Garmin Fenix 5x

Schon länger schaue ich mir recht aufmerksam den Markt der „Wearables“ an. Privat trage ich ein Garmin VivoSmart (Link zu Amazon) HR-Armband und fand das bisher auch völlig ausreichend.

Allerdings habe ich natürlich schon länger mit Smartwatches geliebäugelt. Wobei ich keine Apple Watch suche, die nichts ohne Handy wirklich kann. Sondern eher was robustes für Draußen und vor allem für den Sport: Biken, Klettern, Schwimmen, Laufen, Cachen… das alles wäre schon geil gewesen.

Gab es aber nicht. Natürlich gab und gibt es GPS-Uhren und ich habe einige ausprobiert, wie z. B. die Garmin VivoActive Sport (Link zu Amazon) oder die Suunto Ambit 3 (Link zu Amazon). Aber so wirklich begeistern konnte mich keine. Alle gingen zurück, es blieb beim Armband.

Um so gespannter war ich, als der UPS-Mann mir am Donnerstag ein Paket von Garmin brachte.

Und darin in einer wunderschön schlichten, aber eleganten Verpackung verbarg sich Garmins aktuelles Meisterstück:

Die Fenix 5X in der Version mit Metallarmband und Saphirglas.

Mit dabei ein zweites Armband aus schwarzem Silikon, ein USB-Ladekabel und eine kurze Anleitung – die vor allem den Hinweis enthält, das Metall-Armband bitte nur von einem Fachmann kürzen zu lassen 😉

Die Inbetriebnahme der Uhr gelingt völlig problemlos über die Garmin App oder Garmin Connect am PC.

Die Bedienung gelingt über die insgesamt 5 Tasten nach einer kurzen Eingewöhnungsphase sehr gut. Gibt man die Uhr allerdings jemadem, der nicht Garmin gewohnt ist, folgt schnell die Ernüchterung: Kein Touchscreen.

Das dürfte allerdings dem doch sehr festen Sapphir-Glas geschuldet sein und auch nur mit den Tasten kommt man gut zurecht. Zumal man einiges eh lieber am PC machen möchte. Wie z. B. die Eingabe des WLAN-Passworts.

Damit sind wir auch schon bei der Ausstattung:

Die Fenix 5x kommt daher mit

  • GPS & Glonass
  • Bluetooth (zur Verbindung z. B. mit dem Smartphone)
  • WLAN (zur Verbidung mit Garmin Connect, eigentlich überflüssig bei BT-Verbindung zum Smartphone)
  • ANT+ für die üblichen Verdächtigen
  • Display mit 240×240 Pixel, Vollfarbe, 1,2 Zoll
  • 12 GB Ram, davon ca 6GB frei, wenn man alle Karten installiert hat
  • Maps für Europa, Asien, Nord- und Südamerika, Pazifik

Das ist übrigens das Besondere an der 5x: Als einziges Modell der Fenix5-Reihe verfügt die Uhr über eine Kartendarstellung.

240×240 Pixel auf weniger als 1,5 Zoll und Karte, geht das?

Es geht, und das sogar sehr gut!

Im Vergleich zu den anderen Uhren der Fenix5-Serie kann sie dann auch nicht 200 Punkte sondern 10.000 Punkte im Log speichern und 100 Tracks.

Wobei Garmin da eh einen eigenen Weg geht und leider schon immer geht: Gleichwohl die insgesamt 12 GB reichen, werden die Speicherplätze für Track-Punkte, Tracks und auch für Add-On von Garmin Connect IQ künstlich beschränkt.

Völlig unverständlich, warum das passiert und 2017 auch nicht mehr zeitgemäß.

Ebenfalls nicht zeitgemäß und unverständlich ist noch etwas. Zwar kann ich über die Fenix wie auch über die Armbänder die Musik-Wiedergabe an einem Smartphone remote steuern.

Warum aber kann ich keine Bluetooth-Kopfhörer an der Fenix koppeln und einfach MP3 direkt auf der Uhr ablegen? Speicher ist genug da und neben all der Technik noch einen MP3-Player zu „spendieren“ dürfte keinen finanziellen Unterschied machen.

