Archiv der Kategorie: ERG 1900 e. V.

Aus! Aus! Die Sainson ist aus! Und die Münsterland-Giro auch ;-)

Heute stand das letzte Rennen für 2016 auf dem Plan, die Münsterland-Giro und hier die Kurzstrecke mit 70km.

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Mit dem Ergebnis kann ich sehr zufrieden sein: Platz 61 von 220 in meiner Altersklasse, bzw. 253 von 1209 Starter/-innen. Und nur 15 Minuten hinter dem Ersten durch das Ziel gerollt.

Ein sehr schönes, schnelles Rennen (dank super Gruppe), dass mir vor allem aber wegen des dichten Nebels und der vielen Crashes in Erinnerung bleiben wird. Vor allem die Gruppe, die sich auf der Ziellinie völlig unnötig lang gemacht hat… naja, sei es drum.

2016 war Rad-technisch ein komisches Jahr. Ich bin deutlich weniger Rennen gefahren als geplant. Und die, die ich gefahren bin, waren schon irgendwie „durchwachsen“. Neben den Rennen standen auch einige Touren auf dem Programm, die mir gut in Erinnerung geblieben sind.

So bin ich ja im Mai eher spontan die „Ruhr Around Challenge“ gefahren. Seit bestimmt 20 Jahren keine Distanz über 100km abgerissen und dann mal eben 200km gefahren. Kann man machen, ist aber sehr speziell. Aber es hat mit meinem Mitfahrer Tobi so viel Spaß gemacht, dass wir 2017 alle 3 Touren (100, 200 und 300km) fahren werden. Außerdem hat unser „Fahrstil“ zu einer Neuplanung beim Veranstalter geführt, die wir testen dürfen.

Insgesamt war ich überrascht, wie gut die 200km liefen 🙂

Ein geplantes „Highlight“ war natürlich auch 2016 das 24h-Rennen von Duisburg. Das dieses Jahr allerdings so grottenschlecht war, dass wir unsere Teilnahme für 2017 abgesagt haben.

Im gleichen Monat folgte auch der Marathon Grafschaft, der mich emotional extrem (über)(ge)fordert hat. Leider, denn eigentlich ist Grafschaft ja ein „Must Have“ für mich.

Nachdem ich aber über 20 Jahre nicht mehr an einem Rennrad-Rennen teilgenommen habe, war ich dann im September beim Race am Rhein. Und ich war total geflasht. Nicht nur, weil es auf Anhieb wirklich gut lief und ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden war. Sondern auch wegen des „warum habe ich eigentlich damals damit aufgehört“-Gefühls 🙂

Was dann letztlich dazu führte, dass ich heute morgen in Münster stand. Und eine wirklich irre Runde gefahren bin. Mit Gegenwind, Seitenwind, Rückenwing, Nebel mit Sichtweiten um die 50 Meter und Spässkes inne backen.

Abschließend gab es dann Verpflegung bei Nutrixxion am Bus. Und hier liegt jetzt mein Formular für Nutrixxion 2017 – ich werde dem Team wohl treu bleiben. 🙂

Jetzt steht erst mal die obligatorische Herbst-Leistungsdiagnostik bei Steffi an.  Darauf folgt dann, was niemand so richtig mag: Das Wintertraining mit viel Rolle. Aber mal gucken: in 2017 möchte ich definitiv mehr Rennrad-Rennen fahren und vielleicht reiße ich mich auch endlich mal zusammen und nehme ab 😉 Denn mal ehrlich: 15 Minuten auf 70 km sollten doch irgendwie zu machen sein 😉

Für das abgelaufene Jahr muss ich aber ein paar Leuten danke sagen:

  • Julia, dafür, dass sie allen Quatsch mit macht, immer dabei ist und auch aufopferungsvoll pflegt, wenn ich mich mal wieder abgelegt habe.
  • Nutrixxion für die Betreuung. Die ist zwar, wie immer, ausbaubar, aber ich habe viel Spaß im Team. Vielen Dank auch für die unzähligen Gele, Flaschen, Getränke. Besondere Grüße an dieser Stelle an Volker, den Chefmotivator 😉
  • Powerbar aus Voerde, die uns als „Heimlieferant“ mit zusätztlichen Riegeln und Muffins versorgt haben 🙂
  • Garmin für die neuen Geräte, die wir im Training und Rennen nutzen dürfen.
  • Chalkr, die uns bei unserem Alternativ- und Wintersport, dem Klettern so tatkräftig unterstützen.
  • ERG 1900 e.V., unsere sportliche „Wahlheimat“. Vor allem für die unzähligen gemeinsamen Trainingsrunden 🙂

 

Race am Rhein: Pleiten, Pech und Erfolge

Manchmal hat man ja so Tage, wo man am Ende mit einem Glas Whisky in der Hand in seinem Ohrensessel liegt und denkt:

Wie irre war das denn jetzt?

