(Bike-)Urlaub im Paradies

Wenn es für Mountainbiker in Europa sowas wie das Paradies gibt, dann ist es sicherlich die Gegend zwischen Leogang und Saalbach-Hinterglemm.

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Und wir müssen es wissen, denn wir waren für 10 Tage da 🙂

Aber der Reihe nach:

Für den Urlaub dieses Jahr hatten wir uns Saalbach-Hinterglemm ausgesucht, dass wir mal ausprobieren wollten. Ein wenig enttäuscht waren wir ja letztes Jahr von Meran.

In Hinterglemm hatten wir im Hotel Hasenauer ein paar Übernachtungen gebucht.  Das Hasenauer wirbt für sich selbst als „Sport- und Wohlfühlhotel“ und beides ist mit absoluter Sicherheit nicht übertrieben.

In dem familiär geführten Betrieb wird viel Wert darauf gelegt, dass sich die Gäste wohl fühlen. Und das wird vor allem über „Kleinigkeiten“ erreicht: Das Essen ist morgens wie abends einfach super (wir hatten HP gebucht) und die Kräfte die dort arbeiten wissen ab dem zweiten Tag, welche Eigenart welcher Gast hat. Dementsprechend muss man auch nie sagen, welche Zimmernummer man hat oder das man einen Kaffee zum Frühstück möchte.

Daneben gibt es täglich geführte Wandertouren, auf Wunsch Bike-Guides und so weiter und so fort.

Die Zimmer sind auch wirklich angenehm eingerichtet, in unserem Fall zusätzlich mit großem Bad und Balkon. Herrlich. Insgesamt ist das Hotel uneingeschränkt empfehlenswert.

Angekommen stellt sich dann aber die Frage: was machen wir denn jetzt?

Das Problem ist nämlich: man kann so viel machen, dass man gar nicht weiß womit man anfangen möchte 🙂

Wir haben uns für die erste Aktion überlegt, die Milka-Line zu fahren – angeblich auch Hardtail-tauglich. Weil wir ja nun mal nichts anderes mit hatten, als unsere Hardtails 😀

DSCF1287Hier offenbarte sich dann auch gleich ein „Problemchen“: Julias für Marathons im Sauerland getrimmtes Trek hatte nur sehr (sehr) kleine Bremsscheiben. Das geht auf die Dauer in die Hände.

Aber in  Saalbach sollte es doch kein Problem sein, die Bremsscheibe zu wechseln?

Ist es auch nicht: Der Laden gegenüber vom Hotel montierte die neue Bremsscheibe (ohne Aufpreis für die Montage) und schickte uns zum nächsten Laden, wo es den passenden Bremsadapter gab 😀

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Wenn doch nur alles so unkompliziert wäre im Leben 🙂 Kein „Haben wir nicht, kriegen wire nicht“,  sondern überall ein „das kriegen wir schon hin“.  Wer mal ein ganzes Tal erleben will, dass sich auf den Kunden einstellt, der sollte mal versuchen dort ein „unlösbares“ Problem zu haben.

Anyway, mit neuer Bremse wiedser auf den Weg zum Trail!

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Für den nächsten Tag hatten wir uns bei Bike ’n Soul zum XC-Training angemeldet. Inhaltlich war das für uns jetzt eher… nicht so ergiebig. Es hatte aber den interessanten Nebeneffekt, dass wir einige witzige Leute kennen gelernt haben – mit einigen davon haben wir dann auch noch mehrfach was unternommen.

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Nach dem Technik-Training war noch eine gemeinsame Tour geplant, die wir leider absagen mussten. Ich hatte mich mit einem Bekannten verabredet, den Adolari-Klettersteig zu gehen.

DSCF1301Nach den Trockenübungen im Landschaftspark unser erster richtiger Klettersteig. Bei dem Julia leider raus fand, dass das nicht ihr Sport ist. Ganz im Gegensatz zu mir: Ich finde das ausgesprochen cool 🙂

Aber wir waren alle erfolgreich und am Ende gibt es ja eine Zwangs-Belohung bei diesem kurzen, aber schönen Steig:

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Die Rückfahrt sind wir dann mal andersherum angegangen. Dazu muss man wissen, dass man mit dem Rad vom Hotel in 20km am Steig ist. Über den Berg. Mit dem Auto aber sind es 60 – um den Berg herum. Und die Idee war: Wenn man links rum fahren kann … steht man rechts rum im Kuhstau 😀

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Am nächsten Tag sind wir dann noch mal zu Bike ’n Soul und haben eine Tour mit den Leute vom Vortag gefahren. Die war technisch jetzt nicht sonderlich anspruchsvoll, hatte aber schon ein paar Höhenmeter.

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Morgenradfahrt

In Leogang haben wir aber den Lift nach oben genommen 😉

IMG_7955Von Leogang ging es dann noch mal nach Saalbach zurück und dort noch mal die Milka-Line runter. Die übrigens eine schöne Verlängerung des Panorma-Trail ist.

Der nächste Tag führte uns dann zur Bike-Academy von Kurt Exenberger.  Dort hatten wir ein mehrstündiges Individualtraining gebuchgt, für das sich unser Coach Rainer auch ordentlich Zeit nahm.

Dabei fiel allerdings sehr schnell auf, dass Julia deutlich besser ist. Ich habe die Weichei-Variante des Trainings genossen 😉

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Und falls Ihr Euch fragt, was das da auf dem Parkplatz ist:

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Das ist  die Euro-Bike. Bzw. die Eurobike-Mediadays, zu der nur Journalisten Zugang hatten. Und so wurden, während wir Training hatten, rund um uns die Fotos für die Zeitschriften der kommenden Monate geknipst.

