Idstein 24h

Vor einer Woche hatten wir die Gelegenheit, in Idstein das 24h-Rennen zu fahren. Und unsere Erfahrung beschränkte sich ja auf die 24h von Duisburg.  Wo wir 2016 beschlossen haben, dass es uns  das Geld nicht mehr wert ist.

Idstein hat die gleiche Streckenlänge und ist mit knapp 500 Starterinnen nur ein Fünftel der fast 2500 Menschen in Duisburg groß. Die Videos aus den Vorjahren ließen jetzt auch nix schlimmes erwarten, die Startgebühr war auch noch preiswerter…. also spricht ja alles dafür und nix dagegen.

Little did we know…

Die Anreise erfolgte spontan schon Freitag Abend und nicht erst Samstag. Das war auch gut so, so konnten wir bequem mit den anderen unsere Wagenburg aufbauen. Der Team-Name für dieses Jahr war übrigens:

Das Eskalationskommando

Am Samstag Morgen konnten wir die Runde testfahren. Und oh weh, die Strecke war deutlich verändert und deutlich technischer als das die Videos aus den Vorjahren erwarten ließen.

Schon die ersten 1,5km enthielten einige Gemeinheiten, wie eine kleine Treppe bergauf, tiefe Löcher, Singletrails und Spitzkehren. Na super.

Von da aus ging es dann auf die „Arschlochwiese“ (so ist der Name des Segments auf Strava), auf der die Hitze einfach nur stand. Zusammen mit dem Regen in der Nacht von Freitag auf Sonntag, was das eine einzige Waschküche, in der sich kein Lüftchen regte.

Danach kan ein schönes Waldstück, dass aber trailtechnisch nicht ohne war. Die Trails waren gut fahrbar, aber manche Kurve barg unerwartete Schwierigkeiten. Und eine zwei wirklich interessante Stellen:

Das eine war eine wechselweise matschig und steile Abfahrt, an deren Ecke eine S-Kurve mit 2 mal 90° und einer rutschigen Brücke lag. Das zweite war eine Schlüsselstelle, die es schon länger gibt, mit großen Schieferplatten, die anfangs noch nass waren.

Organisatorisch war unser Team im Hintertreffen, weil wir ein Mix-Team waren mit 2 Frauen. Leider galt nicht die Regelung, dass wie in Duisburg die Frauen 30% der Runden gefahren sein müssen. Sondern wir hätten 4 Frauen haben müssen. Somit waren wir in der Wertung der 8er Männer.

Na super.

Tatsächlich stellte sich aber nach 1-2 Runden raus, dass die Arschlochwiese zwar ihrem Namen gerecht wurde, die Strecke insgesamt aber doch viel Spaß machte: Weniger Fahrer/-innen und mehr Trails als Duisburg –  alles Taco 😀

Nochmal richtig spannend wurde es, als die Nacht anbrach. Wer Duisburg gewohnt ist, wird Idstein hassen, denn der Wald ist nachts so dunkel wie… lassen wir das. Es ist jedenfalls VERDAMMT dunkel und wir haben echt alles an Licht, was wir mit hatten, an die Lenker und Helme geschraubt.

Damit aber durch die Trails zu heizen war schon episch. Und die Schlüsselstellen hatte das THW ausgeleuchtet. In soweit…

Schon ziemlich am Anfang deutete sich übrigens eine kleine Sensation an: Während Platz 1 und 2 in der 8er-Wertung weit vor uns lagen und das Rennen unter sich ausmachten, kämpften wir tatsächlich mit dem „Fürstentum Obergasse“ um Platz 3. Mal lagen die vorne, mal wir…

Die Schlacht entschied sich dann Sonntag Vormittag, als die Raketen in unserem Team es schafften, den Vorsprung auf 9 Minuten auszubauen. Und dann konnten wir noch eine Schlussrunde fahren und damit auf Platz 3 mit einer Runde Vorsprung vor dem Fürstentum feiern.

Wohlgemerkt: Platz 3 der angetretenen Männerteams. Mit einem Mix-Team. Wenn das nicht geil ist…

Insgesamt kann man das Rennen in Idstein nur loben: Die Organisation stimmte, die Infrastruktur stimmte, der Preis stimmte, die Fahrer/-innen der anderen Teams stimmten…. eigentlich alles Klasse.

Was aber letztlich dazu führte, dass Idstein einen Stein in unserem Brett hat, war die Siegerehrung:

Als wir auf das Podest durften, standen beide Fürstentum-Teams Spalier und haben uns abgefeiert. Und auf dem Rückweg abgeklatscht.

Überhaupt waren  noch fast alle Teams vor Ort, so vollständig anders als in Duisburg, wo nach dem Rennen kaum noch einer bleibt.

Ob wir nächstes Jahr noch mal dort fahren, weiß ich nicht. Aber Rückblickend kann ich sagen, dass Idstein alles das bietet, was man bei Duisburg vermisst. Und das es echt geil war, ein Teil des Eskalationskommandos gewesen zu sein 🙂

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