Heute war so ein Tag. Denn heute war Race am Rhein-Tag.

Zum RaR hatte ich mich schon ziemlich früh angemeldet. Unmittelbar nachdem bekannt wurde, dass ein Teil der zweiten Etappe Tour de France 2017 als Jedermann-Rennen „getestet“ werden soll und da die in Düsseldorf startet… quasi ein Heimrennen.

Am Samstag konnte bereits die Starterpakete abgeholt werden und ich fand das ziemlich klasse organisiert. Mein erster Eindruck war nämlich: Uff, ist das voll hier. Aber offensichtlich hilft gute Organisation: Tisch 1 Startunterlagen abholen. Tisch 2 Starterpaket abholen. Tisch 3 Transponder testen. Fertig. Trotz 20 Leuten vor mir hat das keine Viertelstunde gedauert.

Sonntag Morgen dann Raceday. Für mich sollte Start um 11.45 sein und deswegen habe ich den Zug um 10:14 genommen. Der sollte um 10:56 in Düsseldorf sein. Der Start war Fußläufig 10 Minuten vom Bahnhof, also mit einigen Umwegen perfekt zum Warmfahren zwischen Hauptbahnhof und Start. Und selbst 30 Minuten Verspätung wären maximal drin gewesen.

Hätte, könnte, wäre, würde. Denn ich, der ich so gerne den Leuten erkläre, warum ich viel lieber mit der Bahn zur Arbeit pendel als mit dem Auto musste wieder lernen: Wenn Du überlegst um 9:14 zu fahren oderr 10:14 und Du denkst 9:14 ist zu früh… mach es trotzdem.

Denn unmittelbar nach dem Einsteigen fiel auf, dass unter bestimmten Bedinungen nicht nur die Türseite zum Bahnhof geöffnet werden kann, sondern auch die andere. Den Triebwagenführer störte das soweit nicht, die Zugbegleiter schienen es im Griff zu haben.

Bis in Duisburg der Triebwagenführer wechselte. Und ich den Neuen sagen hörte „so fahren wir nicht!“ Es war 10:42.

Ich habe dann explizit gefragt: Fahren Sie oder sollen wir umsteigen? Nein, wir fahren, das dauert nur ein paar Minuten. Und nach ein paar Minuten kam die Durchsage: Es dauert ungefähr 10 Minuten.

Um 10:52 kam auf dem Nachbargleis ein Zug nach Düsseldorf. Und fuhr um 10:53 weiter. Und um 10:55 hieß es bei uns: Nichts geht mehr, der Zug endet hier.

Jetzt war ich nicht der Einzige im Zug, der zum RaR wollte. Aber offensichtlich der Einzige, der um 11:45 starten wollte. Denn der nächste Zug kam erst um 11:22 und es war klar: selbst bei planmäßiger Ankunft um 11:37 wird das knapp.

Dummerweise war aber der Zug um 11:22 natürlich super voll – er musste ja auch alle Leute aus unserem Zug aufnehmen. Was bedeutete, dass wir am Zwischenhalt Airport relativ lange gebraucht haben: Wir Zusteiger mussten raus, die Aussteiger stiegen aus, wir wieder ein.

Das Rennen war abgehakt.

Ich musste aber ja eh nach D’dorf um den Transponder zurück zu geben. Also dachte ich: Feuerst Du eben die anderen an. Bin dann auch vom Bahnhof aus zum Start gerollt, wo alles bereit stand und es kurz vor dem Startschuss war. Die Blöcke waren natürlich geschlossen, ich hätte irgendwo vorne in B gestanden.

Wie ich da so deprimiert an der Startaufstellung langrolle, neben mir auf ein Mal betriebsame Hektik: Eine Ordnerin sprintet auf mich zu, schreit mich an: „Hier rein! Schnell!“ und macht den Zaun auf. Keine 10 Sekunden später: Startschuss.

