Garmin Fenix 5x – Ein Zwischenbericht

Seit knapp einem Monat spiele ich jetzt mit der Garmin Fenix 5X (Amazon). Und ich bin nach wie vor sehr angetan.

Was mir am Besten gefällt ist vor allem die wirklich lange Akku-Laufzeit, selbst wenn man wie ich gerne mit der Uhr spielt. GPS ist (wenig überraschend) das was am meisten Strom zieht, ansonsten ist die Uhr extrem genügsam.  Auch wenn man die Pulsmessung dauerhaft an hat.  Gar kein Vergleich zur Apple Watch oder anderen Gadgets.

Was auch sehr gut funktioniert ist „MoveIQ“, also das automatische erkennen von Bewegungsabläufen: Meine Sportarten werden zuverlässig als solche erkannt.

Ebenfalls positiv ist das Wachstum der Apps und Widgets im Garmin eigenen App-Store.  Lediglich eine native Geocaching-App fehlt mir noch.

Ebenfalls überraschend gut funktioniert die Erkennung komplizierter Bewegungsabläufe, wie z. B. Wendemanöver beim Schwimmen. Auch das Betätigen der Tasten bei Nässe ist keine echte Herausforderung für die Uhr.

Also alles Taco?

Mitnichten, denn wo so viel Licht ist, ist natürlich auch Schatten:

Es gibt einige Dinge, die an der Fenix 5x noch nicht zu Ende gedacht oder zu Ende entwickelt sind. Das ist teils verzeihlich, denn die 5x betritt ja durch die Integration von Karten und Co auch ein Stück weit Neuland. Allerdings sind andere Probleme schon länger vorhanden und könnten langsam mal gelöst werden:

Das vermutlich größte Ärgernis ist, dass sich die verschiedenen Garmin-Geräte nicht austauschen. Das ist nicht verständlich, weil jedes Gerät sich mit der Garmin Connect-App und der Connect-Website synchronisiert.

Wie kann es also sein, dass ich sehr regelmäßig trainiere und die Fenix sagt, es gäbe keinen Trainingszustand?

Die Erklärung ist, dass z. B. die vom Edge aufgezeichneten Bike-Einheiten hier keinen Einfluß nehmen.

Jetzt könnte man natürlich sagen, jedes Gerät berichtet nur in Richtung App, nicht aber von der App ins Gerät. So einfach ist das aber nicht, weil die Bewegungszeit tatsächlich über die Geräte hinweg synchronisiert wird.

Diese halbherzige Synchronisation führt dazu, dass Trainingspeak 2.0 auf der Fenix völlig unbrauchbar ist – wenn man nicht nur die Uhr für den Sport nimmt. Sondern eben auch spezialisierte Geräte.

Auch nervend ist, wenn Garmin aus meiner Schritt-Zahl ableitet, heute sei ein Tag mit unterdurchschnittlicher Bewegung – und dabei die 150km Rennrad ignoriert.

Hier hat Garmin noch einiges zu korrigieren. Vor allem müssen die Geräte endlich den Datenbestand komplett austauschen. Das gilt auch für HFV und Co.

Übrigens, Garmin Connect App: Vielleicht könnte Garmin auch noch mal darüber nachdenken, der App einen lokalen Cache zu installieren. Dass ich die Uhr nur per Bluetooth mit der App synchronisieren kann, wenn die wiederum via UMTS oder WLAN im Internet ist. Das ist müssig, wenn man mal im Funkloch sitzt.

Ebenfalls nachbessern muss Garmin in der Navigation. Hier stören mich vor allem zwei Dinge:

Das Erste ist, dass die Uhr Karten falsch interpretiert. In Köln zum Beispiel werden Domplatz und Co als nicht begehbare Fläche erkannt und die zuführenden Wege als Sackgasse. In der Folge will einen die Uhr weiträumig umleiten.

Überhaupt ist die Zieleingabe eine echte Schwäche. Warum kann ich denn nicht in der App nach Adressen suchen und die dann an die Uhr übertragen? Warum ist das WGS84-Format abweichend von allen(!) anderen Garmin-Devices ausgeführt?