Übriges, Training: Gleich zu Anfang haben wir gelernt, dass wir total „oldschool“ sind. Und Julia hat dann im Anschluss ein paar „Videosichtungen“ vorgenommen und festgestellt: So wie Rainer das sagt, fahren heute wirklich die Profis. Kein Wunder, sind doch auch so Größen wie Lakata dort Kunde.

Am Tag danach war mal wieder biken angesagt, diesmal mit den Leuten von Bike ’n Soul – aber ohne Bike ’n Soule. Auf dem Programm. Nachdem inzwischen Juli war und damit alle Lifte liefen, konnten wir auch den Berg direkt hinter dem Hotel in Angriff nehmen. Dor gehen der Hackelberg Trail 1 in den Trail 2 über und der direkt in den Buchegg-Trail übergeht. Etwas über 10 KM mit über 1000 Tiefenmetern.

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Da man ja nicht immer nur Rad fahren kann, musste natürlich Abwechslung her. Für Julia hatte ich mir da schon im Vorfeld etwas ausgedacht und so sind wir zum Flying Fox XXL in Leogang gefahren. Nicht billig, aber war ja Geburtstag 😉MST_4819

Den Geräuschen nach war es allerdings entweder besonders gut – oder besonders grausam, mit weit über 100km/h nur an einem Drahtseil hängend über das Tal zu rasen 😀

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Gemeinsam abgewechselt vom Radfahren haben wir uns dann beim Rafting auf der Salzach, wo wir etliche Stunden (4? 5?) gemeinsam mit unserem Guide vom Raftingcenter Taxenbach doch eine Menge Spaß hatten.

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Der Fluß ist zwar deutlich ruhiger als der Kicking Horse River, aber durch die Länge der Tour wurde es schon ganz schön anstrengend 🙂

Eine Stelle muss leider umgangen werden, weil dort vor einigen Jahren mal eine ganze Bootsladung verunfallt und in der Folge nur noch tot geborgen werden konnte.

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Man darf halt nicht vergessen, dass bei all der Technik die Natur gerne mal am längeren Hebel sitzt. Aber bei uns ging alles gut und es landete nur der im Wasser, der freiwillig rein gesprungen ist 😉

In Saalbach war übrigens während unserer Anwesenheit die European Bowhunter Championchip 2016, eine Veranstaltung zu der mal eben 2000 Bogenschützen aus der ganzen Welt angereist kamen.

MST_4799Und da die Austragungsorte über das ganze Tal verteilt waren, hatte das zwei Folgen: die erste war, dass schon Lifte liefen die eigentlich im Juli erst öffnen. Die zweite Folge war, dass wir quasi überall auch auf Bogenschützen trafen.

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Und so langsam kann unser Urlaub dann auch zum Ende kommen – denn die 10 Tage waren viel zu kurz um all das zu machen, was wir uns vorgenommen hatten.

Doch halt! Eins fehlt noch! Das Kitzsteinhorn!

Denn was wäre ein Besuch in den Alpen, ohne wenigstens mal einen hohen Berg zu erklimmen? Also in dem Fall ohne die zahlreichen Seilbahnen zu nutzen? Eben, nichts.

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Also sind wir am letzten Tag noch hoch auf den Gipfel, wo es uns sogar gelang, so zu tun als wäre das Wetter gar nicht so schlecht:

MST_4895Denn in Wahrheit wechselte die Wetterlage quasi sekündlich zwischen „geht doch“

IMG_8037und „man sieht die Hand vor Augen nicht“:

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Aber man kann ja bekanntlich nicht alles haben ;-)Allerdings  haben die schlauen Österreicher vorgesorgt: Im (!) Gipfel findet man den Eingang zu einem Museums-Stollen:

MST_4880Und in dem Musium erfährt man dann einiges über die Geschichte und die Geologie des Berges auf / in dem man sich gerade herum treibt:

MST_4885Und das alles für 0€ 🙂

Übrigens, am Fuße des Kitzsteinhorn liegt die Sigmund-Thun-Klamm, die auch einen eigenen Besuch wert ist:

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Und wenn man den Weg noch ein wenig ausdehnt, kommt man am Ende der Klamm zu einem der typsischen Wasserkraftwerke…

MST_4854Und wenn man den Damm erklimmt, kann man sogar noch eine Runde um den Stausee drehen…MST_4864

Das war jetzt der Versuch, 10 absolut unglaubliche Tage im Herzen Europas zu beschreiben. Eigentlich kann ich aber nur zusammenfassend sagen: Wer gerne draußen ist, egal ob zum Wandern, Biken oder sonst wie: das Salzburger Land, Saalbach und Umgebnnung haben wahnsinnig viel zu bieten. Und mit der Joker-Card erübrigt sich in den meisten Fällen auch die Angst vor Zusatzkosten.

Und während wir vorher noch über den Slogan Witze gemacht haben, sagen auch wir jetzt:

Saalbach – Home of Lässig!

5 Gedanken zu „(Bike-)Urlaub im Paradies“

  1. Hallo Stefan,

    prima Reisebericht. Ich kann deinen Ausführungen nur zustimmen. Da hätten wir uns ja fast treffen können – ich war am 05.07. mit dem Bike auf der Saalalm (Talschluß). Fahre seit nunmehr 15 Jahren in diese Gegend. Unser Domizil liegt in Kaprun – auch auf den Kitzsteinhorn hätten wir uns treffen können (03.07.)
    Grüße uwe

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