Ich hatte meine Kopfhörer noch drin, die Handschuhe nicht an und nicht mal meine Windjacke richtig an, da war ich schon im Rennen. Oder warm fahren, ohne den geplanten Riegel ohne alles, war ich mitten drin. Völlig unerwartet.

Die kurze Strecke bis zum Tunnel konnte ich nutzen um mich etwas frei zu fahren und nach dem Tunnel war die Taktik: Vollgas und überleben. Mir war klar, dass die 46km nicht viel mehr als eine Stunde dauern dürften. Also musste ich nicht sparen, sondern konnte einfach Gas geben.

Ursprünglich war meine Taktik, die ersten 8km langsamer zu fahren und dann in den ersten Anstieg herein Gas zu geben, auch wegen der Bergwertung. Das war natürlich jetzt obsolet.

Tatsächlich habe ich die langsamere Bergfahrt dann genutzt, meine Windjacke zu verstauen, die Kopfhörer los zu werden, ein Gel zu nehmen.

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Nach dem ersten „Berg“ hieß es dann: Gruppenspringen.

Ich bin immer so lange in einer Gruppe geblieben, bis eine überholte die schneller war. So lange bis ich in einer Gruppe war, die so fuhr wie ich mir das vorstellte. So sind wir dann in den zweiten Berg gekommen und gefühlt bin ich sehr gut dabei gewesen.

Nach dem zweiten „Berg“ ging es ja mehr oder weniger bergab und unsere Gruppe hat ordentlich Stoff gegeben. Der Haken war, dass von den ganzen Fahren am Ende nur noch 5 übrig waren. Dann 3. Dann 2.  Wir trafen noch ein paar Leute und wurden wieder mehr, dann weniger.

Kurz vorm Ziel war ich wieder vorne und Blick nach Hinten: Mein Mitfahrer, der mich über weite Strecken in seinem Schatten hat fahren lassen, war weg!

Er konnte nicht mehr. Also habe ich rollen lassen, weil ich nicht so arschig sein wollte, vor ihm über die Ziellinie zu rollen. Schließlich sind wir Hand in Hand durch den Zielbogen und haben die Finisher-Medallie umgehängt bekommen:

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Absolut Irre. Und im Ergebnis war ich mehr als zufrieden:

  • Platz 147 aus unglaublichen 1409 Männern und
  • Platz 40 von 314 in meiner Altersgruppe

So gut war ich schon lange nicht mehr in einem Rennen. Was ich aber in großen Teilen meinen Mitfahrern verdanke.

In der Team-Wertung landete Nutrixxion auf Platz 4:

  • 1023 Haseleu, Christian 01:06:50.914 34
  • 1122 Meiners, Stefan 01:13:25.638 154
  • 2037 Oehl, Holger 01:15:07.692 263
  • 1125 Hamburger, Stefan 01:15:09.637 266

Insgesamt bin ich ziemlich geflasht gewesen.

Übrigens auch vom Rennen an sich: Nicht nur war die Strecke sehr gut gewählt und präpariert. Auch die Anzahl an Ordnern und helfenden Händen war beeindrucken.

Der Nachziel-Bereich dann aber übertraf eigentlich alles:

Erst Getränke von Dextro. Dann Obst, Laugenstangen, Kuchen. Dann alkoholfreies Bier und Red Bull. Dann der Grohe-Duschtruck, in den wir uns ja schon damals in Duisburg verliebt haben….

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Dann die Gepäckausgabe, die Transponder-Rückgabe. Alles flüssig, nirgendwo schlangen und alles so abgesperrt, dass wirklich nur Fahrer/-innen sich dort aufhalten konnten. Irre, was Düsseldorf für 50€ Stargebühr geboten hat. Bzw verglichen damit peinlich was andere ähnlich teure Veranstaltungen nur bieten.

Zusammenfassend: Ich bin echt glücklich über meine Zeit. Warm gefahren und weniger mit Metzchen hätte ich vielleicht sogar noch 30 Sekunden  bis 1 Minute raus holen können. Alles in allem aber ein super Rennen. Von der Anmeldung am Samstag bis zum Zug nach Hause am Sonntag Nachmittag.

Sieht man mal von der „kleinen“ Katastrophe morgens ab. Denn da war ich mir echt sicher, dass das Rennen gelaufen ist. Gut, dass ich mich geirrt habe.

