Archiv der Kategorie: Downhill/Enduro

Trailground Brilon: I like. :-) :-) :-)

Eigentlich wollte ich heute die RTF in Haltern fahren. 111 flache KM mit dem Rennrad abreißen. Dann wurde das Wetter für heute als super gut vorhergesagt und ich dachte eher mein Enduro auf die Halde Hoppenbruch zu entführen.

Und irgendwie, so beim Surfen gestern, bin ich auf den Trailground Brilon gestoßen.

Und weil ich ja bekannt bin für dumme Entscheidungen,  habe ich Julia überredet, heute etwas früher aufzustehen.

Bisschen doof war nur, dass nach dem Aufstehen das Thermometer so gar nicht nach den für heute angesagten 20  Grad und mehr aussah…. hmmm. Also erst noch mal ausgiebig gefrühstückt und dann los. Obwohl es arg kalt war, sah der Himmel verdächtig gut aus. Ich also in Kurz-Kurz. Julia zur Vorsicht mit langen Sachen.

Was sich als völlig unnötig erwies, denn als wir in Brilon ankamen, war es schon über 20 Grad warm. Und wenig überraschend waren wir wohl nicht die Einzigen, die sich gedacht hatten, dort mal biken zu fahren. Um es aber vorweg zu nehmen: Stau gab es in den Trails keinen.

Der Trailground bietet 3 Strecken, die sich eigentlich an alle Niveau-Klassen richten. Die technischen Stellen sind alle so angelegt, dass auch ein panischer Neuling gut durchkommt und ein geübter Fahrer viel Spaß haben kann. Die Strecken sind dabei 7km/175hm, 10,8km/315hm und 17,3/505hm lang.

Zum größten Teil wird Fläche genutzt, die rund um einen teils noch aktiven Steinbruch liegt.

Wirklicher „Wald“ ist dort relativ wenig, aber auch vorhanden.

Die Auffahrten sind alle gut machbar und durchaus auch für Leute zu schaffen, die jetzt keinen Alpencross fahren würden.

Das Panorama allerdings ist stellenweise wirklich irre. Mal bist Du im Wald. Mal auf dem Gipfel. Und mal auf dem Mond.

Auf der großen Runde macht man die 500 Höhenmeter nur voll, wenn man einen kleinen Umweg einlegt.

Dieser führt einen auf ein Gipfelplateu auf dem irgendwas steht von dem ich keine Ahnung habe was es sein soll.  Ändert aber nix datran, dass es Spaß macht, dorthin zu radeln 🙂

Aber der besondere Clou und das, wofür wir eigentlich ja da waren, sind die Abfahrten.

Beim ersten Mal noch zaghaft an die Strecke rangestatet, hat es beim zweiten Mal in Strava PR’s für mich und QOM’s für Julia gehagelt – obwohl wir es eigentlich entspannt angehen wollten. Aber es ist einfach zu geil, einfach Laufen zu lassen

Am Start/Ziel gibt es ein kleines Hotel-Restaurant, wo man zwischen den Runden was futtern kann. „Mittig“ auf der roten Strecke ist eine Biker-Kneipe, wo es ebenfalls Kuchen, Bratwurst und Pommes so wie kalte Getränke gibt. Man kann also sagen, dass die Verpflegungsstationen durchaus was hergeben 😉

Wir sind letztlich zwei Mal die lange Runde gefahren.

Das waren dann 36km und 920 Höhenmeter, weil wir beim zweiten Mal nicht mehr auf das Plateu gefahren sind.

Am Ende der Tour hatten wir etwa 5 Liter Apfelschorle und reichlich Kuchen vertilgt und waren ziemlich angefixt.

Natürlich ist es was anderes, ob man mit dem Lift hoch kommt oder sich jeden HM erarbeiten muss. Aber die Anlage der Strecke in Brilon ist so, dass man im steten Wechsel hoch und runter fährt.

Irgendwie ist das für uns befriedigender als immer mit dem Lift zu fahren. Und das die Strecken wirklich universell sind sieht man auch daran, dass ich mit einem 160mm Enduro gefahren bin – und Julia mit einem 100mm Hardtail. Ohne das der eine oder die andere es bereut hätte.

Wenn Ihr noch nicht da gewesen seid und ich Euch einen guten Tip geben darf: Fahrt mal hin. Es lohnt sich echt.

