meiste Zeit davon als zahlender Kunde, habe ich soeben meinen runtastic-Account gelöscht.

Schon vor einigen Monaten habe ich die Premium-Mitgliedschaft gekündigt und hatte darüber auch einen längeren Mailverkehr mit dem „Support“. Ursache meiner Statusänderung war im Wesentlichen, dass…

  • Runtastic mich immer und immer wieder damit genervt hat, es doch mit Facebook zu verbinden,
  • keine neuen Funktionen kamen, dafür aber auch alte Fehler (z. b. bei den Höhenmetern, der Änderung von Sportarten bei den Rekorden etc) nicht abgearbeitet wurden,
  • mir aber ständig irgendwelche Produkte zum Kauf angeboten wurden.

Die Statistiken sind jedoch auch bei den Standard-Nutzern besser als alles, was Strava bietet. Deswegen wäre ich gerne weiter da geblieben. Bis ich mich heute angemeldet habe. Oder es versucht habe.

Startseite: Werde jezt Premium-Kunde und spare 30%! Nur noch heute.

Weggeklickt.

Vollbild: Werde jetzt Premium-Kunde und spare 20% und nutze Trainingspläne für 100€ kostenlos.

Irgendwie nach etlichen Versuchen weg bekommen. In meinem Profil:

Fetter „Leuchtbanner“: Werde heute Premium-Kunde und spare 25%. Paralle dazu über meinen Aktivitäten das gehasste „Kaufe diesen Brustgurt jetzt und spare“-Fenster.

Ich sag mal so: So schnell habe ich selten meinen Account bei einem Anbieter gelöscht. Natürlich erst im zweiten Anlauf, denn im Ersten hieß es, wie so oft bei Runtastic: „Ups, something went wrong“… und danach war alles auf Französisch 😉

Ehrlich Leute, wenn Ihr mein Geld wollt, dann kriegt Euren Kram zusammen und hört auf mich so zu nerven. Kümmert Euch um meine berechtigten Anliegen und respektiert meine Wünsche.

Ich kann mein Geld nämlich auch hervorragend woanders ausgeben…

Strava in der Städteplanung?

Mal wieder so ein „was wäre eigentlich wenn“-Gedankenspiel. Angestoßen durch einen Artikel im Guardian:

Wie wäre es denn, wenn Strava die anonymisierten Daten seiner Fahrer für (kleines) Geld an Kommunen verkaufen würde, damit diese ihre Radwege-Planung anpassen können?

Das Strava technisch dazu in der Lage ist, steht außer Frage. Die Funtkion „Heatmaps“ erlaubt ja jetzt schon die eigenen gefahrenen Strecken nach Häufigkeit sortiert grafisch darzustellen:

heatDiese Informationen von all den Millionen GPS-verdateten Radfahrern könnten tatsächlich ein ziemlich genaues Bild über die Routen liefern, die sich für Radfahrer auszubauen lohnt.

Damit „bewaffnet“ könnten Städteplaner dann allerhand anstellen um den Rad- und Autofahrern das Leben so angenehm wie möglich zu machen: Sicherung der Wege, Ampelschaltungen und auch der Ausbau oder gar Rückbau von Strecken ließe sich so planen.

Natürlich erwischt man damit nicht alle, vor allem im Bereich der Schulpendler dürfte hier eine große Daten-Lücke herrschen. Auf der anderen Seite aber neigen alle Radfahrer dazu, die gleiche Art von Weg zu bevorzugen oder zu meiden.

Durch die hohe Aktualisierungsrate könnte man zudem schnell auf Veränderungen reagieren. Zum Beispiel durch entsprechende Schilder und Ampelschaltungen auf „Umleitungsstrecken“,  wenn es auf Hauptstrecken zu Sperrungen kommt.

Und am Ende könnte man sogar (für den Tourismus) die beliebsten Strecken als GPX zum Download anbieten 😉

Auf Seite von Strava dürfte das Interesse vorhanden sein. Schließlich wäre hier eine zusätzliche Einnahmequelle mit geringem Aufwand zu erschließen.

Das Problem dürfte leider mal wieder am anderen Ende liegen, also bei der Politik und den Verwaltungen. Weder darf man auf Verständnis hoffen, wenn man einen solchen Vorschlag einbringt. Noch dürfte man davon ausgehen, dass die Prozesse in den Verwaltungen die Integration solcher Daten erlauben und im Anschluss daran dann entsprechende Analysen und Handlungen folgen.

Aber… wer nicht wag gewinnt und jede Reise beginnt mit einem ersten Schritt.

 

Liebe Firma Falk: Ernsthaft?

Manchmal macht man ja zufällig Entdeckungen, die einen zutiefst irritiert und verstört zurück lassen. So ging mir das heute mit Falk und deren Verständnis von Outdoor und DRM, also Digitalem Rechtebeschränkungs-Management.

Aber der Reihe nach:

Wir waren bei Rose, ein paar Kleinteile kaufen. Und da gucke ich auch gerne mal, was es in der Technik-Abteilung neues zu staunen und haben zu wollen gibt. Zwar sind wir mit unseren GPSen gut versorgt, aber auf dem Stand bleiben schadet ja nix.