P.S. Wie Arschgeil war denn bitte die Tunneldurchfahrt vor dem Ziel? Das brauche ich jetzt öfter, bitte!

Urlaubsendrunde mit der ERG

Alles geht einmal zu Ende. Und heute ist es mein Urlaub.

Um so schöner, dass die Jungs und Mädels von der ERG1900 für heute zu einer Runde aufgerufen haben.

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Ausgedacht hat sich die Runde Martin, und sie hatte es durchaus in sich! Angedacht war, vom Lukas am Baldeneysee mal hoch zur Hohensyburg zu fahren und wieder zurück.

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Denn das, was vermutlich alle unterschätzt haben, war das Wetter. Aber wer rechnet denn schon damit, dass die Sonne so (>3°C) auf uns herniederbrennen würde.

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Entsprechend froh waren alle, als wir am Wendepunkt die Flaschen auffüllen konnten. Von da dann noch schnell hoch zum Denkmal…

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Schnell das obligatorische Gruppenfoto…

Foto (c) Rainer
Foto (c) Rainer

… undab nach „Hause“, also wieder zum Baldeneysee.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Runde mit ihren 1500hm gut fahrbar ist. Das man sie an solchen Tagen aber vielleicht nicht über die Mittagszeit fahren sollte 😉 Und das ich Martin dankbar bin, dass er es hat damit gut sein lassen  – wenn wir so auch die 100km-Marke knapp verfehlt haben.

Jetzt bin ich bereit, morgen Arbeiten zu gehen. Ne gelogen, ich würd natürlich morgen wieder fahren wollen. In wirklichkeit bin ich jetzt bereit für einen Dönerteller. Und um es mit Peter Lustig zu sagen:

Eine gemütliche Runde bis dann….IHR HABT DOCH DEN ARSCH AUF!

Achtung, es folgt ein Beitrag der geprägt ist, von einer ziemlichen Wut. Auf Autofahrer und Motorradfahrer. Aber lest selbst.

Vorab:

Ich halte mich für einen sehr routinierten Autofahrer, weil ich in manchen Jahren mehr KM auf den Straßen war, als andere in ihrem Leben. Das Gleiche gilt für das Radfahren. Das bedeutet nicht, dass ich keine Unfälle baue und schon gar nicht, dass ich mich auch mal versehentlich daneben benehme. Das bedeutet aber, dass ich lieber ein paar Minuten hinter anderen bleibe, als um jeden Preis an ihnen vorbei zu ziehen.

Zum „guten Autofahrer“ macht mich aber vor allem auch, dass ich regelmäßig Fahr- und Sicherheitstrainings besuchen (muss/darf), die mich eins gelehrt haben: Egal wie gut Du im Grenzbereich bist: Wenn Du den verläßt, hast Du ein Problem.

Kommen wir zu gestern.

IMG_7719Gestern war ich froh und glücklich, mit Freunden von der ERG eine entspannte Grundlagenrunde ins Bergische Land unternehmen zu dürfen. Eine, wie sich heraus stellen sollte, völlig falsche Entscheidung.  Also nicht grundsätzlich wegen der Tour an sich. Sondern wegen der Arschlöcher auf der Straße.

IMG_7718Wir sind durch eine wirklich schöne Gegend gerollt und haben sowohl die Aussicht, als auch das tolle Wetter wirklich genossen.

Das Tempo war eher gemäßigt und die Stimmung gut. Naja, zumindest am Anfang.

Bis uns klar wurde, dass die Kombination von Feiertag und Sonne wohl bei vielen zu einem Kurzschluss im Hirn führt.

IMG_7717Denn auf unserer Tour über Hügel und durch Täler wurden wir Zeugen von Verhalten, dass absolut nicht mehr zu erklären oder gar gut zu heißen ist:

Nehmen wir zum Beispiel mal den jungen Mann, der uns in einer langgezogenen Linkskurve (unsere Sicht) entgegenkam. Viel zu schnell und offensichtlich bei dem Versuch, seinen Skoda Kleinwagen durch die Kurve driften zu lassen.

Mal völlig abgesehen von dem an sich schon dummen Unterfangen: Hat dieses Arschloch eigentlich eine Ahnung wie man sich als Radfahrer fühlt, wenn von der Gegenspur ein Auto mit völlig unangemessener Geschwindigkeit auf quietschenden Reifen in die eigene Spur driftet?