Deutsche MTB Enduro Meisterschaft erstmals in Willingen

Das Enduro-Rennen des Ziener BIKE Festival Willingen ist 2017 so wichtig wie noch nie! Nach dem Aus der bekannten Enduro-Rennserie, die in den Vorjahren Station in Hessen gemacht hat, haben sich die Veranstalter mit dem Bund Deutscher Radfahrer e.V. darauf geeinigt, im Rahmen des SCOTT Upland Enduro die Deutsche MTB Enduro Meisterschaft auszutragen.

Am Sonntag, den 21. Mai 2017, geht es im Hochsauerland erstmals um nationale Meisterehren in den Klassen Elite Men und Elite Women.

  Action-Foto Enduro © Benjamin Prescher

Action-Foto Enduro
© Benjamin Prescher

„Die Vergabe der Deutschen Meisterschaften an den Standort Willingen bestätigt die positive Entwicklung des BIKE Festivals, die vor allem in sportlicher Sicht für uns wichtig ist. Zumal sich das BIKE Festival weiterhin treu bleibt, da niemand vom SCOTT Upland Enduro ausgeschlossen wird“, so Johannes Niemann, der verantwortliche Projektleiter des BIKE Festivals.

Wie in den Jahren zuvor wird es auch die Kategorien Pro Masters, Open Men, Open Women und Open Junior male geben.

  Action-Foto Enduro © Benjamin Prescher
Action-Foto Enduro © Benjamin Prescher

Während für die Elite Men, Elite Women und Pro Masters-Kategorie eine gültige Lizenz des Internationalen Radsportverbandes (UCI) notwendig ist, stehen die Klassen Open Men, Open Women und Open Junior male allen Enduro-Begeisterten offen.

Am Ablauf der Veranstaltung ändert sich im Vergleich zu 2016 nichts.

Das Training findet am Samstag, den 20. Mai 2017, von 9:00 Uhr bis 14:00 Uhr statt. Am Sonntag folgt um 7:30 Uhr der Startschuss zum Rennen, das auf flowigen Strecken stattfinden wird.

Die Anmeldung zum Rennen öffnet am 7. März online.

King Of Hoppenbruch

Im Ruhrgebiet gibt es für Downhiller und Enduro-Fahrer (MTB) nur wenige Möglichkeiten, sich wirklich legal austoben zu können.

Eine Möglichkeit sind die Strecken, die der FRC Herten auf der Halde Hoppenbruch angelegt hat und betreut.

Und heute gab es, quasi zur Krönung der eigenen Strecken, das Event „King Of Hoppenbruch„, bei dem 88 Fahrer und Fahrerinnen aller Altersklassen gegen die Uhr und den eigenen Schweinehund antreten konnten.

Um den Fahrspaß zu maximieren, hat es dann letzte Nacht auch noch geregnet 😉 Während des Rennens heute blieb es aber größten Teils trocken. Nur nicht sauber 😉

Und natürlich waren wir auch da. Aber nur zum Gucken. Und wie das so ist: Was wir gucken, könnt Ihr auch gucken:

Radon Slide Carbon 160 9.0

Nach dem Urlaub in Saalbach habe ich mir ja mehr oder weniger spontan ein abfahrtsorientiertes Spaßbike gekauft – das auf den etwas sperrigen Namen „Radon Slide Carbon 160 9.0“ hört.

IMG_8373Inzwischen habe ich die ersten 100 km mit dem Bike hinter mich gebracht – genug um mal das für und wieder zu betrachten.

Das erste was ich gemacht habe, war die Schläuche raus zu nehmen. Radon liefert direkt Tubeless-Ventile mit und die Felgen sind ohne Umbau TL-ready. Der Hans-Dampf-Reifen braucht kaum Milch um dicht zu halten. Bessere Pannensicherheit und niedrigere Drücke sind die angenehme Folge.

Das Slide 9.0 kommt mit kompletter XT-Ausstattung. Eigentlich gut, trotzdem habe ich die XT-Bremse runtergeworfen und eine Saint installiert. Außerdem ist die vordere 180mm Scheibe gegen eine 200er getauscht worden.

Die Gründe dafür sind einfach:

IMG_8266Im Bikepark habe ich gemerkt, dass bei meinem Gewicht die 180er-Scheibe ausreicht. Aber eben nicht so wie ich es gerne hätte. Dazu kommt, dass die XT-Bremse bei mir das schon kolportierte Wandern des Druckpunktes hatte.

