Archiv der Kategorie: Rennrad

Saisonende 2017: Die Münsterland-Giro

Wie schon in 2016 markierte die am 03. Oktober statt findende Münsterland-Giro für mich das Ende der Rennsaison. Wobei „Rennsaison“ vielleicht etwas übertrieben ist:

Denn in Wahrheit bestand das Jahr im Wesentlichen aus einem MTB-Marathon in Grafschaft, einem MTB-24h-Rennen in Idstein und eben Münster.

Angesichts des Wahlkampfes war in diesem Jahr ohnehin nicht an richtiges Training zu denken – in sofern ging es in Münster für mich auch nur um’s dabei sein.

Letztes Jahr reichte es für Platz 61 von 220 in meiner Altersklasse, bzw. 253 von 1209 Starter/-innen. Damals war ich nur 15 Minuten hinter dem Ersten durch das Ziel gerollt.

Und es wäre ein großer Erfolg gewesen, wenn ich das hätte wiederholen können.

Ich war gegen 6:30 in Münster, weil ich noch meine Startnummer abholen musste und Start um 8:12 sein sollte. Um die Zeit waren zwar schon einige Helfer unterwegs, die Stadt lag aber noch im Schlaf.

Einer der größten Vorteile, wenn man im Team Nutrixxion fährt ist sicher, dass man bei diversen Rennen im ersten Block starten darf. So auch in Münster, wo ich für die 65km-Runde eine schön kleine Startnummer bekommen hatte.

Das Wetter war okay, weil es nicht regnete. Leider hatte es aber die ganze Nacht davor geregnet und die Straße war (und sollte bis zum Ende des Rennens auch so bleiben) feucht bis nass. Das mag ich ja gar nicht mit dem Rennrad 🙂

Ab ca. 7:30 sammelten sich dann die Starter-/innen am etwas entfernten Start, der aber gut ausgeschildert zu finden war. Die Spannung stieg so langsam, ich stand in Reihe 3.

Mit dem Startschuss setzte sich das Feld direkt in Bewegung und ich konnte bei der „Führungsgruppe“ Anschluss finden. Wobei die Gruppe aus ungefähr 150 Fahrer/-innen bestand und vom Team Moskovskays geführt wurde. Die hatten sich wohl zum Ziel gesetzt die Gruppe durch ständige Tempowechsel zu zermürben.

Mir war das wurscht, ich konnte die Wechsel gut mithalten und mit einem Schnitt von nur knapp über 40km/h ging es durch das Münsterland.

Etwas unangenehm war, dass das Tempo in Kurven immer extrem niedrig wurde – das bedeutete, dass danach für kurze Zeit Vollgas folgte. Völlig unnötig.

Unnötig war auch der erste große Crash bei KM 40, der Teile der hinteren Hälfte der Gruppe raus riß: Zwei Fahrer waren sich zu nahe gekommen und der Rest ist Geschichte.

Bei KM 50 gab es den nächsten Crash, als in einer regennassen Kurve einer der Fahrer die Kontrolle verlor und abflog. Fast hätte er mich mitgerissen, ich konnte aber noch stoppen – muste dann aber den Anschluß wiederfinden.

1 km vor dem Ziel, unsere Gruppe war noch knapp 100 Leute groß, ging das Tempo dann hoch. Leider war es so dicht gedrängt, dass ich keine Chance hatte, irgendwie noch nach Vorne durchzukommen.

Und so kam ich dann nach 1 Stunde 35 Minuten und 37 Sekunden ins Ziel. Und dann die Überraschung:

Ich war 26. meiner AK (aus 272) und 81. Gesamt (aus 963).

So weit vorne war ich zuletzt als Schüler – mit 20kg weniger auf den Rippen! Irre. Total irre!

Und der absolute Hammer: ich war 11(!) Sekunden hinter dem Führenden.

Insgesamt sind von 1:35:26 bis 1:35:45 dann 91 Fahrer/innen über die Ziellinie geschossen – so groß war unsere Gruppe noch. Irre, eine Spitzengruppe mit über 90 Leuten 😀

Danach bin ich dann erst mal zur Dusche, Massage und dann habe ich mich über die gute Verpflegung von Nutrixxion gefreut.

Und so gehe ich mit dem breitesten Grinsen in das Wintertraining: Zwar habe ich mir nach dem Rennen eine tödliche Männergrippe eingefangen, aber 11 Sekunden nach dem Führenden? Holy Moly! Und das mit meinem Gewicht und Trainingsstand.

Was das für das nächste Jahr bedeutet, ist klar: ich will in die Top 10. Und mit etwas mehr taktischem Geschick und ein klein bisschen Glück sollte das auch möglich sein.

Ach übrigens: Wer auch Lust auf Team hat, kann sich jetzt bei Nutrixxion für das Team 2018 bewerben 🙂

R2NSC – Outer Ruhr Tour 2017

Im letzten Jahr bin ich mehr zufällig an einen Startplatz für die Ruhr-Around-Challenge mit 200km gekommen. Weil das Spaß gemacht hat und weil ich einen guten Bike-Buddy gefunden habe, wollte ich dieses Jahr das komplette Trippel aus 100, 200 und 300 km fahren.

Und so kam es, dass ich heute morgen um kurz vor 8 an der Arena in Duisburg stand und es kurz danach los ging: Ein Mal Schloss Raesfeld und zurück bitte.