Selten wünsche ich Menschen böses. Ihn hätte ich aber am Kurvenausgang gerne im Baum landen sehen.

Oder nehmen wir den völlig irren VW-Kleinstwagenfahrer, der so eng überholte, dass ich ohne Armausstrecken sein Auto hätte anfassen können. Hat dieser Penner eigentlich eine Ahnung wie wenig Luft zwischen Leben und Tod eines Radfahrers in einer solchen Situation ist?

Oder nehmen wir den vermutlich unter Drogeneinfluss stehenden Mercedes-Oberklassefahrer, der nicht hinnehmen wollte, dass ein anderes Fahrzeug regelkonform mit dem Überholen unseres Verbunds wartet bis die Straße frei ist? Und versucht zu überholen, während der Wagen vor ihm versucht zu überholen? Stellt Euch das mal eben vor: 2 normale Fahrspuren, rechts eine Gruppe von 10 Radlern, daneben ein Auto das überholt und daneben das Arschloch im Mercedes, dass auf einer nicht existierenden dritten Spur überholen will?

Oder schauen wir uns mal das Pärchen im MX5 an. Die uns erst im Kreisverkehr die Vorfahrt nehmen, dann an der Ampel wild hupen, weil sie von der Straßenverkehrsordnung keine Ahnung haben und dann noch meinen ausfallend werden zu müssen.

Das sind nur ein paar Beispiele die Autofahrer betreffen.

Kommen wir jetzt zu den Motorradfahrern.

JA SEID IHR DENN VÖLLIG BESCHEUERT?

Mal abgesehen davon, dass viele Motorradfahrer die Landstraßen mit dem Nürburgring zu verwechseln scheinen, sind wir gestern auf vielleicht 60km im Bergischen Land an 6(!) Unfällen vorbei gekommen, deren Teilnehmer sicherlich nicht mehr in dieser Saison (einige nie wieder) auf dem Bock sitzen:

Da war der Vollhonk der in eine Verkehrsinsel gebrettert ist. Fast noch unverständlicher als die Supernase, die vor ein Verkehrsschild bretterte. Dann war der noch der Typ, der sich auf einer geraden(!) Straße bei einem Überholmanöver verschätzte – Straßensperre inklusive.

Schließlich war da auch noch der Loser des Tages, der auf einer kurvigen Straße im 90°-Winkel in einen Touareg knallte. Ich sag mal so: Dem Touareg hat das sichtbar weniger ausgemacht, als dem Weichziel Motorradfahrer.

Und grundsätzlich in einem Tempo unterwegs, dass nicht mehr nur fahrlässig ist.

Folgende Fragen stelle ich mir ernsthaft:

  1. Habt Ihr berittenen und befahrenen Vollidioten keine Familie, zu der Ihr Gesund zurück möchtet?
  2. Seid Ihr wirklich so hirnlos, dass Ihr schwere Verletzungen, ja sogar den Tod von anderen und Euch „ins Risiko einkalkuliert“?
  3. Rafft Ihr nicht, wie gefährlich Ihr seid?

Nach gestern kann ich verstehen, warum so viele Menschen Angst davor haben, mit dem Rad zu fahren. Und ich überlege ernsthaft, gegen den einen oder anderen heute noch Strafantrag zu stellen. bei 9 zusätzlichen Augenzeugen brauche ich dafür auch keine Videoaufzeichnung.

IMG_7716Kommen wir zurück zur Tour:

Nach einer angenehm erfrischenden Pause in einem Biergarten in Wipperfürth sind wir dann zurück nach Essen geradelt. Und ich muss sagen, dass – abgesehen von dem geschilderten Verhalten andere Verkehrsteilnehmer – es eine wirklich schöne Runde mit tollen Radfahrern gewesen ist.

Hoffentlich ist das Wetter am Wochenende schön genug für eine weitere Tour. Und hoffentlich liest der eine oder andere motorisierte Verkehrsteilnehmer das hier mal und schaltet zukünftig mit der Zündung nicht das Hirn aus.

Denn wir passen locker alle gemeinsam auf die Straßen, wenn wir ein klein wenig Acht auf alle anderen um uns herum geben.

So. Jetzt geht es mir besser.

 

Ruhr Around Challenge – 200km ohne Training? Kann man machen. Ist dann halt speziell.