Anyway,

ansonsten kann die Uhr alles, was man erwarten würde und was auch ein Edge 820 kann: Group Track, Smart Notifications; (Roundtrip-)Navigation, Tracking, Leistungstests und so weiter. Neben dem Radsport wird dann allerdings auch noch so ziemlich jede andere Sportart unterstützt: Bergsteigen, Schwimmen, Laufen, Golf, nennt was und ich sage Euch es geht 😉

Aber wo ich gerade Edge 820 schreibe: Der Kern der UHR ist ja ihre GPS-Funktionalität. Also wollte ich heute mal testen wie gut die wirklich ist und habe 3 Geräte mit auf den Trail genommmen: Die Fenix5x am Arm, das Edge 820 am Lenker und das GPSmap 64s als Referenz am Rucksack.

Dabei durften Edge und Fenix nur GPS, das GPSmap auch Glonass verwenden. Der Trail führte überwiegend durch wirklich dichten Wald.

Relativ schnell ist mir aufgefallen, dass die Fenix im Zweifel lieber einen Höhenmeter mehr zählt, als einen zu wenig.

Am Ende meiner ersten Runde war der Unterschied auf den Geräten deutlich, nach der zweiten Runde logischer Weise noch größer. Interessanter Weise nivellierte sich der Unterschied nach dem Upload auf Garmin Connect:

Der oberste Eintrag ist die Fenix 5X, der zweite das Edge 820 und der Dritte das GPSmap64s (Link zu Amazon) – wie man sehen kann liegen alle 3 Geräte beieinander. Aus meiner Erfahrung heraus ist das GPSmap das Genauste und der Eindruck, dass die Fenix 5x lieber einen Höhenmeter zu viel als zu wenig speichert, kann man da gut sehen.

Was man auch sehen kann ist, dass bei den Distanzen das Edge am großzügisten ist, während die Fenix nah an den Referenz-Wert kommt.

Die Durchschnittszeit darf nicht mit dem Edge verglichen werden, da das Edge auf Auto-Pause stand, während Fenix und GPSmap durchliefen.

Auf der Karte verglichen sind sowohl Fenix als auch Edge ziemlich gleich auf. Das eine Gerät weicht hier mal ab, das andere da:

Die Abweichung der Tracks betrug im Maximum etwas über 30 Meter:

Gleiches gilt auch, wenn ich das GPS-Map zu schalte, dass als einziges GPS und Glonass verwenden durfte:

Spannend fand ich auch die Frage nach der Pulsmessung: Die Fenix misst ja auf der Haut, während das Edge einen Brustgurt braucht.

Zu meiner erheblichen Verblüffung liegen beide sehr nah bei einander, trotz der teilweise geknickten Handhaltung und der anderen Unwägbarkeiten bei der Hautmessung:

Edge:

Fenix:

Interessant in den beiden Grafiken ist übrigens, dass Garmin wohl keine Korrektur-Funktion für die Temperatur in der Fenix 5x verwendet. Die von der Uhr ermittelte Temperatur überstieg die des Edge und des GPSmap deutlich.

Und das leidige Thema Akku?

Seit Donnerstag spiele ich mit der Uhr und teste. Ich habe x mal die Synchronisation via Bluetooth gestartet, diverse Apps installiert und gelöscht, hier versucht und da, mal Brustgurte verbunden, mal Tracks geladen und so weiter. Stand Samstag Abend ist der Akku jetzt bei 74%. Absolut top.

Fazit:

Die Garmin Fenix 5x (Link zu Garmin) ist die mit Abstand beste GPS-Smartwatch, die ich je in den Fingern hatte.

Die UVP von Garmin, knapp 900€ ist natürlich eine Ansage. Dafür bekommt man aber eine Uhr, die anders als andere Smartwatches eben auch ohne Handy ihre Stärken ausspielt. Die Technisch absolut auf der Höhe der Zeit ist und so solide wie ein Panzer wirkt.

Ganz persönlich kann ich sagen: Die gebe ich nicht mehr her.  😀

 


Disclaimer: Die Uhr wurde mir von Garmin kostenlos zum Testen zur Verfügung gestellt.  Es gab jedoch keine Vorgaben, was ich testen soll oder wie oder wie ich darüber schreibe.

2 Gedanken zu „Garmin Fenix 5x“

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