Das kann der Service zwar angeblich beheben, aber wenn ich schon plane vermehrt Downhill zu fahren, kann ein bisschen Reserve ja nicht schaden. Also die große Scheibe und eine Saint montiert. Bremsen wie andere den Anker werfen 😉

IMG_8372Genau so viel Spaß wie im Park macht das Bike aber auch auf den „heimischen Trails“, in meinem Fall also Halde und Testerberge. Die 2×11 scheint mir ein bisschen zu großzügig, 1×11 hätte es auch getan. Aber so bleiben immer genug Reserven um das vergleichsweise schwere Bike die Berge hoch, die Waldwege lang und die Abfahrten runter zu pedalieren.

Insgesamt fällt das hohe Gewicht schon auf, vor allem im Vergleich zu meinem Race-Hardtail. Aber das Slide ist ja auch ein komplett anderes Bike.

Trotzdem überlege ich, die Schaltung aus 1×11 zu reduzieren und für Touren einen leichteren zweiten Laufradsatz zu bauen. Die fetten Hans Dampf sind trotz TL nämlich keine Leichtgewichte und rollen eher wie ein Panzer 🙂

Das Einzige was mir wirklich nicht gefällt ist die tiefe Position des Tretlagers. Schon mehrfach habe ich mit der Kurbel oder dem Kettenblatt den Boden berührt – vor allem in sehr schmalen Rinnen. Da wäre mehr Luft besser, aber das Slide ist ja nun mal eher ein „Touren-Enduro“, denn ein reinrassiger Downhiller. Und da muss man wohl Kompromisse eingehen 😉

Specialized-SRAM Enduro Series #3: Christian Textor und Raphaela Richter sind die Deutschen Meister

Das wichtigste nationale Endurorennen ist nun Geschichte. In Schöneck wurden neben dem dritten Lauf zur Specialized-SRAM Enduro Series auch die Deutschen Meisterschaften ausgetragen. 400 Fahrer aus 10 Nationen waren am Start.

Am vergangenen Wochenende war Schöneck erneut Schauplatz für die Deutsche Meisterschaft der Disziplin Enduro. Bereits im Jahr 2014 war der Vogtland Bike e.V. Gastgeber für die Austragung der damals ersten nationalen Meisterschaft in dieser noch jungen Sportart. Nach einem Abstecher im letzten Jahr nach Altenau im Harz kehrten also die Titelkämpfe zur Wiege der Enduro-DM nach Schöneck zurück und wurden dort standesgemäß gefeiert. Eingebettet wurde das Rennen in den dritten Lauf der Specialized-SRAM Enduro Series und somit waren auch wieder einige internationale Größen am Start. Insgesamt gingen etwa 400 Sportler aus 10 Nationen auf die anspruchsvolle Runde.

Gewinner DM - SSES Schöneck 2016Dass eine DM etwas ganz Besonderes ist, war von vornherein klar, allerdings hatte man sich für Schöneck noch weitere Besonderheiten einfallen lassen. Für die Elite und Pro Klassen wurden insgesamt 7 Stages angeboten, plus einem zusätzlichen Prolog, dessen Zeit auch ins Ergebnis einfloss. Die Open Klassen hatten 5 Stages zu absolvieren. Speziell war insbesondere, dass die Elite und Pro Kategorien nach den sechs gewerteten Stages noch einmal nach dem aktuellen Stand des Rennens in umgekehrter Reihenfolge auf die letzte Wertungsprüfung gingen. Sie starten dann quasi schon mit ihrer bisher benötigten Zeit und auf der Anzeigetafel im Ziel erschienen die Gesamtzeit und sofort die aktuelle Platzierung. Spannender und zuschauerfreundlicher kann man ein Endurorennen wohl kaum gestalten.

Auf dem Programm stand eine Runde mit etwa 47 Kilometern, wobei die sieben Stages der Elite und Pro Klassen in etwa eine Gesamtlänge von 8,5 Kilometern hatten. Auf diesen gezeiteten Streckenabschnitten wurden über 800 Höhenmeter vernichtet. Den Open-Klassen wurde die dritte Stage erspart und das Rennen endet bereits nach der sechsten Wertungsprüfung. Für sie ergaben sich 6 Kilometer mit über 500 Höhenmeter Stageanteil.

Nach dem Training am Samstag ging es am Abend bereits erstmalig zur Sache. Ein 600 Meter langer Prolog mit Ende direkt im Start-/Zielbereich musste absolviert werden. Viele Zuschauer säumten bei bestem Wetter die Strecke und bekamen jede Menge Action geboten. Insbesondere am Zieltable trugen einige Stunts zur Unterhaltung bei. Am Ende gewann der Serienführende Zakarias Johansen (NOR – Specialized Nordic) mit einer Zeit von 1:28.324 Minuten und einem Vorsprung von knapp 8 Zehnteln auf Michal Prokop (CZE – Ghost Factory Racing Riot). Schnellste Frau war die 18-Jährige Cross Country Fahrerin Mirjam Kuhn (GER – Radon EBE-Racing Team), die nach eigener Aussage selbst etwas über dieses Ergebnis überrascht war.