Ich hatte mal mit der Idee geliebäugelt, die „Ruhr 2 Northsea Challenge“ zu fahren – und die Idee dann irgendwie wieder verworfen. U. a. weil ich schon seit gefühlt 100 Jahren nicht mehr so lange auf dem Bike saß.

Am Freitag erreichte mich dann die Nachricht, dass ein Kollege aus dem ERG leider nicht bei der Vorbereitungstour „Around Ruhr Challenge“ starten kann. 200km. Und da ich noch nie zu den klügsten gehört habe, habe ich das Ticket übernommen.

Und so trafen sich dann am Sonntag morgen 80 Fahrer und Fahrerinnen aller möglichen Altersklassen mit Rädern aller Arten in Duisburg am MSV-Stadion und starteten um 7 Uhr den Rundkurs.

(Auf Strava)

Schnell war klar, dass es defintiv eine Runde ist wie ausgeschrieben werden würde: Durschnitt 18km/h und 2h Pause waren die Richtschnurr. Dazu hatte ich allerdings keinen Bock und das aus einem ganz einfachen Grund: Ab Nachmittag / frühem Abend sollte es ordentlich gießen.

Also nach vorne, wo wir dann relativ schnell eine Führungsruppe von 2 Rennrädern, einem Triathleten und einem Crosser waren. Und uns schon nach wenigen KM sehr weit abgesetzt hatten.

Am Baldeneysee hätte der erste Verpflegungspunkt sein sollen. Als wir ankamen, war da nur leider niemand. Und um die Spannung vorweg zu nehmen: Mit Ausnahme einer „Notstation“ in Dortmund war keine einzige Verpflegungsstation besetzt, als wir durch kamen. Man hatte einfach nicht damit gerechnet, dass es Leute gibt die ohne die geplanten Mahlzeigen (Frühstück, Mittag und Kaffee & Kuchen) durchfahren würden!

Foto (c) TPI
Foto (c) TPI

Die ersten 60km liefen auch völlig ereignislos.

Wir konnten ein gutes Durchschnittstempo halten und kamen relativ schnell am Kemmnader See an. Hier zerfiel unsere Gruppe dann leider spontan, weil 3 aus ihr zum Frühstück anhielten – das offensichtlich gerade erst aufgebaut werden sollte. Tobias, der Triathlet und ich sind dann zu zweit weiter gefahren.

IMG_7694Um uns kurz darauf am falschen Ort zu wähnen.

Denn plötzlich standen wir vor einer Fähre. Der GPS-Track war sich einig: Dort müssen wir rüber. Leider stand das nicht in der Ausschreibung und da die Fähre nur „Bezahlt was ihr wollt“ als Motto habt, man aber kein Geldwechseln kann und wir beide nur Scheine hatten, sind wir „schwarz gefahren“. Mit Genehmigung des Fährmanns. Den ich übrigens gefragt habe, ob schon andere mit Startnummern vorbei gekommen wären. Um mich dann von Tobias belehren zu lassen, dass wir ja die ersten wären 😉

IMG_7695Landschaftlich waren wir natürlich schwer angetan.

Von den „Radwegen“ leider nicht, denn nach der Fähre fing es mit Schotterpisten an.  In der Beschreibung auf der Website hieß es:

 Gefahren wird beinahe ausschließlich auf Radwegen oder kleinen Straßen.

Leider vergessen wurde der Hinweis, dass die Strecke für Rennräder eigentlich gar nicht geht. Crosser, MTB, Tourenrad, alles okay. Aber für Rennräder…. übelst. Insbesondere im zweiten Teil, wenn es über einige (von diversen CTF(!) bekannten) Kanal-„Rad“-Wege ging. Um es vorweg zu nehmen: Nicht nur dürfen jetzt die Laufräder zentriert werden, es hat uns auch ordentlich Zeit gekostet 🙁

IMG_7696Das es schließlich sogar durch den Wald ging, ist da fast keine Erwähnung mehr wert. Vor allem nicht, wenn der Depp mit dem GPS (ich) nicht aufpasst und falsch abbiegt. Die grobe Richtung stimmte zwar, aber Treppen auf dem Jakobsweg waren nun doch nicht das, was wir erwartet hatten. Den Triathleten freut es vermutlich mal laufen zu können – den faulen Sack nicht.

IMG_7699Der Wald war aber nicht die einzige Überraschung.

