Fitness-Tracker: Von Polar zu Garmin

Zu Weihnachten 2013 bekam ich von der Herzdame einen Polar Loop Fittness-Tracker geschenkt. Ein Tool, dass seit dem selten nicht an meinem Arm war.

Was mir besonders gefallen hat, waren…

  • das schlichte, aber ansprechende Design
  • die lange Akkulaufzeit
  • das nette rote Display

Natürlich gab es auch Dinge, die mir nicht gefallen haben:

  • properitärer Ladestecker
  • properitärer Akku, fest verbaut
  • kein Vibrationsalarm

Insgesamt aber war das Gerät genau wie ich es mag: Easy to use und ein nettes Spielzeug. Leider war die App, die Polar damit vertreibt, alles andere als brauchbar: Dort habe ich nur ganz selten rein geschaut, weil es einfach nix brachte. Weder gab es sinnvolle Informationen, noch die Möglichkeit Aktivitäten nachträglich zu ändern.

Im Laufe der Zeit wurde die Connectivität (zu Apple Health, MFP, Garmin Connect) zwar besser und so wurden zum Beispiel Rad-Touren aus Garmin richtig in der Flow-App angezeigt. Da aber alle Sportarten in „virtuelle Schritte“ umgewandelt werden, hatte man halt zwischendurch schon mal ein paar Hunderttausend davon gesammelt.

Ganz besonders irritierend war auch die automatische Leuchtstärke, die mit einem falchen Vorzeichen programmiert scheint: Im Dunkel ist das Display sehr hell, während es in der Sonne bis zur unleserlichkeit abdunkelt. Aber nun ja…

Leider war die Benachrichtigung, wenn man mal wieder zu lange auf seinem Po gesessen hat, quasi „unsichtbar“. Hier fehlte schmerzlich ein Vibrationsalarm.

Sehr ärgerlich war auch, dass keine dynamische Anpassung an die Leistung vorgesehen war. Es gab Stufen, die man einstellen konnte, aber keine individuellen Ziele.

Dafür aber war der Akku super schnell geladen (30 Minuten, meistens) und hielt gefühlt ewig.

Was mit steigendem Alter natürlich dramatisch nachgelassen hat. Und so stand jetzt die Frage an: Was nun?

Eine Option war der Polar Loop 2, der zumindest im Bereich Vibrationsalarm nachgebesser hatte.  Aber irgendwie…

Nun hat sich ja ergeben, dass wir im Technikbereich seit einiger Zeit auf Unterstützung von Garmin bauen dürfen. Also habe ich mal dort nachgesehen und bin beim Garmin VivoSmart HR hängen geblieben.

FullSizeRenderZum einen kommt das VivoSmart HR zusätzlich mit einem optischen Pulssensor daher, den ich sehr praktisch finde. Und es gliedert sich in die Garmin-Connect-Umgebung ein, wo auch unsere Edges und GPSmaps verankert sind.

Anders als der HR+ hat der „kleine“ HR auch kein GPS an Board, das mag ich nicht am Handgelenk haben.

Aber als weiteres „Schmankerl“ gibt es einen barometrischen Druckmesser, über den Treppensteigen erkannt wird.  Die üblichen, auch beim Loop 2 vorhandenen „Smart-Funktionen“ wie Anrufbenachrichtigung, MP3-Fernsteuerung etc spielen für mich keine Rolle.

Der Pulsmesser scheint überraschend akkurat, nur beim Schwimmen war der Wert definitiv zu niedrig. Was aber vermutlich am Verhalten der Adern bei Kälte liegt.

Das Display ist allerdings eine echte Augenweide. Ich mochte zwar das unaufrdingliche Design des Loop, aber die Informationsfülle ist natürlich viel größer beim VivoSmart. Plus des „Allways On“. Die Bedienung ist super gelöst (wischen, tippen, eine Taste) und arbeitet auch nass sehr präzise.