Der Sonntagmorgen bot dann nicht die besten Wetterbedingungen. Regen hatte die Strecken ordentlich aufweichen lassen. Die ersten Fahrer, die pünktlich halb neun auf die Runde geschickt wurden, waren die Serienführenden der Klasse Elite Men. Die erste Stage war eine alte Bekannte des Rennens, jedoch mit veränderter Linienführung. Nach Aussage der Veranstalter ist der Zick-Zack Kurs durch das Baumlabyrinth des Schönecker Stadtparks einfach zu schön, um ihn rauszulassen. Danach ging es dann auf die zweite Stage, auf der die ersten Fahrer allesamt Probleme hatten und man einige Stürze beobachten konnte.

Christian Textor - SSES Schöneck 2016Die dritte Wertungsprüfung führte die Elite und Pro Klassen in die Vogtland Arena Klingenthal, dann schon bei besseren Bedingungen und abtrocknender Strecke. Kurz und knackig führte es steil bergab entlang des Schanzentischs. Zur Belohnung gab es dann eine schöne Aussicht und die Auffahrt mit dem Lift. Danach ging es wieder zurück in die Bikewelt Schöneck bevor die fünfte und sechste Stage noch einmal im alten Steinbruch lange Streckenverläufe boten. Anschließend wurden die Transponder ausgelesen und für die Fahrer der Open Klasse war es geschafft. Alle anderen wurden nun mit fester Startzeit und in umgekehrter Reihenfolge zum aktuellen Stand im Downhillmodus auf die letzte Stage geschickt.

Die Schnellsten nach sechs Wertungsprüfungen waren Zakarias Johansen (NOR – Specialized Nordic) und Raphaela Richter (GER – Radon Magura Factory Team). Bei Raphaela Richter war das Ganze mit 27 Sekunden Vorsprung ziemlich deutlich und fast kaum noch veränderbar. In der Klasse Elite Men sah es allerdings ganz anders aus. Zweitschnellster war Michal Prokop (CZE – Ghost Factory Racing Riot) mit nur 5 Sekunden Rückstand. Danach kam als Schnellster der DM Wertung Fabian Scholz (GER – Focus Trail Team), der somit gute Chancen auf die Titelverteidigung hatte.

Als erste Kategorie gingen dann die Masters Fahrer auf die letzte Stage. André Kleindienst (GER – Bergamont Hayes Factory Team) hatte zu diesem Zeitpunkt bereits 12 Sekunden Vorsprung und ließ natürlich nichts mehr anbrennen. Die Anzeigetafel zeigte bei ihm dann eine Gesamtfahrzeit von 11.53.445 Minuten und einen Vorsprung von 15 Sekunden an. Damit gewann er den Deutschen Meistertitel vor Christian Junker (GER – Rose Factory Racing Team) und Benjamin Herold (GER – Giant Germany Off-Road Team), der zwar die letzte Stage gewinnen konnte, aber am Gesamtergebnis nichts mehr ändern konnte.

Raphaela Richter - SSES Schöneck 2016Direkt im Anschluss gingen die Elite Women auf den Kurs. Wie zu erwarten war, sicherte sich Raphaela Richter souverän den Sieg und verließ den Platz als Deutsche Meisterin 2016. Zweite wurde die amtierende Deutsche Meisterin im Downhill Sandra Rübesam (GER – Rose Factory Racing Team), die damit bewies, dass sie auch ordentlich treten kann. Auf dem dritten Rang komplettierte Veronika Brüchle (GER – Stevens MTB Racing Team) das Podest.

In der Elite Men Klasse wurden die letzten Fahrer etwas umsortiert. Vor die letzten zehn besten Deutschen wurden die schnellsten fünf internationalen Fahrer gesetzt. Michal Prokop bestätigte mit einer Zeit von 11:15.529 Minuten seine Form. Zakarias Johansen legte mit 11:07.410 Minuten eine unglaublich schnelle Zeit vor, die wohl kaum zu schlagen war. Aber natürlich war in diesem Augenblick hauptsächlich das DM Ergebnis interessant. Am Ende setzte sich in einem Wimpernschlagfinale Christian Textor (GER – Team Bulls) mit 5 Hundertstelsekunden Vorsprung vor Fabian Scholz durch. Textors Zeit von 1:17.409 reichte in der Rennwertung für Platz drei.