Ich sag mal: Lief.

Nach ziemlich genau 3 Stunden (3:01 auf dem Garmin, 3:02 auf Strava) hatte mein Team mit 4 guten Fahrern die Runde beendet. Da meine 3 Begleiter einen taktischen Fehler gemacht haben, bin ich sogar als Erster über die Ziellinie 🙂

Das Wetter war heute morgen eher ungemütlich und kalt, weswegen ich zu Armlingen, Beinlingen, Schühüberziehern und Windweste gegriffen habe. Rückblickend eine gute Entscheidung, denn der Windchill war schon nicht ohne.

Trotzdem kam relativ schnell die Sonne raus und machte uns das Leben zum Traum.

Das kann man über die Orga leider nicht sagen. Bei (ungefähr) KM 22 überholte uns das Team für den Verpflegungspunkt bei KM 25 und als wir dort waren, waren die Team-Mitglieder gerade ausgestiegen.

Der Checkpoint bei 25 KM ist auch der bei 75 KM und wir waren überrascht, dass der so spät aufgebaut wurde. Auch überrascht, um nicht zu sagen ziemlich angesäuert, waren wir allerdings bei KM 50, dem Schloss Raesfeld.

Wir hatten mit dem Veranstalter ausgemacht, dass wir nix zu Essen brauchen, dort aber Getränke. Letztes Jahr hätte mir eine Warnung sein sollen, denn wie damals war auch heute vom Orga-Team niemand zu sehen. Es war kein Mensch da.

Letztes Jahr schrieb ich:

Für das „Chaos“ bei der Organisation möchte in an dieser Stelle dem Veranstalter keinen Vorwurf machen. Das wir so geheizt sind, war ja unser eigener Wunsch und das wir damit den Zeitplan – und vor allem den Ressourceneinsatz sprengen – kann man ihm nicht anlasten.

Das kann ich dieses Jahr NICHT so stehen lassen.  Vor allem aus einem Grund nicht:

Im Profil sind alle Fahrer aufgefordert, eine Durchschnittsgeschwindigkeit einzutragen. Da steht unter anderem bei mir, relativ eindeutig: 30 km/h

Und so stand ich heute morgen auch im 30 km/h Startblock!

Wenn ich sowas schon abfrage und wenn ich die Startblöcke schon so baue, dann muss ich als Veranstalter auch dafür sorgen, dass (nach einer einfachen Rechnung) bei 30 km/h auf 50 KM auch nach 1,5 Stunden mit einer Ankunft zu rechne ist.

Na gut 1,6 oder so – aber es war schlicht niemand dort!

Logischer Weise war dann im Ziel (100 km durch 30 km/h – so schwer nicht) eigentlich niemand der uns weiterhelfen konnte.

Die Jungs die das Zielgitter aufgebaut hatten, haben sich total erschreckt als wir kamen und sprachen kein Deutsch. Gut, wir konnten uns auf Englisch unterhalten, aber das ist nicht Sinn der Übung.

Zumal die Jungs nix vom Finisher-Foto, der Urkunde oder sonstwas wußten. Oder auch nur hätten sagen können, wie es jetzt weiter geht.

Ich muss sagen, das Fahren selbst war angenehm. Der GPX-Track präzise, die Strecke deutlich besser Rennrad-tauglich als letztes Jahr.

Aber die Organisation der Verpflegungspunkte war ein echtes Desaster. Was bei 100km nicht schlimm ist, da komme ich mit 2 Falschen am Bike und den Gels im Trikot aus. Bei 200km und 300 km sieht das aber natürlich ganz anders aus.

Und hier muss dringend nachgebessert werden!

Sparkassen Münsterland Giro
 für weitere vier Jahre gesichert

Profis starten am 3. Oktober in Wadersloh im Kreis Warendorf / Drei neue Jedermann-Strecken / Training und Testfahrten

„Straßen frei“ heißt es am 3. Oktober für den Rennradsport bei der zwölften Auflage des Sparkassen Münsterland Giro. Das Interesse von Profiteams am 198 km langen Rennen ist schon jetzt größer als je zuvor. Am selben Tag erwarten die Veranstalter zu drei Jedermann-Rennen mehr als 4500 Radsportler.
Der Start der Jedermann-Rennen um den „Cup der Sparkasse Münsterland Ost“ (65 km), den „Cup der Westfälischen Provinzial Versicherung“ (95 km) und den „Cup der LBS“ (125km) erfolgt in Münster am Albersloher Weg vor der Halle Münsterland.