Von Falk gibt es ja unter anderem die IBES-Geräte, von denen ich noch nix schlechtes gelesen habe. Irgendwie sind die so ein bisschen unter dem Radar der meisten, was wohl die Größe und Bedienung angeht, technisch aber wohl ganz gut dabei.

Oder auch nicht.

Denn das IBES 32 stand in der Ausstellung  mit folgender Meldung:

Warnhinweis: Diese Länderkarte ist nur für den Outdoor-Bereich gültig. Du fährst seit 60 Minuten über 40 km/h. Die Navigation wird jetzt beendet.
Warnhinweis: Diese Länderkarte ist nur für den Outdoor-Bereich gültig. Du fährst seit 60 Minuten über 40 km/h. Die Navigation wird jetzt beendet.

Ich meine WTF? Das kann doch nicht deren Ernst sein.

An der Stelle will ich gar nicht darüber diskutieren, ob ein geübter Rennradfahrer je nach Umgebung und Wind nicht auch mal eben eine Stunde über 40 km/h fahren könnte.

Vielmehr denke ich z. B. an den Fall, dass ich das Gerät auch nutzen möchte um an den Start-Ort zu kommen, ggf. mit dem Auto.

Gut, man hätte ja sagen können, dass Navigation auf Autobahnen nicht funktioniert. Das wäre immer noch unverschämt, angesichts der Tatsache, dass man für das gleiche Geld ungefähr 3 TomTom bekommt, die garantiert nicht meckern, man sei zu schnell oder langsam gefahren.

Schnäppchen, schlappe 340€
Schnäppchen, schlappe 340€

Im Fazit ist diese Art der Rechtebeschneidung und Nutzergängelung eindeutig ein No-Go. Ein K.O-Kriterium für den Kauf von FALK Navigationslösungen fürs Bike.

Bike-Fitting mit Anna von Bergetappe

Nachdem wir Mitte 2013 unsere Renn-MTB bei Bergetappe haben fitten lassen, war klar das auch das neue Rennrad mal dort hin muss. Und die gute Nachricht ist ja, dass beide noch im Geschäft sind. Also kommt das Rennrad in den Kofferraum und ab….

Mein  Bike. Vorher.
Mein Bike. Vorher.

Die zunächst schlechte Nachricht war allerdings, dass der Preis „geringfügig“ gestiegen ist. Von 150€ in 2013 auf entspannte 250€. Das schien mir erst mal ziemlich happig – stellte sich letztlich aber als gerechtfertigt heraus.

Denn im Unterschied zu damals wird nicht mehr auf dem eigenen Bike gemessen. Vielmehr werden dessen Daten auf den GURU übertragen, und ab da geht es mit dem weiter.

Das neue Fitting-System. Ziemlich genial!
Das neue Fitting-System. Ziemlich genial!

Der GURU ist ein „Messbike“, dass sich in wirklich jeder erdenklichen Lage verändern lässt. Und zwar während man tritt! Also wird ein Lenker und ein Sattel aufgeschraubt und dann lassen sich alle möglichen Positionen millimetergenau simulieren – und ind er Folge in „geht“ „besser“ „perfekt“ „zu viel“ „wieder perfekt“ einstufen. Das direkte Feedback ist einfach der absolute Hammer.

Am Ende kann der GURU übrigens auch aus einer Datenbank der verfügbaren Räder genau die vorschlagen, die der eigenen Position entsprechen. Bei mir übrigens, wenn man die Auswahl auf Trek beschränkt, übrigens genau mein Domane. Allerdings mit Rahmenhöhe 62, statt 60.

Hier kommt nämlich auch die einzige Einschränkung des Systems zum tragen: Wegen der ja noch nicht verheilten Schulter sitze ich aufrechter, als ich es normalerweise würde. In der Folge habe ich aktuell einen Vorbau mit 90mm und +17° – normal (also nach der zweiten OP) werden es nur +6° sein. Der Guru rechnet das aber um, weil kein Mensch mit so einem Vorbau fahren würde und dararus resultiert dann die Abweichung.

Anschließend hat Anna dann in Millimeter-Arbeit die Daten auf mein Rennrad übertragen und mir dann noch einen Spaß gegönnt: Der GURU kann auf Knopfdruck vorher und nacher simulieren – Hammer.

Etwas irritierend ist, dass bei der Satteldruckmessung der beste Sattel für meinen Hintern ein Frauen-Sattel war. Ich nenne ihn liebevoll Tena Lady (Terry irgendwas Lady) und Julia hat sich natürlich totgelacht. Aber ganz ehrlich: Was soll ich darüber diskutieren? Wenn man mir einen Sattel weg nimmt, der „geht so“ ist und einen unter den Hintern schraubt, der sofort „astrein“ ist, dann denke ich nicht darüber nach ob das jetzt mein besonders gebährfreudiges Becken auszeichnet 🙂

Die erste Tour gestern Abend hat dann nämlich den gleichen Effekt gezeigt wie 2013 beim Mountainbike: So gut man auf einem Bike von der Stange auch sitzt – einmal gefittet ist das Bike was KOMPLETT anderes.

In sofern sind die 250€ für das Fitting bei Anna und Bergetappe auch ernsthaft gut angelegt. Und wer die Möglichkeit hat (vor allem halt auch die finanziellen), der sollte ein professionelles Fitting machen. Nicht zwingend dort, aber ich würde den Laden halt uneingeschränkt empfehlen!