Mit dem Sieg des Rennens sicherte sich Zakarias Johansen weitere wichtige Punkte und verteidigte damit die Serienführung. Raphaela Richter scheint ähnlich uneinholbar beim letzten Rennen, welches Mitte September im österreichischen Leogang über die Bühne gehen wird. Alle weitern Informationen auf enduroseries.net.

Abfahrtsorientierter Spaß in Winterberg

Als MTB-Marathonfahrer fährt man Berge ja öfter hoch als runter (so rein subjektiv) und das was man runter fährt ist meist technisch wenig anspruchsvoll.

Nach unserem Urlaub im Paradies hatte ich aber Lust, dass ganze mal umzudrehen und mehr bergab zu fahren als bergauf. Und was bietet sich da mehr an, als ein Besuch im Bikepark Winterberg?

Also Auto gepackt und mit Sack und Pack in das schönbe Sauerland gedüst 🙂

Zum Fahren steht mir ja seit einigen Tagen das „Enduro“ von Radon zur Verfügung, dass Slide 9.0 Carbon mit 160mm Federweg vorne und hinten.  Und um es kurz zu machen: Für mich die Spaßmaschine schlechthin.

IMG_8259Womit Winterberg natürlich im Vergleich zu den Halden im Ruhrgebiet punktet, sind die Lifte.  Auch wenn ich mit dem Slide vermutlich problemlos den Berg hoch gekommen wäre: angenehmer ist gefahren werden alle mal 🙂

IMG_8270Leider ist in Winterberg die Continental-Strecke gesperrt – wegen Bauarbeiten am zweiten Lift. Die Flowshore fiel auch aus. Deswegen war ich ein wenig skeptisch, ob ich denn überhaupt irgendwo fahren können würde.

Zu meiner Überraschung konnte ich das aber. Und zwar weit mehr als ich dachte. Das lag natürlich auch an Kirsten, die mit war und mich einfach gezwungen hat. Leider hatte ich mein Garmin vergessen und habe nur 2 Abfahrten dann „per Hand“ mit dem Handy gestoppt 🙂

Die Bell-Cross-Strecke besteht aus 35 Anliegerkurven. Wer keine Kurven fahren kann, der kann es hier lernen 😉 Vom Fahren her eher langweilig…. rechts… links…recht… aber als Übung alle mal gut.

Spannender war da schon die 4Cross-Strecke.

IMG_8271

Wie bei allen Strecken war ich hier beim ersten Mal ziemlich langsam unterwegs – und beim letzten mal deutlich fixer. Natürlich liege ich Jahre hinter den KOM-Haltern auf dem Segment, aber Spaß ist Spaß. Und wenn man nicht aufpasst, ist Spaß auch Flug 😀

Die Northshore-Strecke war nicht so meins. Das liegt aber nicht an der Strecke, sondern an fehlendem fahrerischen Können und damit verbunden fehlendem Mut. Mit mehr Zeit und Übung wird die sicherlich auch spassig.

Auch nicht meins war die Downhill-Strecke. Ebenfalls aus technischen Gründen. Hier merkt man aber auch, dass ein 160mm Enduro kein 200mm Downhiller ist – vor allem unterhalb des Tretlagers wurde die Luft echt dünn – anders als bei Kirsten mit ihrem DH-Bike.

Aber: Fahrbar. Und mit  mehr Übung auch schneller fahrbar 🙂

Thema schneller:

Richtich Spaß hatte ich auf der Freeride-Strecke, die wir insgesamt am meisten gefahren sind.

IMG_8258Beim ersten Mal bin ich mit zwei Unterbrechungen die Strecke runter gefahren. Alles so neu, alles so ungewohnt und verhältnissmäßig lang.

Freeride

Am Ende sah das anders aus 🙂 Und während bei den ersten Malen noch zahlreiche Fahrer an mir vorbei wollten, hing ich auf einmal hinter jemandem an dem ich nicht vorbei kam 🙂

IMG_8266Das Einzige was zwischen mir und einer noch schnelleren Abfahrt stand war, dass ich zum ersten mal seit ungefähr 30 Jahren länger auf Flatpedals stand und Angst hatte zu springen – weil ich schlicht keine Ahnung hatte, wie ich dabei auf den Pedalen bleiben soll. Bei SPD stellt sich die Frage nicht.