Zielankunft ist am Schlossplatz in Münster. Die Strecken führen weitgehend durch den Kreis Warendorf mit einem Abstecher in den Kreis Steinfurt. Die Jedermann-Rennen sind zugleich das Finale für den German Cycling Cup 2017.
Das Profi-Rennen startet in Wadersloh im Kreis Warendorf. Zieleinfahrt ist ebenfalls am Schlossplatz in Münster. Sind die Strecken der Jedermann-Rennen eher flach angelegt, so wartet auf die Profis in der Stromberger Schweiz und in den Beckumer Bergen so manch kurzer giftiger Anstieg.
Der Sparkassen-Münsterland-Giro ist das einzige deutsche Rennen in der HC-Kategorie. Es hat sich als feste Größe in Deutschland etabliert und als internationales Rennradsport-Ereignis europaweit einen Namen gemacht. Die einzigartige Entwicklung des Giro in den letzten zwölf Jahren hat die Münsterland-Kreise, die Stadt Münster und die Sponsoren überzeugt, das Gemeinschaftsprojekt um weitere vier Jahre zu verlängern. Damit ist der Sparkassen Münsterland Giro bis 2021 gesichert.
Wie in den vergangenen Jahren sind die Jedermann-Strecken ab Ostern ausgeschildert. Sie können in den kommenden Monaten als Trainingsstrecken genutzt werden. Die GPS-Daten stehen auf der Giro-Homepage zum Download bereit.
Für die Jedermann-Strecken um den „Cup der Sparkasse Münsterland Ost“, den „Cup der Westfälischen Provinzial Versicherung“ und den „Cup der LBS“ werden wieder Testfahrten angeboten. Diese bieten beste Voraussetzungen, sich die Strecken in einer großen Gruppe anzuschauen und dabei die Parklandschaft des Münsterlandes zu genießen. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, daher ist eine frühe Anmeldung ratsam.
Am 30. April endet der zweistufige Frühbucher-Rabatt. Wer sich bis dahin anmeldet, spart Geld und zahlt für den Startplatz, abhängig von der Streckenlänge, 51 bis 53 Euro. Danach wird es teurer.
Alle Informationen zum Sparkassen Münsterland Giro und zur Anmeldung zu den Streckentests und den Jedermann-Rennen: www.sparkassen-muensterland-giro.de

Montag Anmeldestart für Sparkassen Münsterland Giro.2017

Die Straßensaison der Profis ist eröffnet und so langsam heißt es auch für die Hobbyradsportler die Saison zu planen: Wenn die Profis traditionell am 3. Oktober ihr Rennen der UCI-Kategorie 1.HC bestreiten, können die Jedermänner auch wieder drei Strecken über 70, 95 oder 120 Kilometer in Angriff nehmen. Schwerpunktmäßig werden die Strecken durch den Kreis Warendorf führen. Hierzu wird am kommenden Montag, den 30. Januar 2017, die Online-Anmeldung für die Jedermannrennen geöffnet. Die Anmeldung wird pünktlich um 0 Uhr freigeschaltet.

Die drei Jedermannrennen um den «Cup der Sparkasse Münsterland Ost», den «Cup der Westfälischen Provinzial Versicherung» und den «Cup der LBS» führen von Münster aus in den Osten des Münsterlandes. Nachdem der Sparkassen Münsterland Giro.2015 aufgrund einer Baustelle in Telgte den Kreis Warendorf nicht befahren konnte, werden sich die Jedermannstrecken und auch das Profirennen in diesem Jahr fast ausnahmslos im Kreis Warendorf bewegen.

Für Frühbucher gibt es traditionell gestaffelte Rabatte, die bares Geld sparen, sowie auch attraktive Verlosungen. So wartet schon vor dem Rennen die erste Gewinnchance auf die Teilnehmer. Wer sich bis zum 15. Februar angemeldet hat, kann mit etwas Glück ein nagelneues XEON CDX-3000 in der Farbe UD-carbon/shiny-red im Wert von 2.399 Euro des Radsportversenders und Veranstaltungspartner ROSE gewinnen. Außerdem wird unter allen bis zum 30. April angemeldeten Teilnehmern ein Reisegutschein in Höhe von 1.500 Euro eines Sponsors des Sparkassen Münsterland Giro.2017 verlost.

Die Startgebühr für den Sparkassen Münsterland Giro.2017 liegt für Frühbucher bis zum 15. Februar abhängig von der Streckenlänge bei 46 bis 48 Euro. Bis zum 30. April werden 51 bis 53 Euro fällig. Danach wird es noch einmal teurer.

Aus! Aus! Die Sainson ist aus! Und die Münsterland-Giro auch ;-)

Heute stand das letzte Rennen für 2016 auf dem Plan, die Münsterland-Giro und hier die Kurzstrecke mit 70km.

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Mit dem Ergebnis kann ich sehr zufrieden sein: Platz 61 von 220 in meiner Altersklasse, bzw. 253 von 1209 Starter/-innen. Und nur 15 Minuten hinter dem Ersten durch das Ziel gerollt.

Ein sehr schönes, schnelles Rennen (dank super Gruppe), dass mir vor allem aber wegen des dichten Nebels und der vielen Crashes in Erinnerung bleiben wird. Vor allem die Gruppe, die sich auf der Ziellinie völlig unnötig lang gemacht hat… naja, sei es drum.

2016 war Rad-technisch ein komisches Jahr. Ich bin deutlich weniger Rennen gefahren als geplant. Und die, die ich gefahren bin, waren schon irgendwie „durchwachsen“. Neben den Rennen standen auch einige Touren auf dem Programm, die mir gut in Erinnerung geblieben sind.

So bin ich ja im Mai eher spontan die „Ruhr Around Challenge“ gefahren. Seit bestimmt 20 Jahren keine Distanz über 100km abgerissen und dann mal eben 200km gefahren. Kann man machen, ist aber sehr speziell. Aber es hat mit meinem Mitfahrer Tobi so viel Spaß gemacht, dass wir 2017 alle 3 Touren (100, 200 und 300km) fahren werden. Außerdem hat unser „Fahrstil“ zu einer Neuplanung beim Veranstalter geführt, die wir testen dürfen.