Die Basis-Funktionen wie Ort speichern, POI in der Nähe finden etc. funktionieren natürlich problemlos. Aber wenn ich erst eine Adresse mit dem Handy suchen muss, dann eine Website zum Umrechnen in GPS-Koordinaten und die dann über die Tasten eingeben muss… das ist echt nicht 2017.

Wobei, und hier kommen wir mal wieder zu den positiven Dingen des Lebens:

Die Bedienlogik über die Tasten ist nach kurzer Eingewöhnungszeit wirklich durchdacht. Niemand vermisst den Touch-Screen, wenn er die Idee der 5 verstanden hat. Was aber niemanden, der die die Uhr zum ersten Mal sieht, davon abhält über das Display zu wischen 😉

Im Zwischenfazit ist die Garmin nach wie vor die beste Sport-Smartwatch, die mir je untergekommen ist.

In der Bedienung zeigen sich aber, vor allem in der zugehörigen App, Mängel und nicht alle Funktionen scheinen ausgereift. Da das alles aber Software ist, steht hier Nachbesserungen nichts im Wege.

Außer vielleicht der Tatsache, dass gerade die Software immer die Schwachstelle von Garmin-Geräten war 😉

7 Gedanken zu „Garmin Fenix 5x – Ein Zwischenbericht“

  1. Hi danke für deinen ausführlichen Bericht.
    Das man nicht nach Adressen suchen kann liegt an der Topo Karte da diese die nicht im Bauch hat. Eine City navigator map dafür schon. Das gleiche Problem hat man daher auch auf dem Oregon usw. Da die Karte die Infos nicht so preisgibt dass man diese durchsuchen kann. Wirklich schade ärgert mich auch schon seit ewigkeiten aber wer würde dann die andere Karte noch kaufen? *Zwinker*
    Grüße Basti

    1. Danke für den Hinweis…. allerdings wüsste ich halt nicht wo man die wie eingeben soll. Zwischendurch habe ich mal die Karten aus dem GPSmap geladen (da sind Adresssuchen möglich), aber die Funktion blieb mir verborgen?

  2. Hallo, eine Möglichkeit Adressen an die Uhr zu übergeben ist die App Sendpoints. Unter folgenden Link die Adresse suchen http://garmin-waypoints.herokuapp.com, daraufhin wird ein vierstelliger Code erzeugt, den ihr in der App angeben könnt und daraufhin wird die Adresse unter Favoriten in Navigieren gespeichert. Für mich bisher die beste Möglichkeit Adressen zum Navigieren einzugeben.

  3. Guten Tag Stefan:
    Sehr interessant von einem Mountainbiker einen Testbericht zu der Uhr zu lesen!

    Ich bin auch Mountainbike und spiele mit dem Gedanken mir eine solche Uhr zuzulegen. Die Pulsmessung am Handgelenk gefällt mir gut – ich würde gerne zukünftig auf den Brustgurt verzichten.
    Ich mir nicht sicher, ob beim Biken die Pulsmessung am Handgelenk auch tatsächlich einigermaßen zuverlässig funktioniert – wobei ich exakte Messergebnisse wie bei der Messung mittels Brustgurt grundsätzlich nicht erwarten würde bzw. nicht voraussetze.

    Wie sind hierzu Ihre bisherigen Erfahrungen?

    1. Hallo Armin,
      im Vergleich zur Vivo-Serie funktioniert die Messung am Handgelenk mit der Fenix 5 beim Radfahren extrem gut. Die Vergebnisse sind grob auch vergleichbar mit dem Brustgurt, allerdings löst der feiner auf und wenn man viel schwitzt verliert die Handgelenkmessung gerne schon mal den Kontakt. Für mich bin ich daher zu dem Ergebnis gekommen, dass ich „mal zwischendurch“ die Handgelenkmessung nutze, zum Training und bei Rennen aber den Gurt. Der ist übrigens auch Voraussetzung für die HVF-Messung, die geht nicht über die Haut. Und, erstaunlicherweise, am Handgelenk messend ist der Stromverbrauch höher als mit Gurt.

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