Am Ende waren wir dann deutlich mehr als 10 mal (15? keine Ahnung) den Berg runtergerauscht. Und nachdem dann alle wieder wohlbehalten daheim waren, die Sachen weg geräumt und der Hunger bekämft war, bin ich ziemlich tot gewesen.

Aber was soll ich sagen? Der Spaß in Winterberg ist die Anfahrt (2h), die Liftkartenpreise und die körperliche Anstrengung wert. Und gelegentliche Besuche dort werden jetzt sicherlich in das Standard-Programm aufgenommen.

Und ich muss üben, üben, üben. Vielleicht fahre ich dann irgendwann auch die Steilrampe auf der DH-Strecke. 😉

IMG_8268(aber zu meiner Schande: die habe ich mich im Urlaub schon nicht getraut. Ganz anders als Julia, übrigens…)

Hopp Hopp auf Hoppenbruch

(manche Wortspiele sind so schlecht…)

Gestern war ich mit dem neuen Radon mal auf der Halde Hoppenbruch in Herten…

IMG_8054Weil 160mm Federweg wollen ja angemessen ausgeführt werden und auf Hoppenbruch und Hohewardt gibt es dank des Freeride Club Herten ja einige angelegte Trails zu fahren.

Also bin ich gestern mal nach Herten gefahren und habe mich da mit ein paar Abfahrtsorientierten Mountainbikefahrern getroffen. 🙂

Enduro_auf_der_Halde_Hoppenbruch

Und nach ein paar Abfahrten (und dem obligatorischen wieder hoch schieben) bin  ich ziemlich angetan von dem neuen Radon Slide Carbon 160 9.0 (was für ein Name).

Die Bremsen (XT, 2016) verzögern gewohnt zuverlässig und nach dem Tausch der vorderen Scheibe von 180mm auf 203mm sind auch genug Reserven für schwere Fahrer wie mich vorhanden.

Aber wer will schon bremsen?

Das Fahrwerk vom Slide will nämlich nicht langsam. Es will mit offenen Bremsen von oben bis unten durch. Dabei bügelt es den Untergrund absolut glatt und auch die hier und da schon fast zwangsläufigen Sprünge absolviert es mit traumwandlerischer Sicherheit – selbst bei so technisch wenig versierten Fahrern wie mir.

Wow.

Auch wenn das Radon ein paar Sachen hat, die ich gerne anders gelöst gesehen hätte: Man bekommt verdammt viel Bike für sein Geld mit dem Slide. Und jetzt freue ich mich um so mehr, mit einer guten Freundin nächste Woche mal ins Sauerland zu fahren.

Denn das Problem an Hoppenbruch: Kaum hat man das Grinsen im Gesicht, ist der Weg auch schon zu Ende und man schiebt wieder hoch. 😉

(Bike-)Urlaub im Paradies

Wenn es für Mountainbiker in Europa sowas wie das Paradies gibt, dann ist es sicherlich die Gegend zwischen Leogang und Saalbach-Hinterglemm.

IMG_7997

Und wir müssen es wissen, denn wir waren für 10 Tage da 🙂

Aber der Reihe nach:

Für den Urlaub dieses Jahr hatten wir uns Saalbach-Hinterglemm ausgesucht, dass wir mal ausprobieren wollten. Ein wenig enttäuscht waren wir ja letztes Jahr von Meran.

In Hinterglemm hatten wir im Hotel Hasenauer ein paar Übernachtungen gebucht.  Das Hasenauer wirbt für sich selbst als „Sport- und Wohlfühlhotel“ und beides ist mit absoluter Sicherheit nicht übertrieben.

In dem familiär geführten Betrieb wird viel Wert darauf gelegt, dass sich die Gäste wohl fühlen. Und das wird vor allem über „Kleinigkeiten“ erreicht: Das Essen ist morgens wie abends einfach super (wir hatten HP gebucht) und die Kräfte die dort arbeiten wissen ab dem zweiten Tag, welche Eigenart welcher Gast hat. Dementsprechend muss man auch nie sagen, welche Zimmernummer man hat oder das man einen Kaffee zum Frühstück möchte.

Daneben gibt es täglich geführte Wandertouren, auf Wunsch Bike-Guides und so weiter und so fort.

Die Zimmer sind auch wirklich angenehm eingerichtet, in unserem Fall zusätzlich mit großem Bad und Balkon. Herrlich. Insgesamt ist das Hotel uneingeschränkt empfehlenswert.

Angekommen stellt sich dann aber die Frage: was machen wir denn jetzt?