Insgesamt war ich überrascht, wie gut die 200km liefen 🙂

Ein geplantes „Highlight“ war natürlich auch 2016 das 24h-Rennen von Duisburg. Das dieses Jahr allerdings so grottenschlecht war, dass wir unsere Teilnahme für 2017 abgesagt haben.

Im gleichen Monat folgte auch der Marathon Grafschaft, der mich emotional extrem (über)(ge)fordert hat. Leider, denn eigentlich ist Grafschaft ja ein „Must Have“ für mich.

Nachdem ich aber über 20 Jahre nicht mehr an einem Rennrad-Rennen teilgenommen habe, war ich dann im September beim Race am Rhein. Und ich war total geflasht. Nicht nur, weil es auf Anhieb wirklich gut lief und ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden war. Sondern auch wegen des „warum habe ich eigentlich damals damit aufgehört“-Gefühls 🙂

Was dann letztlich dazu führte, dass ich heute morgen in Münster stand. Und eine wirklich irre Runde gefahren bin. Mit Gegenwind, Seitenwind, Rückenwing, Nebel mit Sichtweiten um die 50 Meter und Spässkes inne backen.

Abschließend gab es dann Verpflegung bei Nutrixxion am Bus. Und hier liegt jetzt mein Formular für Nutrixxion 2017 – ich werde dem Team wohl treu bleiben. 🙂

Jetzt steht erst mal die obligatorische Herbst-Leistungsdiagnostik bei Steffi an.  Darauf folgt dann, was niemand so richtig mag: Das Wintertraining mit viel Rolle. Aber mal gucken: in 2017 möchte ich definitiv mehr Rennrad-Rennen fahren und vielleicht reiße ich mich auch endlich mal zusammen und nehme ab 😉 Denn mal ehrlich: 15 Minuten auf 70 km sollten doch irgendwie zu machen sein 😉

Für das abgelaufene Jahr muss ich aber ein paar Leuten danke sagen:

  • Julia, dafür, dass sie allen Quatsch mit macht, immer dabei ist und auch aufopferungsvoll pflegt, wenn ich mich mal wieder abgelegt habe.
  • Nutrixxion für die Betreuung. Die ist zwar, wie immer, ausbaubar, aber ich habe viel Spaß im Team. Vielen Dank auch für die unzähligen Gele, Flaschen, Getränke. Besondere Grüße an dieser Stelle an Volker, den Chefmotivator 😉
  • Powerbar aus Voerde, die uns als „Heimlieferant“ mit zusätztlichen Riegeln und Muffins versorgt haben 🙂
  • Garmin für die neuen Geräte, die wir im Training und Rennen nutzen dürfen.
  • Chalkr, die uns bei unserem Alternativ- und Wintersport, dem Klettern so tatkräftig unterstützen.
  • ERG 1900 e.V., unsere sportliche „Wahlheimat“. Vor allem für die unzähligen gemeinsamen Trainingsrunden 🙂

 

Race am Rhein: Pleiten, Pech und Erfolge

Manchmal hat man ja so Tage, wo man am Ende mit einem Glas Whisky in der Hand in seinem Ohrensessel liegt und denkt:

Wie irre war das denn jetzt?

Heute war so ein Tag. Denn heute war Race am Rhein-Tag.

Zum RaR hatte ich mich schon ziemlich früh angemeldet. Unmittelbar nachdem bekannt wurde, dass ein Teil der zweiten Etappe Tour de France 2017 als Jedermann-Rennen „getestet“ werden soll und da die in Düsseldorf startet… quasi ein Heimrennen.

Am Samstag konnte bereits die Starterpakete abgeholt werden und ich fand das ziemlich klasse organisiert. Mein erster Eindruck war nämlich: Uff, ist das voll hier. Aber offensichtlich hilft gute Organisation: Tisch 1 Startunterlagen abholen. Tisch 2 Starterpaket abholen. Tisch 3 Transponder testen. Fertig. Trotz 20 Leuten vor mir hat das keine Viertelstunde gedauert.

Sonntag Morgen dann Raceday. Für mich sollte Start um 11.45 sein und deswegen habe ich den Zug um 10:14 genommen. Der sollte um 10:56 in Düsseldorf sein. Der Start war Fußläufig 10 Minuten vom Bahnhof, also mit einigen Umwegen perfekt zum Warmfahren zwischen Hauptbahnhof und Start. Und selbst 30 Minuten Verspätung wären maximal drin gewesen.

Hätte, könnte, wäre, würde. Denn ich, der ich so gerne den Leuten erkläre, warum ich viel lieber mit der Bahn zur Arbeit pendel als mit dem Auto musste wieder lernen: Wenn Du überlegst um 9:14 zu fahren oderr 10:14 und Du denkst 9:14 ist zu früh… mach es trotzdem.

Denn unmittelbar nach dem Einsteigen fiel auf, dass unter bestimmten Bedinungen nicht nur die Türseite zum Bahnhof geöffnet werden kann, sondern auch die andere. Den Triebwagenführer störte das soweit nicht, die Zugbegleiter schienen es im Griff zu haben.

Bis in Duisburg der Triebwagenführer wechselte. Und ich den Neuen sagen hörte „so fahren wir nicht!“ Es war 10:42.

Ich habe dann explizit gefragt: Fahren Sie oder sollen wir umsteigen? Nein, wir fahren, das dauert nur ein paar Minuten. Und nach ein paar Minuten kam die Durchsage: Es dauert ungefähr 10 Minuten.