Eine weitere war, dass wir durch(!) ein Volksfest mussten. Wer da bei der Genehmigung der Strecke gepennt hat, ist ja egal – aber für die hinter uns dürfte das auch eine unangenehme Überraschung gewesen sein.

IMG-20160522-WA0038_resizedNachdem an dem Verpflegungspunkt „Mittagspause“ niemand war, sind wir auch dort einfach weiter. Gott sei Dank gab es noch eine Trinkhalle für Apfeschorle 🙂

An dem letzten „Verpflegungspunkt“ sollte es Kaffee und Kuchen geben und wir haben sogar jemanden gefunden, der aufschließen konnte. Kuchen haben wir nicht gegessen, aber wir konnten noch zwei Bananen erbetteln, die eine wichtige Alternative zu den Gels und Riegeln waren. So „gestärkt“ ging es dann in den „Endspurt“.

IMG_7704Nach einer Fahrzeit von Netto 7 Stunden und 50 Minuten waren wir dann am Seehaus an der Wedau. Ich sag mal: Mit nur Asphalt wären wir mindestens 30 Minuten schneller gewesen.

Dummerweise war man auch am Seehaus nicht auf uns vorbereitet. Das Buffet war (logisch) noch nicht fertig und man half uns zumindest mit Pizza und alkoholfreiem Bier aus dem tiefsten Loch heraus.

Tobias ist dann gefahren und ich habe noch auf ein paar eintreffende Mitfahrer gewartet. „Leider“ hat Julia mich jedoch um 18 Uhr abgeholt. In der Zeit von irgendwie 16 bis 16:30 (weiss nicht genau wann wir da waren) und 18 Uhr fing es dann an so richtig zu schiffen – nur Rafahrer sah ich keinen mehr 🙁

Bin dann ins Auto gekrabbelt und nach Hause gefahren, mit der Hoffnung das alle anderen Fahrer/-innen auch gut ankommen. Auf Strava konnte man allerdings den einen oder anderen Abbruch sehen.

Für das „Chaos“ bei der Organisation möchte in an dieser Stelle dem Veranstalter keinen Vorwurf machen. Das wir so geheizt sind, war ja unser eigener Wunsch und das wir damit den Zeitplan – und vor allem den Ressourceneinsatz sprengen – kann man ihm nicht anlasten.

Beschwert habe ich mich aber über die Formulierung zur Strecke:

Die ziemlich genau 200 Kilometer lange Strecke ist fast vollständig asphaltiert und damit für quasi jedes Rad geeignet.

Denn die war defintiv nicht für Rennräder geeignet. Ich habe angeregt, dass zu ändern. Man hat mir aber versichert, dass die 300km-Tour nach ähnlicher Kritik im letzten Jahr inzwischen 100% Rennradtauglich ist.

An der Stelle muss ich übrigens noch mal kurz ein Loblied auf „Bergetappe“ in Essen singen:

Ich lasse ja meine Bikes dort fitten und kann nach gestern sagen, dass auch 8h Fahrt nicht zu Schwielen oder gar Schmerzen führen. Keine wunde Stelle, kein schmerzender Rücken oder einschlafende Hände. Insbesondere vor dem Hintergrund der Schlaglochpisten gestern muss ich sagen, dass jeder € den man in ein perfektes Sitzen investiert, ein gut investierter Euro ist!

Und zum Schluss noch mal vielen Dank an Tobias für die guten Tipps und die Motivation auf der langen Strecke! Alleine wäre mein Schnitt deutlich niedriger gewesen und zu zweit über den RS1 zu düsen ist schon ziemlich genial 🙂

 

Race Heavy – Training mit der ERG 1900 e. V.

Nachdem wir vor einiger Zeit schon das Training „Race Relaxed“ ausprobieren konnten, war heute mal ein Testlauf für „Race Heavy“ angesagt.

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Und was soll ich sagen? So heavy war es gar nicht. Es war eher schon entspannend, was aber auch an der überaus coolen Gruppe gelegen haben könnte, mit der ich unterwegs sein konnte 🙂

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Plus, das Wetter war einfach mal so richtig gut 🙂

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Gerüchteweise könnte es passieren, dass ich da jetzt öfter mit fahre 🙂 Allerdings nur unter der Bedingung, dass es dann auch jedes mal so einen geilen Sonnenuntergang gibt, wie heute 🙂

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