Das Problem ist nämlich: man kann so viel machen, dass man gar nicht weiß womit man anfangen möchte 🙂

Wir haben uns für die erste Aktion überlegt, die Milka-Line zu fahren – angeblich auch Hardtail-tauglich. Weil wir ja nun mal nichts anderes mit hatten, als unsere Hardtails 😀

DSCF1287Hier offenbarte sich dann auch gleich ein „Problemchen“: Julias für Marathons im Sauerland getrimmtes Trek hatte nur sehr (sehr) kleine Bremsscheiben. Das geht auf die Dauer in die Hände.

Aber in  Saalbach sollte es doch kein Problem sein, die Bremsscheibe zu wechseln?

Ist es auch nicht: Der Laden gegenüber vom Hotel montierte die neue Bremsscheibe (ohne Aufpreis für die Montage) und schickte uns zum nächsten Laden, wo es den passenden Bremsadapter gab 😀

DSCF1289

Wenn doch nur alles so unkompliziert wäre im Leben 🙂 Kein „Haben wir nicht, kriegen wire nicht“,  sondern überall ein „das kriegen wir schon hin“.  Wer mal ein ganzes Tal erleben will, dass sich auf den Kunden einstellt, der sollte mal versuchen dort ein „unlösbares“ Problem zu haben.

Anyway, mit neuer Bremse wiedser auf den Weg zum Trail!

DSCF1291

Für den nächsten Tag hatten wir uns bei Bike ’n Soul zum XC-Training angemeldet. Inhaltlich war das für uns jetzt eher… nicht so ergiebig. Es hatte aber den interessanten Nebeneffekt, dass wir einige witzige Leute kennen gelernt haben – mit einigen davon haben wir dann auch noch mehrfach was unternommen.

DSCF1294

Nach dem Technik-Training war noch eine gemeinsame Tour geplant, die wir leider absagen mussten. Ich hatte mich mit einem Bekannten verabredet, den Adolari-Klettersteig zu gehen.

DSCF1301Nach den Trockenübungen im Landschaftspark unser erster richtiger Klettersteig. Bei dem Julia leider raus fand, dass das nicht ihr Sport ist. Ganz im Gegensatz zu mir: Ich finde das ausgesprochen cool 🙂

Aber wir waren alle erfolgreich und am Ende gibt es ja eine Zwangs-Belohung bei diesem kurzen, aber schönen Steig:

IMG_7928

Die Rückfahrt sind wir dann mal andersherum angegangen. Dazu muss man wissen, dass man mit dem Rad vom Hotel in 20km am Steig ist. Über den Berg. Mit dem Auto aber sind es 60 – um den Berg herum. Und die Idee war: Wenn man links rum fahren kann … steht man rechts rum im Kuhstau 😀

DSCF1303

Am nächsten Tag sind wir dann noch mal zu Bike ’n Soul und haben eine Tour mit den Leute vom Vortag gefahren. Die war technisch jetzt nicht sonderlich anspruchsvoll, hatte aber schon ein paar Höhenmeter.

IMG_7943

Morgenradfahrt

In Leogang haben wir aber den Lift nach oben genommen 😉

IMG_7955Von Leogang ging es dann noch mal nach Saalbach zurück und dort noch mal die Milka-Line runter. Die übrigens eine schöne Verlängerung des Panorma-Trail ist.

Der nächste Tag führte uns dann zur Bike-Academy von Kurt Exenberger.  Dort hatten wir ein mehrstündiges Individualtraining gebuchgt, für das sich unser Coach Rainer auch ordentlich Zeit nahm.

Dabei fiel allerdings sehr schnell auf, dass Julia deutlich besser ist. Ich habe die Weichei-Variante des Trainings genossen 😉

IMG_7977

Und falls Ihr Euch fragt, was das da auf dem Parkplatz ist:

IMG_7978

Das ist  die Euro-Bike. Bzw. die Eurobike-Mediadays, zu der nur Journalisten Zugang hatten. Und so wurden, während wir Training hatten, rund um uns die Fotos für die Zeitschriften der kommenden Monate geknipst.

Übriges, Training: Gleich zu Anfang haben wir gelernt, dass wir total „oldschool“ sind. Und Julia hat dann im Anschluss ein paar „Videosichtungen“ vorgenommen und festgestellt: So wie Rainer das sagt, fahren heute wirklich die Profis. Kein Wunder, sind doch auch so Größen wie Lakata dort Kunde.