Um 10:52 kam auf dem Nachbargleis ein Zug nach Düsseldorf. Und fuhr um 10:53 weiter. Und um 10:55 hieß es bei uns: Nichts geht mehr, der Zug endet hier.

Jetzt war ich nicht der Einzige im Zug, der zum RaR wollte. Aber offensichtlich der Einzige, der um 11:45 starten wollte. Denn der nächste Zug kam erst um 11:22 und es war klar: selbst bei planmäßiger Ankunft um 11:37 wird das knapp.

Dummerweise war aber der Zug um 11:22 natürlich super voll – er musste ja auch alle Leute aus unserem Zug aufnehmen. Was bedeutete, dass wir am Zwischenhalt Airport relativ lange gebraucht haben: Wir Zusteiger mussten raus, die Aussteiger stiegen aus, wir wieder ein.

Das Rennen war abgehakt.

Ich musste aber ja eh nach D’dorf um den Transponder zurück zu geben. Also dachte ich: Feuerst Du eben die anderen an. Bin dann auch vom Bahnhof aus zum Start gerollt, wo alles bereit stand und es kurz vor dem Startschuss war. Die Blöcke waren natürlich geschlossen, ich hätte irgendwo vorne in B gestanden.

Wie ich da so deprimiert an der Startaufstellung langrolle, neben mir auf ein Mal betriebsame Hektik: Eine Ordnerin sprintet auf mich zu, schreit mich an: „Hier rein! Schnell!“ und macht den Zaun auf. Keine 10 Sekunden später: Startschuss.

Ich hatte meine Kopfhörer noch drin, die Handschuhe nicht an und nicht mal meine Windjacke richtig an, da war ich schon im Rennen. Oder warm fahren, ohne den geplanten Riegel ohne alles, war ich mitten drin. Völlig unerwartet.

Die kurze Strecke bis zum Tunnel konnte ich nutzen um mich etwas frei zu fahren und nach dem Tunnel war die Taktik: Vollgas und überleben. Mir war klar, dass die 46km nicht viel mehr als eine Stunde dauern dürften. Also musste ich nicht sparen, sondern konnte einfach Gas geben.

Ursprünglich war meine Taktik, die ersten 8km langsamer zu fahren und dann in den ersten Anstieg herein Gas zu geben, auch wegen der Bergwertung. Das war natürlich jetzt obsolet.

Tatsächlich habe ich die langsamere Bergfahrt dann genutzt, meine Windjacke zu verstauen, die Kopfhörer los zu werden, ein Gel zu nehmen.

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Nach dem ersten „Berg“ hieß es dann: Gruppenspringen.

Ich bin immer so lange in einer Gruppe geblieben, bis eine überholte die schneller war. So lange bis ich in einer Gruppe war, die so fuhr wie ich mir das vorstellte. So sind wir dann in den zweiten Berg gekommen und gefühlt bin ich sehr gut dabei gewesen.

Nach dem zweiten „Berg“ ging es ja mehr oder weniger bergab und unsere Gruppe hat ordentlich Stoff gegeben. Der Haken war, dass von den ganzen Fahren am Ende nur noch 5 übrig waren. Dann 3. Dann 2.  Wir trafen noch ein paar Leute und wurden wieder mehr, dann weniger.

Kurz vorm Ziel war ich wieder vorne und Blick nach Hinten: Mein Mitfahrer, der mich über weite Strecken in seinem Schatten hat fahren lassen, war weg!

Er konnte nicht mehr. Also habe ich rollen lassen, weil ich nicht so arschig sein wollte, vor ihm über die Ziellinie zu rollen. Schließlich sind wir Hand in Hand durch den Zielbogen und haben die Finisher-Medallie umgehängt bekommen:

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Absolut Irre. Und im Ergebnis war ich mehr als zufrieden:

  • Platz 147 aus unglaublichen 1409 Männern und
  • Platz 40 von 314 in meiner Altersgruppe

So gut war ich schon lange nicht mehr in einem Rennen. Was ich aber in großen Teilen meinen Mitfahrern verdanke.

In der Team-Wertung landete Nutrixxion auf Platz 4:

  • 1023 Haseleu, Christian 01:06:50.914 34
  • 1122 Meiners, Stefan 01:13:25.638 154
  • 2037 Oehl, Holger 01:15:07.692 263
  • 1125 Hamburger, Stefan 01:15:09.637 266

Insgesamt bin ich ziemlich geflasht gewesen.

Übrigens auch vom Rennen an sich: Nicht nur war die Strecke sehr gut gewählt und präpariert. Auch die Anzahl an Ordnern und helfenden Händen war beeindrucken.

Der Nachziel-Bereich dann aber übertraf eigentlich alles:

Erst Getränke von Dextro. Dann Obst, Laugenstangen, Kuchen. Dann alkoholfreies Bier und Red Bull. Dann der Grohe-Duschtruck, in den wir uns ja schon damals in Duisburg verliebt haben….

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Dann die Gepäckausgabe, die Transponder-Rückgabe. Alles flüssig, nirgendwo schlangen und alles so abgesperrt, dass wirklich nur Fahrer/-innen sich dort aufhalten konnten. Irre, was Düsseldorf für 50€ Stargebühr geboten hat. Bzw verglichen damit peinlich was andere ähnlich teure Veranstaltungen nur bieten.