Die individuellen Ziele werden übrigens aus den Vortagen abgeleitet. Hier darf man nicht zu viel Intelligenz erwarten: So hat das Garmin gestern gemerkt, dass ich wenig gelaufen bin und für heute mein Ziel herunter gesetzt um mich wieder „on Track“ zu bekommen. Dummerweise hatte wohl keinen Einfluss, dass ich das Armband erst ab Nachmittags trug und auch das Schwimmen spielte keine Rolle 😉

Thema Schwimmen: Das VivoSmarterlaubt, „sonstige Sportarten“ aufzuzeichnen und im Nachgang dann zu editieren. So konnte ich aus den 29 Minuten „Sonstiges“ dann „Schwimmen, 750 Meter“ machen.

Die Installation und Integration in Garmin Connect ist so problemlos wie alles was man erwartet. Die Ladezeit des Akkus ist allerdings deutlich länger als beim Loop, was vermutlich am höheren Energiebedarf der Sensoren liegt.

Was allerdings absolut behämmert ist: Meine GPS-Map, Edge 800 und 810 nutzen Mini-USB. Der Edge820 nutzt Micro-USB und das VivoSmarteinen properitären Stecker. Damit habe ich jetzt 3(!) unterschiedliche USB-Ladekabel am PC hängen. Da fragt man echt, ob die sie noch alle haben.

Der Vibrator im VivoSmartist übrigens auch als Wecker nutzbar. Ich habe heute morgen den Eindruck gehabt, dass ich das wesentlich angenehmer finde, als vom normalen Wecker aus dem Schlaf gerissen zu werden. Toll wäre jetzt noch, wenn die Schlafüberwachung so programmiert werden könnte, dass sie ab einer bestimmten Uhrzeit weckt, wenn man in den leichten Schlaf übergeht und nicht aus dem Tiefschlaf weckt. Das wäre genial.

Fazit:

Das Loop ist ein Schmuckstück, dass meine Basisbedürfnisse befriedigen konnte. Das VivoSmartHR ist dagegen stärker auf Integration in die „Sportwelt“ gepolt und bietet einige sehr interessante zusätzliche Features.

Wer es „Simpel“ mag und einen reinen Fittness-Tracker haben will, der dezent am Handgelenk baumelt und seinen Zwecke erfüllt: Polar Loop.

Wer dagegen mehr Zahlen, Daten, Fakten haben will und/oder eh andere Garmin-Geräte haben will, der sollte den VivoSmart HR kaufen.

 

Hinweis in eigener Sache: Unser Deal mit Garmin umfasst keine Vorgaben, ob und wie über Produkte der Marke zu berichten wäre.

 

5 Gedanken zu „Fitness-Tracker: Von Polar zu Garmin“

  1. … ich nutze ja seit 2014 eigentlich Fitbit, habe mir aber trotzdem im Juni oder so noch einen Garmin Tracker (das Vivofit 3) gekauft. Weil ich Garmin und deren Service einfach mag, leider hatte ich nicht allzuviel Freude an dem Gerät, weil es sich nach ein paar Wochen schon nicht mehr synchronisieren ließ, egal, was ich gemacht habe. Eine Email an den Support vom 21.05 führte nur dazu, dass ich einen Monat später eine Info bekam, dass man momentan nicht die Kapazitäten hätte, um zeitgerecht zu antworten – seitdem? nix. Alle paar Tage versuche ich mal wieder die Connect App zu deinstallieren – neu zu installieren – neu zu koppeln – mittlerweile bekomme ich es nicht mal mehr gekoppelt.
    Schade, da war ich von Garmin ja eigentlich echt besseres gewöhnt.

    Nichtsdestotrotz mag ich das Vivofit3 eigentlich auch 😉

  2. Das Loop kommuniziert zwar mit MFP, allerdings nur, wenn man ein Apple Produkt hat auf dem die Software läuft. Die Android-Software kann nicht mit MFP kommunizieren. Deswegen bin ich weg von Polar, hin zu fitbit. Um mich jetzt (nach 8 Monaten) zu ärgern, dass ich doch lieber ein wasserdichtes Gerät gehabt hätte um auch beim Schwimmen eine Uhr und spannende Daten zu haben 😉

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