Am Tag danach war mal wieder biken angesagt, diesmal mit den Leuten von Bike ’n Soul – aber ohne Bike ’n Soule. Auf dem Programm. Nachdem inzwischen Juli war und damit alle Lifte liefen, konnten wir auch den Berg direkt hinter dem Hotel in Angriff nehmen. Dor gehen der Hackelberg Trail 1 in den Trail 2 über und der direkt in den Buchegg-Trail übergeht. Etwas über 10 KM mit über 1000 Tiefenmetern.

DSCF1315

Da man ja nicht immer nur Rad fahren kann, musste natürlich Abwechslung her. Für Julia hatte ich mir da schon im Vorfeld etwas ausgedacht und so sind wir zum Flying Fox XXL in Leogang gefahren. Nicht billig, aber war ja Geburtstag 😉MST_4819

Den Geräuschen nach war es allerdings entweder besonders gut – oder besonders grausam, mit weit über 100km/h nur an einem Drahtseil hängend über das Tal zu rasen 😀

MST_4826

Gemeinsam abgewechselt vom Radfahren haben wir uns dann beim Rafting auf der Salzach, wo wir etliche Stunden (4? 5?) gemeinsam mit unserem Guide vom Raftingcenter Taxenbach doch eine Menge Spaß hatten.

DSCF1364

Der Fluß ist zwar deutlich ruhiger als der Kicking Horse River, aber durch die Länge der Tour wurde es schon ganz schön anstrengend 🙂

Eine Stelle muss leider umgangen werden, weil dort vor einigen Jahren mal eine ganze Bootsladung verunfallt und in der Folge nur noch tot geborgen werden konnte.

DSCF1341

Man darf halt nicht vergessen, dass bei all der Technik die Natur gerne mal am längeren Hebel sitzt. Aber bei uns ging alles gut und es landete nur der im Wasser, der freiwillig rein gesprungen ist 😉

In Saalbach war übrigens während unserer Anwesenheit die European Bowhunter Championchip 2016, eine Veranstaltung zu der mal eben 2000 Bogenschützen aus der ganzen Welt angereist kamen.

MST_4799Und da die Austragungsorte über das ganze Tal verteilt waren, hatte das zwei Folgen: die erste war, dass schon Lifte liefen die eigentlich im Juli erst öffnen. Die zweite Folge war, dass wir quasi überall auch auf Bogenschützen trafen.

MST_4793

Und so langsam kann unser Urlaub dann auch zum Ende kommen – denn die 10 Tage waren viel zu kurz um all das zu machen, was wir uns vorgenommen hatten.

Doch halt! Eins fehlt noch! Das Kitzsteinhorn!

Denn was wäre ein Besuch in den Alpen, ohne wenigstens mal einen hohen Berg zu erklimmen? Also in dem Fall ohne die zahlreichen Seilbahnen zu nutzen? Eben, nichts.

MST_4897

Also sind wir am letzten Tag noch hoch auf den Gipfel, wo es uns sogar gelang, so zu tun als wäre das Wetter gar nicht so schlecht:

MST_4895Denn in Wahrheit wechselte die Wetterlage quasi sekündlich zwischen „geht doch“

IMG_8037und „man sieht die Hand vor Augen nicht“:

MST_4876

Aber man kann ja bekanntlich nicht alles haben ;-)Allerdings  haben die schlauen Österreicher vorgesorgt: Im (!) Gipfel findet man den Eingang zu einem Museums-Stollen:

MST_4880Und in dem Musium erfährt man dann einiges über die Geschichte und die Geologie des Berges auf / in dem man sich gerade herum treibt:

MST_4885Und das alles für 0€ 🙂

Übrigens, am Fuße des Kitzsteinhorn liegt die Sigmund-Thun-Klamm, die auch einen eigenen Besuch wert ist:

MST_4847

Und wenn man den Weg noch ein wenig ausdehnt, kommt man am Ende der Klamm zu einem der typsischen Wasserkraftwerke…

MST_4854Und wenn man den Damm erklimmt, kann man sogar noch eine Runde um den Stausee drehen…MST_4864

Das war jetzt der Versuch, 10 absolut unglaubliche Tage im Herzen Europas zu beschreiben. Eigentlich kann ich aber nur zusammenfassend sagen: Wer gerne draußen ist, egal ob zum Wandern, Biken oder sonst wie: das Salzburger Land, Saalbach und Umgebnnung haben wahnsinnig viel zu bieten. Und mit der Joker-Card erübrigt sich in den meisten Fällen auch die Angst vor Zusatzkosten.

Und während wir vorher noch über den Slogan Witze gemacht haben, sagen auch wir jetzt:

Saalbach – Home of Lässig!