Zusammenfassend: Ich bin echt glücklich über meine Zeit. Warm gefahren und weniger mit Metzchen hätte ich vielleicht sogar noch 30 Sekunden  bis 1 Minute raus holen können. Alles in allem aber ein super Rennen. Von der Anmeldung am Samstag bis zum Zug nach Hause am Sonntag Nachmittag.

Sieht man mal von der „kleinen“ Katastrophe morgens ab. Denn da war ich mir echt sicher, dass das Rennen gelaufen ist. Gut, dass ich mich geirrt habe.

P.S. Wie Arschgeil war denn bitte die Tunneldurchfahrt vor dem Ziel? Das brauche ich jetzt öfter, bitte!

Grenzfahrer vs. Rose – 2 RTF die sich (k)ein bisschen ähneln

In den letzten Tagen bin ich zwei RTF gefahren, die sich in vielem ähneln und doch ganz unterschiedlich waren.

Da war zuerst die RTF der „Grenzfahrer„, die uns (grob) von Willich nach Holland und zurück führte:

Grenzfahrer_RTF_

Wir sind die 110km-Runde gefahren und waren sehr angetan. Die Startgebühr war 6 Euro für „Trimmdich-Fahrer“ ohne Wertungskarte. Dafür gab es dann..

  • eine sehr gut ausgewählte Strecke,
  • die sehr gut beschildert war und
  • alle 20km einen Verpflegungspunkt.

Die Verpflegungspunkte verdienen eine besondere Aufmerksamkeit: denn neben Nutellabroten, Waffeln und Bananen gab es für die Fahrer so viele Riegel und Gele von Xenofit, wie man tragen konnte. Witziger Weise hat das niemand wirklich in übertriebenem Maß ausgenutzt.

Die Strecke war insgesamt sehr schnell, weil vor allem große Straßen oder schnelle (niederländische) Radwege zu fahren waren.

Dann sind wir die RTF „Rose Bikes – RC77“ gefahren, die uns von Bocholt nach Holland und zurück führte:

RTF_Bocholt_70km_mit_viel_Wind_

Weil es sehr windig war, sind wir allerdings von der 110km-Runde auf die 70er ausgewichen. Der Startpreis betrug ebenfalls 6 Euro und dafür gab es dann:

  • eine sehr gut ausgewählte Strecke,
  • die sehr gut beschildert war und
  • …. äh einen Haken.

Denn erst nach 35km sind wir an den ersten Verpflegungspunkt gekommen und dort lagen nur ein paar, größtenteils deutlich grüne Bananen. Sonst nix. Kurz bevor wir fahren wollten, tauchten plötzlich noch Aldi-Müsliriegel auf.  Besser als nix, aber als Julia 3 davon holte (für sie, unseren Mitfahrer und mich), gab es noch einen dummen Spruch „da kommt ja die richtige“, als sie die genommen hat.

Un-fucking-fassbar.

Nach der Rückkehr gab es dann ein Funktions-T-Shirt von Rose und RC77, dass für die „ersten 1000 Fahrer“ vorgesehen war – ich glaube nicht, dass so viele da waren.

Die Shirts sind toll. Und auch die Strecke war gut: Nicht so schnell wie die Grenzfahrer-RTF, aber durch viele Kurven auf der Strecke war man immer vergleichsweise kurz dem doch starken Wind von vorne ausgesetzt.

Beide teilten sich, dass man hier eine sehr schöne grenzüberschreitende, flache Strecke fuhr. Beide Strecken waren wirklich gut ausgewählt und präpariert. Während die Grenzfahrer aber mehr auf Speed setzten, sprach die Rose-RTF eher die Genießer an.

In beiden Fällen bekam man für sein Geld auch wirklich viel geboten. Allerdings rettet die Rose-RTF hier das Shirt. Denn nach dem „Verpflegungsstop“ waren wir schon  reichlich angefressen.

Bei beiden gab es übrigens hinterher auch sehr leckere Würstchen, Getränke und viel Kuchen zu sehr fairen Preisen.

 

Urlaubsendrunde mit der ERG

Alles geht einmal zu Ende. Und heute ist es mein Urlaub.

Um so schöner, dass die Jungs und Mädels von der ERG1900 für heute zu einer Runde aufgerufen haben.

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Ausgedacht hat sich die Runde Martin, und sie hatte es durchaus in sich! Angedacht war, vom Lukas am Baldeneysee mal hoch zur Hohensyburg zu fahren und wieder zurück.

Lukas_Hohensyburg_Lukas

Denn das, was vermutlich alle unterschätzt haben, war das Wetter. Aber wer rechnet denn schon damit, dass die Sonne so (>3°C) auf uns herniederbrennen würde.

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Entsprechend froh waren alle, als wir am Wendepunkt die Flaschen auffüllen konnten. Von da dann noch schnell hoch zum Denkmal…

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Schnell das obligatorische Gruppenfoto…

Foto (c) Rainer
Foto (c) Rainer

… undab nach „Hause“, also wieder zum Baldeneysee.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Runde mit ihren 1500hm gut fahrbar ist. Das man sie an solchen Tagen aber vielleicht nicht über die Mittagszeit fahren sollte 😉 Und das ich Martin dankbar bin, dass er es hat damit gut sein lassen  – wenn wir so auch die 100km-Marke knapp verfehlt haben.

Jetzt bin ich bereit, morgen Arbeiten zu gehen. Ne gelogen, ich würd natürlich morgen wieder fahren wollen. In wirklichkeit bin ich jetzt bereit für einen Dönerteller. Und um es mit Peter Lustig zu sagen:

Ruhr Around Challenge – 200km ohne Training? Kann man machen. Ist dann halt speziell.

Ich hatte mal mit der Idee geliebäugelt, die „Ruhr 2 Northsea Challenge“ zu fahren – und die Idee dann irgendwie wieder verworfen. U. a. weil ich schon seit gefühlt 100 Jahren nicht mehr so lange auf dem Bike saß.

Am Freitag erreichte mich dann die Nachricht, dass ein Kollege aus dem ERG leider nicht bei der Vorbereitungstour „Around Ruhr Challenge“ starten kann. 200km. Und da ich noch nie zu den klügsten gehört habe, habe ich das Ticket übernommen.

Und so trafen sich dann am Sonntag morgen 80 Fahrer und Fahrerinnen aller möglichen Altersklassen mit Rädern aller Arten in Duisburg am MSV-Stadion und starteten um 7 Uhr den Rundkurs.

(Auf Strava)

Schnell war klar, dass es defintiv eine Runde ist wie ausgeschrieben werden würde: Durschnitt 18km/h und 2h Pause waren die Richtschnurr. Dazu hatte ich allerdings keinen Bock und das aus einem ganz einfachen Grund: Ab Nachmittag / frühem Abend sollte es ordentlich gießen.

Also nach vorne, wo wir dann relativ schnell eine Führungsruppe von 2 Rennrädern, einem Triathleten und einem Crosser waren. Und uns schon nach wenigen KM sehr weit abgesetzt hatten.

Am Baldeneysee hätte der erste Verpflegungspunkt sein sollen. Als wir ankamen, war da nur leider niemand. Und um die Spannung vorweg zu nehmen: Mit Ausnahme einer „Notstation“ in Dortmund war keine einzige Verpflegungsstation besetzt, als wir durch kamen. Man hatte einfach nicht damit gerechnet, dass es Leute gibt die ohne die geplanten Mahlzeigen (Frühstück, Mittag und Kaffee & Kuchen) durchfahren würden!

Foto (c) TPI
Foto (c) TPI

Die ersten 60km liefen auch völlig ereignislos.

Wir konnten ein gutes Durchschnittstempo halten und kamen relativ schnell am Kemmnader See an. Hier zerfiel unsere Gruppe dann leider spontan, weil 3 aus ihr zum Frühstück anhielten – das offensichtlich gerade erst aufgebaut werden sollte. Tobias, der Triathlet und ich sind dann zu zweit weiter gefahren.

IMG_7694Um uns kurz darauf am falschen Ort zu wähnen.

Denn plötzlich standen wir vor einer Fähre. Der GPS-Track war sich einig: Dort müssen wir rüber. Leider stand das nicht in der Ausschreibung und da die Fähre nur „Bezahlt was ihr wollt“ als Motto habt, man aber kein Geldwechseln kann und wir beide nur Scheine hatten, sind wir „schwarz gefahren“. Mit Genehmigung des Fährmanns. Den ich übrigens gefragt habe, ob schon andere mit Startnummern vorbei gekommen wären. Um mich dann von Tobias belehren zu lassen, dass wir ja die ersten wären 😉

IMG_7695Landschaftlich waren wir natürlich schwer angetan.

Von den „Radwegen“ leider nicht, denn nach der Fähre fing es mit Schotterpisten an.  In der Beschreibung auf der Website hieß es:

 Gefahren wird beinahe ausschließlich auf Radwegen oder kleinen Straßen.

Leider vergessen wurde der Hinweis, dass die Strecke für Rennräder eigentlich gar nicht geht. Crosser, MTB, Tourenrad, alles okay. Aber für Rennräder…. übelst. Insbesondere im zweiten Teil, wenn es über einige (von diversen CTF(!) bekannten) Kanal-„Rad“-Wege ging. Um es vorweg zu nehmen: Nicht nur dürfen jetzt die Laufräder zentriert werden, es hat uns auch ordentlich Zeit gekostet 🙁

IMG_7696Das es schließlich sogar durch den Wald ging, ist da fast keine Erwähnung mehr wert. Vor allem nicht, wenn der Depp mit dem GPS (ich) nicht aufpasst und falsch abbiegt. Die grobe Richtung stimmte zwar, aber Treppen auf dem Jakobsweg waren nun doch nicht das, was wir erwartet hatten. Den Triathleten freut es vermutlich mal laufen zu können – den faulen Sack nicht.

IMG_7699Der Wald war aber nicht die einzige Überraschung.

Eine weitere war, dass wir durch(!) ein Volksfest mussten. Wer da bei der Genehmigung der Strecke gepennt hat, ist ja egal – aber für die hinter uns dürfte das auch eine unangenehme Überraschung gewesen sein.

IMG-20160522-WA0038_resizedNachdem an dem Verpflegungspunkt „Mittagspause“ niemand war, sind wir auch dort einfach weiter. Gott sei Dank gab es noch eine Trinkhalle für Apfeschorle 🙂

An dem letzten „Verpflegungspunkt“ sollte es Kaffee und Kuchen geben und wir haben sogar jemanden gefunden, der aufschließen konnte. Kuchen haben wir nicht gegessen, aber wir konnten noch zwei Bananen erbetteln, die eine wichtige Alternative zu den Gels und Riegeln waren. So „gestärkt“ ging es dann in den „Endspurt“.

IMG_7704Nach einer Fahrzeit von Netto 7 Stunden und 50 Minuten waren wir dann am Seehaus an der Wedau. Ich sag mal: Mit nur Asphalt wären wir mindestens 30 Minuten schneller gewesen.

Dummerweise war man auch am Seehaus nicht auf uns vorbereitet. Das Buffet war (logisch) noch nicht fertig und man half uns zumindest mit Pizza und alkoholfreiem Bier aus dem tiefsten Loch heraus.

Tobias ist dann gefahren und ich habe noch auf ein paar eintreffende Mitfahrer gewartet. „Leider“ hat Julia mich jedoch um 18 Uhr abgeholt. In der Zeit von irgendwie 16 bis 16:30 (weiss nicht genau wann wir da waren) und 18 Uhr fing es dann an so richtig zu schiffen – nur Rafahrer sah ich keinen mehr 🙁

Bin dann ins Auto gekrabbelt und nach Hause gefahren, mit der Hoffnung das alle anderen Fahrer/-innen auch gut ankommen. Auf Strava konnte man allerdings den einen oder anderen Abbruch sehen.

Für das „Chaos“ bei der Organisation möchte in an dieser Stelle dem Veranstalter keinen Vorwurf machen. Das wir so geheizt sind, war ja unser eigener Wunsch und das wir damit den Zeitplan – und vor allem den Ressourceneinsatz sprengen – kann man ihm nicht anlasten.

Beschwert habe ich mich aber über die Formulierung zur Strecke:

Die ziemlich genau 200 Kilometer lange Strecke ist fast vollständig asphaltiert und damit für quasi jedes Rad geeignet.

Denn die war defintiv nicht für Rennräder geeignet. Ich habe angeregt, dass zu ändern. Man hat mir aber versichert, dass die 300km-Tour nach ähnlicher Kritik im letzten Jahr inzwischen 100% Rennradtauglich ist.

An der Stelle muss ich übrigens noch mal kurz ein Loblied auf „Bergetappe“ in Essen singen:

Ich lasse ja meine Bikes dort fitten und kann nach gestern sagen, dass auch 8h Fahrt nicht zu Schwielen oder gar Schmerzen führen. Keine wunde Stelle, kein schmerzender Rücken oder einschlafende Hände. Insbesondere vor dem Hintergrund der Schlaglochpisten gestern muss ich sagen, dass jeder € den man in ein perfektes Sitzen investiert, ein gut investierter Euro ist!

Und zum Schluss noch mal vielen Dank an Tobias für die guten Tipps und die Motivation auf der langen Strecke! Alleine wäre mein Schnitt deutlich niedriger gewesen und zu zweit über den RS1 zu düsen ist schon ziemlich genial 🙂

 

Melanie Heßling fährt auf´s Podium

Melanie Heßling hat beim Rundstreckenrennen in Enkhuizen am holländischen Ijsselmeer ihren ersten Podestplatz in der Saison 2016 eingefahren.

imageDie Radsportlerin aus dem Team Abus-Nutrixxion, die seit Anfang des Jahres auch für ein niederländisches Profi-Team im Sattel sitzt, holte sich hinter Vera Koedooder und Moniek Tenniglo Rang drei. „Ich hatte noch etwas gutzumachen. Und das ist mir gelungen“, freute sich die 34-Jährige über Rang drei in ihrem fünften Rennen.

Enkhuizen am Ijsselmeer besitzt in der Radsport-Szene einen ausgezeichneten Ruf. Enge Straßen, das übliche Kopfsteinpflaster, ein superschnelles Rennen über 35 Runden. Für Melanie Heßling war es der dritte Start in ihrer langen Laufbahn. 2014 wurde sie in dem schönen Hafenstädtchen Zweite. Keine guten Erinnerungen hat sie indes an 2015. „Da konnte ich wegen fehlender Form und einem dummen Fehler in der Startphase leider der Spitzengruppe nur hinterherwinken und wurde zusammen mit dem ganzen Hauptfeld einige Runden vor Schluss aus dem Rennen genommen“, erklärte die Münsterländerin. Der Stachel saß also tief. Ein guter Grund, es diesmal viel besser zu machen.

In der Startliste standen am Renntag einige große Namen: Amy Pieters von Wiggle High 5, Floortje Mackaij von Liv-Plantur, Vera Koedooder von Parkhotel Valkenburg, Roxane Knetemann und Moniek Tenniglo von RaboLiv. Einige hatten noch Teamkolleginnen mitgebracht, so dass acht von 75 Starterinnen „echte“ Profis waren. Der Rennverlauf ist schnell erzählt. Von Anfang an folgte eine Attacke auf die andere, niemand war bereit, der anderen etwas zu schenken. „Nach zwei Dritteln des Rennens attackierte dann Moniek Tenniglo und ich war mit dabei“, so Melanie. Zusammen fuhr das Duo einen kleinen Vorsprung heraus, bevor in der vorletzten Runde Vera Koedooder noch aufschloss. Diese attackierte dann in der letzten Runde erneut und konnte den Sieg einfahren. Moniek Tenniglo wurde Zweite, Melanie Heßling Dritte.